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Mexiko - Mexiko - das Land der fast 70 Sprachen

SympathieMagazin Mexiko verstehenMexiko ist die neuntgrößte Volkswirtschaft und die siebtgrößte Exportnation dieser Erde, während es in manchen Bundesstaaten Merkmale eines Entwicklungslandes zeigt. Von dort aus streben billige Arbeitskräfte in die USA, sofern sie den „Tortilla-Vorhang“ (die US-Staatsgrenze) überwinden können.

In Puebla wird der VW Beetle gebaut und in den Industriezonen rund um Mexiko-City sind viele namhafte Global Players vertreten. Mexiko ist zur führenden Nation der lateinamerikanischen Welt geworden. Ein Land, in dem neben der Amts- und Umgangssprache Spanisch weitere 67 Idiome gesprochen werden. Und genau das ist das Mexiko, das sich in all seiner Vielfalt zu entdecken lohnt.

Nicht nur in den weltweit bekannten Badeorten, sondern auch - beispielsweise - auf einer Überlandreise mit dem Linienbus. Um mittendrin zu sein, um so zu reisen, wie es der größte Teil der Bevölkerung tut. Um erfahren zu können, dass Oaxaca nicht nur eine der schönsten Städte des Landes ist, sondern auch ein Bundesstaat: mit Meeresküsten, Wäldern und bis zu 3400 Meter hohen Gebirgsregionen. Nebst den zahlreichen indigenen Dörfern und Städtchen, die die Seele Mexikos ausmachen, seine Ursprünge verkörpern und seinen kulturellen Reichtum.

Das Treffen in Sundamersethe oder was Mexiko und die Globalisierung verbindet

Längst haben verschiedene Indígena-Gemeinden ganz eigene Tourismusprojekte entwickelt, die es möglichen machen, tatsächlich in Mexiko anzukommen. Längst wissen sie, dass es auch Gringos gibt, die man wirklich „Willkommen!“ heißen möchte. Zum einen, weil sie sich für ihre Kultur interessieren, zum andern, weil sie durch ihre Besuche dazu beitragen, eine selbstbestimmte und nachhaltige Regionalentwicklung verwirklichen zu können.

Allerdings enthebt das den Maisbauern Rolando Benítez nicht seiner Sorgen. Während er im mexikanischen Jilotepec auf fünf Hektar Land nur organischen Dünger verwendet, mit Zugtieren arbeitet und eine erstklassigeund vor allem gesunde Qualität anbietet, überschwemmen hoch subventionierte US-Farmer den mexikanischen Markt mit billigem Massen-Mais. Rolando Benítez ist deshalb „nicht mehr konkurrenzfähig“, sagt er im neuen SympathieMagazin „Globalisierung verstehen“.

Sympathie für Globalisierung – angesichts der Ängste, Unsicherheiten und Schieflagen im Welthandel? Bei näherem Hinsehen erweist sich das Heft als ein Plädoyer für „die Aktivierung neuer Denkweisen“. Der Soziologe Ulrich Beck fordert, endlich den „kosmopolitischen Blick“ zu entwickeln, „anstatt wie das Kaninchen auf die Schlange (Globalisierung) zu starren“. Oder anders ausgedrückt, von sich aus Globalisierung aktiv mit zu ge-stalten.

"Es gilt, die Wirkungen von Globalisierung zu beeinflussen und zu ändern"

So wie es die Slow-Food-Bewegung tut, in über 100 Ländern mit 80.000 Mitgliedern. Mit ihrem Einsatz für kleine Lebensmittelproduzenten (siehe Rolando Benítez), für die unverwechselbaren kulinarischen Genüsse einer Region, bietet sie eindeutig Paroli – der großen Gleichmacherei, dem Ein-heitsgeschmack weltweit. Im Übrigen: Wer „Attac“ nur als Gegner der Globalisierung begreift und nicht als Kritiker mit der Forderung nach Ver-änderungen und Verbesserungen, bleibt wahrscheinlich in der Unübersichtlichkeit, die uns alle umgibt, verstrickt. Einen ganz persönlichen Weg aus dieser Verwirrung beschreibt der Philosoph Rüdiger Safranski. Sein Vorschlag: sich selbst eine Lichtung zu schlagen, um sich nicht weiter nur nach vorwärts oder rückwärts zu verirren, nach innen oder außen. In diesem Sinne versucht das neue SympathieMagazin „Globalisierung verstehen“ eine Orientierungshilfe zu sein.

Sympathie, so der Studienkreisvorsitzende Armin Vielhaber in seinem Vorwort, bedeute in seinem griechischen Ursprung: „zusammen erleiden“. Doch statt sich zu fügen gelte es, die Wirkungen von Globalisierung zu „beeinflussen und zu ändern“. Wolfgang Kessler entwickelt in seinem Schlussbeitrag eine Vision: Er versetzt uns in das Jahr 2050, zu einem umjubelten Treffen in Sundamersethe, im Süden von Sri Lanka. Die 446 Einwohner zählende kleine Gemeinde ist in dieser Geschichte das millionste Dorf in den Ländern des Südens, das endlich durch eine Solaranlage mit Strom versorgt werden kann. Möglich geworden ist dies, weil seit 2015 in allen Ländern der Welt eine Steuer auf Börsentransaktionen erhoben wird, die in einen Globalen Hilfsfonds einfließt. Die Weltbank ist unterdessen zu einer Bank der Armen geworden, das Kleinstkreditwesen hat sich durchgesetzt. Mit anderen Worten: Die Globalisierung hat ein menschliches Antlitz bekommen und ist „sympathischer“ geworden.

Die Hefte "Mexiko verstehen" und "Globalisierung verstehen" sind für jeweils 4,00 € hier zu bekommen:SympathieMagazin

Text: Klaus Betz



 



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