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Gern gesehen

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Ferien von Anfang an

Flugangst adé ...

Angst vorm Fliegen - viele Menschen freuen sich nur bedingt auf den Urlaub: Der Anfang ist das Schlimmste, das Ende sowieso. Dabei liegt die Ursache hinter der Flugangst häufig in Themen, die mit dem Fliegen gar nichts zu tun haben ... mehr


Randnotizen

Wandern in Flandern
Seit 2012 führt ein ausgewiesener Wanderweg die gesamte belgische Küste entlang. Das Wanderrouten-Netz beginnt im Naturpark »Het Zwin« an der niederländischen Grenze und endet in der »flämischen Sahara« an Grenze zu Frankreich. Gut zu Fuß zu sein ist bei insgesamt 180 Kilometern insgesamt ein Vorteil.

Kayak in Arizona
Wer abseits aller touristischen Pfade versteckte Canyons mit dem Kayak kennen lernen möchte, ist in Page nahe Lake Powell (Arizona) bei »Hidden Canyon Kayak« richtig. Bis jeweils November bietet dys Unternehmen halbtägige Touren für Touristen. Die Saison startet immer im März.


Hausmittel für die Reise ...

Haftungsausschluss: Globalscout übernimmt ausdrücklich keine Haftung für gesundheitliche und materielle Schäden, die sich aus der Anwendung der Hausmittel ergeben. Auch auf Reisen konsultieren Sie bitte einen Arzt vor Ort!


... von A bszess bis D urst


Abszess

Wenn sich mit einer Entzündung in einer Gewebehöhle Eiter ansammelt, spricht man von einem Abszess. Diese Höhle ist rundherum geschlossen. Der kalte Abszess entsteht durch eine chronische Entzündung, ist schmerzfrei und heilt nicht ab. Der heiße Abszess dagegen ist eine akute Entzündung und wird an einer bestimmten Körperstelle meist von Bakterien hervorgerufen, die durch eine Verletzung oder eine Haarwurzel in das Gewebe eingedrungen sind. Mit dem Abszess wehrt sich der Körper gegen diese Bakterien. Die Haut wird rot; die Schwellung, unter der sich der Eiter bis zur Größe einer Erbse oder gar einer Faust sammelt, schwappt beim Berühren oder wird hart. Starke, stechende Schmerzen und hohes Fieber können den Abszess begleiten.

Behandlung: Die Hausmittel beschleunigen die Reifung des heißen Abszesses und bewirken, dass er sich möglichst nach außen öffnet. Leinsamenpackung: Ein kleiner Leinensack wird mit geschrotetem oder gemahlenem Leinsamen in Wasser aufgekocht. Der Sack kommt dann so heiß wie verträglich auf den Abszess, bis er abgekühlt ist. Die Auflage kann wiederholt werden.

Leinsamen- oder Gerstenmehlbrei: Der Leinsamen oder die Gerstenkörner werden in einer Getreide- oder Kaffeemühle gemahlen und dann mit etwas Wasser zu einem Brei eingekocht. Dieser Brei wird dann auf ein Leintuch gestrichen, auf den Abszess gelegt und mit einem Wolltuch überdeckt. Auch diese Auflage beschleunigt die Reifung und kann nach dem Abkühlen wiederholt werden.

Heilerde: Heilerde ist pulverisierte Moorerde und ein vielseitiges Hausmittel, das äußerlich bei Hauterkrankungen und innerlich bei Magen-Darm-Problemen angewendet wird. Sie enthält vor allem Kieselsäure, Eisen, Kalk und Magnesium. Heilerde gibt es in jeder Apotheke zu kaufen. Sie lässt sich lange lagern, wird aber nach einmaligem Gebrauch weggeworfen. Für den Abszess wird die Heilerde mit Wasser zu einer Lehmpaste verrührt und großzügig aufgetragen. Man wäscht sie mit Salzwasser (möglichst Meersalz) ab, sobald es brennt und schmerzt, und kann sie dann wieder erneuern. Lassen Sie sie aber möglichst auch über Nacht auf dem Abszess.

Zwiebelpflaster: Eine geschälte Zwiebel wird in Ringe geschnitten und in einer Pfanne gedünstet. Dann werden die Ringe in Mullstoff eingeschlagen und auf den Abszess gelegt. Auch nach dieser Auflage wäscht man den Abszess mit Salzwasser ab.

Warnungen: Wie alle akuten Entzündungen heilt auch der Abszess so spontan, wie er kam, nachdem der Eiter abgeflossen ist. Gefährlich wird er allerdings, wenn er nach innen aufgeht und der Eiter in den Körper hinein abfließt. Die Folge könnte eine lebensgefährliche Blutvergiftung sein. Deshalb sollte ein Arzt oder Heilpraktiker den Heilungsprozess begleiten.




Akne

Vor allem Jugendliche leiden unter dieser Reaktion der Haut auf eine hormonelle Änderung während der Hauptwachstumsphase. Gerade in dieser Zeit messen sie sich auch mit Erwachsenen und nehmen deren Gewohnheiten wie Rauchen und Trinken an. Alkohol und Nikotin sowie Kaffee, koffeinhaltige Getränke und Süßigkeiten fördern jedoch die Aknepickel. Darauf sollte als erstes verzichtet werden. Neutral- oder Kaliseife, regelmäßiges Waschen mit Salzwasser, Abtupfen mit Obstessig und maßvolles Sonnenbaden wirken der Akne entgegen.




Angina

Angina bedeutet allgemein Verengung oder Würgen. Vor allem bei Kindern kommt die Angina sehr häufig vor. Meistens der Rachen, vor allem aber die Mandeln und ihre Umgebung sind dabei gerötet und manchmal geschwollen. Der Arzt spricht dann von einer Angina tonsillaris, einer akuten Mandelentzündung. Das Schlucken fällt wegen der stechenden Schmerzen schwer; die Lymphdrüsen im Unterkieferwinkel können geschwollen sein. Die Angina beginnt normalerweise mit Schüttelfrost und zunehmendem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Oft tritt sie zusammen mit einer Erkältung auf.

Behandlung: Der Kranke gehört ins Bett! In den ersten Tagen wird wenig gegessen, statt dessen viel Saft von Zitronen, Apfelsinen, Tomaten, schwarzen Johannisbeeren und Kräutertee getrunken. Dann geht es weiter mit mehreren Obsttagen. Der Körper soll sich auf die Heilung konzentrieren und nicht seine Energie für die Verdauung schwerer Kost verbrauchen müssen. Erst wenn das Fieber und die Schluckbeschwerden nachlassen, darf das Bett für Stunden verlassen werden.

Bewährte Hausmittel sind Wickel mit gewöhnlichem Magerquark oder Senfmehl, die Entzündungen aus erkrankten Körperstellen herausziehen sollen. Das Senfmehl können Sie selber herstellen, indem Sie Senfkörner in der Kaffeemühle mahlen oder sie in einem Mörser zerstampfen.

Quarkwickel: 2-3 El. Magerquark werden mit etwas kalter Milch zu einem dicken Brei verrührt, auf ein schmales Leintuch gestrichen und um Kehlkopf und Hals gelegt. Darüber kommt ein dicker Wollschal, der von den Schultern bis zum Kinn und zu den Ohren reicht. Der Wickel wird alle 30 Minuten erneuert.

Senfwickel: 2-3 El. Senfmehl werden mit kaltem oder warmem Wasser zu einem dicken Brei verrührt und wie der Quarkwickel um den Hals gelegt. Der Wickel wird abgenommen, wenn sich Bläschen auf der Haut zeigen, spätestens nach 15-20 Minuten. Bemühen Sie sich, das Brennen wenigstens ein paar Minuten auszuhalten. Es bedeutet, dass das Mittel wirkt. Wiederholung nach 2 Tagen.

Ein weiteres Hausmittel ist das Gurgeln: Man gurgelt 2- bis 3mal täglich mit 1 Glas lauwarmem Wasser. Darin wird verrührt: der Saft einer halben Zitrone oder 3-5 Tropfen Jodtinktur oder ein El. Salz.

Warnungen: Eine Angina kann schwere Krankheiten zur Folge haben. Die eitrige Mandelentzündung macht sich meist mit einseitigen Schluckbeschwerden bemerkbar. Weiße oder gelbliche Bläschen zeigen sich auf den Mandeln; das Fieber steigt sehr hoch. Mit einem Mandelabszess muss gerechnet werden, wenn die Mandeln sehr stark anschwellen, die Schmerzen bis zu den Ohren ausstrahlen und starker Mundgeruch auftritt.

Der Mandelabszess muss vom Arzt behandelt werden.

Dauernde Schluckbeschwerden und das Gefühl eines Fremdkörpers im Hals mit anhaltend geschwollenen Lymphknoten und Schmerzen bis zu den Ohren deuten auf eine chronische Mandelentzündung hin. Schwere Herz- und Gelenkerkrankungen, Rheuma und Nierenkrankheiten können die Folge sein.

Ähnliche Symptome wie bei der Angina zeigen sich auch bei Diphterie und Scharlach, die ebenfalls in ärztliche Behandlung gehören.




Arteriosklerose siehe Durchblutungsstörungen




Asthma (bronchiale)

Asthma ist eine Form von Kurzatmigkeit, die in diesem Falle von den Bronchien herrührt. Bei einer anderen Form von Asthma sind Herz und Blutgefäße betroffen. Bei einem Anfall von Bronchialasthma verengen sich die Bronchien krampfartig, was Atemnot zur Folge hat. Die Schleimhäute schwellen an und sondern vermehrt Schleim ab. Es gibt im wesentlichen drei Ursachen für dieses Asthma:

  • eine möglicherweise ererbte Überempfindlichkeit (Allergie) gegenüber bestimmten Stoffen wie Staub, Leder, Tierhaare, Bettfedern, Schimmelpilze, Medikamente usw.
  • Nervosität, Angst und Schock
  • vorausgegangene Erkrankungen der Lungen, der Luftwege, des Herzens; chronische Erkrankungen von Nase und Hals, Tuberkulose, Lungenblähung usw.

Behandlung: Zu Beginn des Anfalls empfehlen sich heiße Fuß-, Armbäder und Auflagen. Rücken und Brust werden kräftig massiert, bis die Haut rot wird.

Pfefferminze und Eukalyptusblätter: Je 1 El. Pfefferminze und Eukalyptusblätter werden zerstoßen, vermischt und in 1/2 l kochendes Wasser gegeben. Man stülpt einen Trichter über den Topf und führt die Dämpfe den Nasenlöchern zu. Oder man beugt den Kopf darüber, deckt ihn mit einem Handtuch ab und atmet dann tief ein.

Rettichsaft und Tees: Pfarrer Sebastian Kneipp verordnete gegen den Husten, Rettichscheiben zu entsaften und nach jeder Mahlzeit einen Löffel dieses Saftes mit Honig gesüßt einzunehmen. Für einen Tee gegen Asthma eignen sich einzeln oder gemischt: Brennnessel, Efeu, Oregano, Kamille, Salbei und Thymian.

Majoranwein: Gegen die Enge in der Brust wirkt der entspannende Majoranwein. 50 g Majoran werden in eine Flasche trockenen Weißweins gegeben und 10 Tage lang ziehen gelassen. Der Wein wird dann gefiltert und in einer Flasche kühl und dunkel aufbewahrt. Trinken Sie davon ein Glas vor jedem Abendessen.

Heiße Fußbäder: Die Füße stehen bis zu den Waden in 38-45 Grad warmem Wasser. Eine Decke wird über die Knie gebreitet, damit die Dämpfe nicht entweichen. Nach 5-15 Minuten wird kaltes Wasser hinzugegeben, bis das Wasser nur noch lauwarm ist. Ziehen Sie dann über die nassen Füße dicke Wollstrümpfe oder gehen Sie mit den nassen Füßen ins Bett.

Heiße Armbäder: Wie die Fußbäder wirken auch heiße Armbäder entspannend. Beide Arme werden langsam und gleichmäßig bis zur Mitte der Oberarme in 38-45 Grad heißes Wasser getaucht. Das Bad dauert zwischen 5 und 15 Minuten, je nachdem, wie es Ihnen angenehm ist. Anschließend eine halbe Stunde ruhen.

Asthmatiker mit sehr hohem oder sehr niedrigen Blutdruck, fortgeschrittener Arterienverkalkung, bei denen Herzstörungen zusammen mit einem beschleunigten Puls auftreten und solche mit Schilddrüsenüberfunktion sollten diese Bäder nicht anwenden.

Senfspiritus: Bei den plötzlichen Anfällen hilft es, wenn Hals-, Nacken, Rückgrat- und Brustbein mit Senfspiritus eingerieben werden. Senfspiritus kann man sich leicht selber machen, indem man zerstoßene Senfkörner in eine Flasche mit Weingeist gibt und mehrere Tage lang ausziehen lässt.

Essen und Trinken: Die Ernährung sollte rohkostreich, reiz-, salz- und fleischarm sein: eine Milch-Pflanzenkost mit frischer Milch, frischem Käse, gekochtem Fleisch von Kalb, Huhn, Truthahn in kleinen Mengen. Dazu gibt es Salate, Gemüse, Obst- und Gemüsesäfte, frisches Obst und Kompotte.

Rind, Schweinefleisch, Wild, Salz und Gewürze, Alkohol, kohlensäurehaltige Getränke und Nikotin sollten vermieden werden. Der Stuhl sollte regelmäßig und leicht abgehen (siehe auch Verstopfung).

Warnungen: Welche der drei wesentlichen Ursachen das Asthma im Einzelfall bewirken, sollte ein Arzt oder Heilpraktiker herausfinden. Mit ihnen wird die Therapie abgesprochen. Dazu gehören auch die Hausmittel. Asthma und die Medikamente zur Behandlung akuter Anfälle könnten zu einer dauernden Gefäß- und Lungenerweiterung führen. Die Behandlung sollte nicht nur den Körper erfassen, da Asthma eine Reaktion auf psychische Erregung sein kann. Tanz, Gymnastik oder gar die Heileurythmie, die von Anthroposophen entwickelt wurde, sind zwar keine Hausmittel, können aber zu einer Linderung des Asthmas führen und die Therapie ergänzen.




Blasen

Blasen an Händen und Füßen treten auf, wenn die Haut extremen Belastungen ausgesetzt ist, z. B. nach ungewohnten Arbeiten mit dem Spaten im Garten, mit dem Hammer oder Schraubenzieher in der Werkstatt; nach den ersten Begegnungen im Squash-Court oder auf dem Tennisplatz nach der Winterpause. Blasen an den Füßen können einem die Freude über neue Schuhe ebenso vermiesen wie das Wandern oder längere Spaziergänge.

Behandlung: Blasen dürfen weder aufgestochen noch aufgeschnitten werden. Die Wunde unter der Blasenhaut könnte sich sonst entzünden und vereitern. Mit einem Pflaster wird die Blase abgedeckt und ihre Ablösung verhindert.

Hirschtalg und Melkfett: Ein überliefertes Hausmittel zur Behandlung von Blasen ist Hirschtalg, den es als Stift in der Apotheke gibt. Wer häufiger unter Blasen leidet, sollte ihn zu Hause greifbar halten. Auch Melkfett kann auf die Blase gegeben werden, bevor man sie mit dem Pflaster abdeckt. Es ist ein altes Hausmittel, das es heute noch in der Apotheke gibt, auch wenn die Bauern sich kaum noch die Hände damit geschmeidig machen, bevor sie die Kühe melken.

Eichenrinde: Auch die Rinde einer gewöhnlichen Eiche, die man sogar abschaben kann, ohne dem Baum zu schaden, hilft bei Blasen. 1-2 El. Eichenrinde werden zerkleinert und mit 1/2 I Wasser 15 Minuten gekocht. Damit wird die betroffene Stelle mehrmals täglich einige Minuten abgewaschen. Die Abkochung wird am nächsten Tag neu angesetzt. Die Rinde enthält Gerbstoffe und zieht die obersten Gewebsschichten der Haut zusammen. Sie wirkt entzündungshemmend und lindert Schmerzen.




Blasenentzündung

Schmerzen in der Blasengegend treten oft plötzlich auf und können bis in die Oberschenkel und die Lendengegend ausstrahlen. Wer das Gefühl hat, ständig auf die Toilette zu müssen, sollte mit einer Blasenentzündung rechnen. Nicht immer geht sie mit starken Schmerzen beim Wasserlassen, Fieber und einem allgemeinen Krankheitsgefühl einher - das kommt aber vor. Der Urin ist dann meistens trüb und riecht streng.

Die Blasenentzündung ist ein Katarrh der Blasenschleimhaut, in schweren Fällen entzündet sich sogar die gesamte Blasenwand und verschleimt extrem. Mediziner nennen sie Zystitis. Ist die Abwehrkraft des Körpers zum Beispiel durch eine Erkältung geschwächt und gelangen Bakterien von außen über die Harnröhre ins Innere, kann die Blase sich entzünden. Vor allem Frauen sind davon betroffen. Die Blase kann außerdem in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn Entzündungen des Darmes, der Nieren und bei Männern der Prostata auf sie übergreifen oder Keime von Eiterherden in sie verschleppt werden.

Behandlung: Hausmittel können den Heilungsverlauf einer Blasenentzündung unterstützen. Auf jeden Fall muss der Unterkörper warm gehalten werden. Die Meinungen gehen auseinander, ob die Blase zunächst geschont werden soll, wenn die ersten Beschwerden auftreten, damit die Entzündung von selbst heilt. Ist sie fortgeschritten und akut, müssen die Nieren und ableitenden Harnwege auf jeden Fall reichlich gespült werden. Unter mitteleuropäischen Klimaverhältnissen sollten dem gesunden Körper aus Nahrung und Getränken pro Tag mindestens 2 l Flüssigkeit zugeführt werden. Dieses Maß sollte bei Blasenentzündungen unbedingt eingehalten, besser noch überschritten werden. Am besten eignen sich dazu harntreibende Kräutertees und andere warme Getränke ohne Reizstoffe.

Schaukelkost: Tritt die Blasenentzündung regelmäßig wieder auf, empfiehlt sich die Schaukelkost. Zur Säuerung des Harns wird 10 Tage lang hauptsächlich eiweißhaltige Kost eingenommen: Fleisch, Fisch, Eier, Milch und Milchprodukte. Anschließend werden - ebenfalls 10 Tage lang - vorwiegend hasenüberschüssige Nahrungsmittel gegessen: Obst, Gemüse, Kartoffeln und Reis. 1 El. Rettichsaft (siehe auch Bronchitis) morgens und abends unterstützt diesen Prozess.

Durch diese Kur wird die Blase wieder stabilisiert. Ansonsten sollte die Kost wenig säuernd sein und nicht reizen, was bei einer Ernährung mit Milchprodukten und Pflanzen gegeben ist. Zuviel Gewürze, Speisesalz und Alkohol wirken sich nachteilig aus.

Während der akuten Entzündung bleibt man im Bett und sorgt dafür, dass der Unterbauch nicht unterkühlt. Heizkissen, Wärmflaschen oder feuchtwarme Wickel halten die Blasen- und Nierengegend warm. Die Unterwäsche sollte jeden Tag gewechselt werden und aus Wolle oder Baumwolle bestehen. Diese Materialien lassen die Haut besser atmen und saugen den Schweiß auf. Synthetische und einengende Wäsche ist zu meiden.

Gurke und Petersilie: 1 El. Gurkenkerne wird mit 1 Tasse kochendem Wasser übergossen, 5 Minuten ziehen gelassen und in kleinen Schlucken getrunken. Ebenfalls in kleinen Schlucken, aber über den Tag verteilt, hilft ein Petersilienaufguss. 1 El. klein geschnittene, frische Petersilie wird mit 1/2 l kochendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht.

Schwangere sollten mit der Petersilie vorsichtig sein. Zwar sind das Kraut und die Wurzeln der Pflanze in den empfohlenen Konzentrationen unschädlich, aber empfindliche Frauen könnten eine Fehlgeburt erleiden, wenn sie die Samen der Pflanze zu sich nehmen.

Kohlblätter: Kohlblätter wirken bei allen Entzündungen - auch bei der Blase. Einige Blätter frischen Rot-, Grün- oder Weißkohls werden mit einem Nudelholz mürbe gewalkt, in mehreren Schichten auf den Unterleib gelegt und mit einem leichten Verband befestigt. Der Verband bleibt über Nacht am Körper.

Kartoffelsack: Man zerquetscht in einem Leinensack ungeschälte gekochte Kartoffeln. Der Leinensack sollte etwa die vorgesehene Körperfläche bedecken. So heiß wie möglich wird er dann auf den Unterbauch gelegt und mit einem Tuch abgedeckt. Als letztes kommt eine Wolldecke über die Packung, damit die Wärme nicht zu schnell verloren geht. Der Kartoffelsack bleibt eine Stunde auf dem Unterbauch und kann nach einer Pause von 30 Minuten erneuert werden. Auch er wirkt der Entzündung entgegen.

Sitzbad: 6-8 El. Kamillenblüten werden mit 1/2 l Wasser aufgekocht und ziehen 10 Minuten abgedeckt. Der Sud wird dann durch ein Tuch gegossen und in eine Sitzwanne mit 39 Grad warmem Wasser gegeben. Das Wasser sollte etwa bis zur Nierengegend reichen. Die Wanne und der Körper werden in eine Decke gehüllt. Nach 15 Minuten setzt man sich kurz in kaltes Wasser und ruht sich dann im Bett aus. Dieses Sitzbad wird täglich angewandt und unterstützt die Heilung einer akuten Blasenentzündung.

Warnungen: Eine unzureichend behandelte und nicht ausgeheilte Blasenentzündung kann ernste Folgen haben. Ein Arzt oder Heilpraktiker sollte sicherstellen, dass sie nicht auf benachbarte Organe übergreift. Vor allem die Nieren können angegriffen werden. Von ihnen kann eine Blasenentzündung übrigens auch ausgegangen sein.




Blauer Fleck siehe Bluterguss




Blaues Auge siehe Bluterguss




Blutarmut

Blässe und oft auch der niedrige Blutdruck (siehe Blutdruck, hoch/niedrig) sind häufig ein Zeichen von Blutarmut und Eisenmangel, auch Anämie genannt. Die Volksmedizin hat dagegen einfache und wirksame Mittel entwickelt.

Behandlung: 40 Tage lang verspeist man jeden Morgen auf nüchternen Magen einen Apfel, in den am Vorabend 5-6 Huf- oder andere Eisennägel gesteckt wurden. Oder:

In 5l dunklen roten Wein wird eine Handvoll Eisenspäne oder -nägel gegeben. Nach 7 Tagen wird der Wein behutsam durchgeseiht und in Flaschen gefüllt. Davon trinkt man nach jedem Essen ein Glas.




Blutdruck, hoch/niedrig

Der Druck, den das Blut auf die Gefäßwände ausübt, während es durch die Gefäße des Körpers strömt, wird Blutdruck genannt. Er ist abhängig davon,

  • wie oft das Herz pro Minute schlägt,
  • wie viel Blut es dabei mit jedem Schlag durch die Gefäße pumpt und
  • wie widerstandsfähig oder elastisch die Gefäße sind.

Wenn sich jemand körperlich anstrengt oder erregt ist, fließt das Blut schneller und in größeren Mengen durch die Gefäße. Der Blutdruck steigt, denn der Druck auf die Gefäße wird größer. Junge Menschen haben elastischere und nachgiebigere Blutgefäße, die sich den Druckverhältnissen leicht anpassen. Die verkalkten Gefäße älterer Menschen dagegen setzen dem Blut mehr Widerstand entgegen. Bei ihnen steigt der Blutdruck daher schneller.

Der Blutdruck ändert sich also natürlicherweise im Laufe des Lebens. Und wenn es heißt, der normale Blutdruck betrage auf der Quecksilbersäule 120 zu 80 mm, dann sind das relative Angaben.

Als Faustregel gilt, dass der obere Blutdruck so viel über 100 liegen darf, wie der Mensch an Jahren zählt, wobei der Blutdruck allerdings 150 zu 100 nicht überschreiten sollte. Immer aber muss das Alter und der Gesundheitszustand eines Menschen berücksichtigt werden, ja sogar ob jemand bei der Messung erregt war, um den individuellen Blutdruck entsprechend bewerten zu können.

Bluthochdruck
Der Bluthochdruck war früher eine relativ seltene Erscheinung. Erst in den letzten Jahrzehnten ist Hypertonie, wie Bluthochdruck auch genannt wird, eine wahre Volkskrankheit geworden. Die Gründe dafür: Wir essen heute üppiger und fetter, sitzen viel und bewegen uns zu wenig.

Auch früher gab es Stress, doch die Lebensweise ermöglichte, dass die Menschen Ärger körperlich abreagieren konnten. Holzhacken war z. B. sicher eine Möglichkeit, Stress abzubauen. Heute ist es der Sport - falls man ihn treibt. Dauernder Stress kann den Blutdruck auch dauernd erhöhen und schließlich Herz- und Gefäßkrankheiten verursachen. Die ersten Warnsignale für Bluthochdruck sind Kopfdruck, Schwindel, verminderte Leistungsfähigkeit, Neigung zu Atemnot und Herzklopfen, Schlafstörungen, in schweren Fällen Herzschwäche und -krämpfe. Manche Menschen mit hohem Blutdruck werden bei Wärme unruhig, wenn sie Kaffee trinken oder Tabak rauchen. Schon bei geringer Erregung erröten sie, ebenso bei kleinsten Anstrengungen.

Behandlung: Ist der Bluthochdruck die Folge einer Arterienverkalkung, dann sind regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft, Sport in Maßen und eine Umstellung auf pflanzliche Kost mit viel frischem Obst ein gutes Hausmittel. Fleisch, Wurst, Milch, Eier und Milchprodukte wie Vollfettkäse sollten wegen des Cholesterins und der Fette ebenso gemieden werden wie Kochsalz, das sich schnell auf den Blutdruck auswirkt.

Ein Gläschen Weißwein (1/8 l) pro Tag und Knoblauch in den Speisen wirken der Arterienverkalkung entgegen, halten die Gefäße elastisch und senken den Blutdruck.

Roggenbrei: 2-3 El. Speiseroggenkörner werden in einer Getreide- oder Kaffeemühle gemahlen und mit der gleichen Menge kohlensäurefreien Mineral-, Quell- oder guten Leitungswassers (nicht chloriert!) vermischt. Man lässt den Brei über Nacht stehen und isst ihn regelmäßig zum Frühstück mit Joghurt und geriebenem Apfel.

Knoblauch-Tinktur: Knoblauch hilft gegen Arterienverkalkung und Bluthochdruck. Um ihn als Hausmittel anwenden zu können, braucht man nicht auf Dragees zurückzugreifen, von denen gesagt wird, dass damit die Geruchsbelästigung verschwindet. (Das gilt nur, solange man die Dragees nicht zerbeißt!)

Der Knoblauchgeruch ist für viele ein Problem, aber mit jedem, der dieses vielseitige Gewürz zu schätzen weiß, ist auch jemand gewonnen, der dessen Geruch bei anderen akzeptiert. Den Geruch frischen Knoblauchs schwächt ein Glas Milch nach dem Essen ab, ebenso, wenn man den Knoblauch direkt in die Milch presst.

Brennnessel- oder Misteltee: 50 g kleine Brennnessel- oder Mistelblätter werden in 1 l kaltem Wasser angesetzt, langsam aufgekocht und 3 Minuten geköchelt. Man nimmt den Tee dann vom Herd und lässt ihn eine Viertelstunde abgedeckt ziehen. Durch ein Sieb geben und über den Tag verteilt trinken. Der Tee wirkt blutdrucksenkend, harntreibend und blutreinigend.

Warnungen: Hoher Blutdruck ist nicht immer eine Folge von Arterienverkalkung. Er kann auch die Reaktion auf andere Störungen im Körper sein, die der Arzt oder Heilpraktiker behandeln muss.

Niedriger Blutdruck
Liegt der obere Wert auf der Quecksilbersäule des Messgerätes unter 100 spricht man von zu niedrigem Blutdruck. Der Arzt nennt es Hypotonie. Wer darunter leidet, fühlt sich matt, schwindelig, hat zu nichts Lust und friert sehr leicht.

Doch niedriger Blutdruck ist eigentlich nichts Erschreckendes und muss einen nicht beängstigen - sofern keine organischen Störungen wie Herzklappenfehler, Herz- und Nierenschwäche, Drüsenstörungen usw. vorliegen.

Der niedrige Blutdruck ist meistens Ausdruck einer bestimmten Konstitution und Veranlagung. Man kann sehr alt damit werden, muss allerdings seine Kräfte bei Arbeit und Sport gut einteilen. Genussgifte müssen vermieden werden, da ihr Abbau den Kreislauf sehr anstrengt. Maßnahmen zur Durchblutungsförderung steigern dagegen das Wohlbefinden.

Behandlung: Durch Wechselduschen am Morgen - erst warm, dann immer heißer und schließlich kurz kalt - wird der Körper gegen Erkältungen abgehärtet und lernt, sich rasch auf Temperaturunterschiede einzustellen. An das kalte Duschen muss man sich gewöhnen, wird es dann aber morgens nicht mehr missen wollen. Man rubbelt sich anschließend kräftig mit einem Handtuch trocken und fördert damit die Durchblutung.

Eigelb, Haferflocken und Honig: 4-6 Wochen lang isst man jeden Morgen 1 rohes Eigelb, das man mit je 1 El. Haferflocken und Honig verrührt.

Rosmarin, Salbei und Wein: 30 g frische Rosmarin- und 10 g Salbeiblätter werden mit 1 I trockenem Rotwein angesetzt, den man zusätzlich mit Majoran, Zimt und Koriander würzen kann. Nachdem der Wein eine Woche lang gezogen hat, verrührt man morgens und mittags je 1 Likörglas davon mit Honig und trinkt es.

Roher Gerstenbrei: 2-3 El. Speisegerstenkörner werden in einer Getreide- oder Kaffeemühle gemahlen und mit der gleichen Menge kohlensäurefreien Mineral-, Quell- oder chlorfreien Leitungswassers vermischt. Man lässt den Brei 6-8 Stunden abgedeckt stehen und isst ihn morgens oder abends mit frischem Obst.

Hühner- oder Fleischbrühe: Wer unter Bluthochdruck leidet, sollte Salz vermeiden. Anders ist das beim niedrigen Blutdruck; auch dort wirkt es blutdrucksteigernd, in dem Falle erwünschtermaßen. Eine gut gesalzene Hühner- oder Fleischbrühe vor dem Frühstück oder mittags hebt den Blutdruck an.

Sauna: Ähnlich anregend wie das Wechselduschen morgens ist das Saunieren. Schwer Herzkranken ist davon allerdings abzuraten. Die sogenannte nordische Kombination - nach einem heißen Bad in der Sauna wird der Körper nach einer kurzen Pause mit kaltem Wasser abgeschreckt - wirkt vor allem abhärtend und blutdrucksteigernd.

Ganz so radikal ist das traditionelle mexikanische Schwitzbad Temazcal nicht, wo der Kälteschock nach dem heißen Saunabad vermieden wird, indem man sich anschließend in trockene Baumwolltücher packt. Zugluft muss bei diesem Nachschwitzen unbedingt vermieden werden.

Wer also die Wärme mag, das kalte Abschrecken dagegen - noch - nicht, kann sich auch schonend an das kalte Abschrecken herantasten und seine Gefäße allmählich daran gewöhnen.

 




Bluterguss

Beim Bluterguss sammelt sich im Unterhautzellgewebe Blut an, beispielsweise nach einem Stoß oder Schlag auf das Bindegewebe, die Muskulatur oder gar auf das Auge. Auch wenn ein Gelenk verrenkt oder verstaucht wird, kann sich ein Bluterguss bilden. Meistens ist er harmloser, als er aussieht: Die Haut verfärbt sich zuerst rötlich-blau («blauer Fleck»), wenn der Bluterguss wächst. Wird die Blutansammlung langsam abgebaut, schillert der Fleck grün und gelb. Oft schwillt die betroffene Stelle an und schmerzt - mitunter sogar wochenlang.

Behandlung: Legen Sie auf die betroffene Stelle Eis und verbinden sie mit einem Verband. Das Eis darf niemals direkt auf die Haut kommen, sondern zwischen beiden sollte immer eine Lage Stoff sein. Diese Maßnahme soll zunächst bewirken, dass der Bluterguss nicht weiter wächst. Nach 15 Minuten wird der Verband abgenommen und die Haut mit einem Handtuch trocken gerubbelt.

Sofort danach regt man die Durchblutung weiter an, damit das angestaute Blut schneller abgebaut wird. Dafür können entweder warme oder sehr kalte Wickel verwendet werden, beide wirken durchblutungsfördernd. Für einen kalten Wickel wird ein Leintuch in möglichst kaltem Wasser getränkt, dem ein Schuss Obstessig oder essigsaure Tonerde zugegeben ist. Das Leintuch wird ausgewrungen und dann aufgelegt. Darüber kommt ein trockenes Leintuch und schließlich ein Wolltuch. Während das Leinen die Kälte festhält, sorgt die Wolle dafür, dass sie nicht nach außen entweicht. Man lässt diesen Wickel aufgelegt, bis die Haut wieder warm wird. Dann kann er erneuert werden.

Arnikawickel: Arnikatinktur gibt es rezeptfrei in Apotheken, und sofern man nicht allergisch auf Arnika reagiert, ist die Tinktur ein vielseitig verwendbares Mittel.

Für die Behandlung des Blutergusses wird 1 Teil Tinktur mit 3 Teilen Wasser verdünnt. Damit wird die verletzte Stelle eingerieben. Oder man tränkt ein Leintuch mit der Flüssigkeit und legt es gut gefaltet auf. Ist der Umschlag trocken oder warm, kann er beliebig oft erneuert werden.

Bluterguss unter dem Nagel
Ein Bluterguss unter einem Finger- oder Zehennagel kann schmerzhaft sein, weil das darunter pulsierende Blut großen Druck ausübt. Mit einem kleinen glühenden Draht (Büroklammer o. ä.) bohrt man ein Loch in den Nagel und lässt das Blut herausfließen. Bohren Sie nicht zu tief, damit das Nagelbett nicht verletzt wird. Der Nagel selbst ist unempfindlich, und das angestaute Blut wirkt wie ein Polster zwischen Nagelbett und Nagel, so dass diese Behandlung schmerzlos ist.

Blaues Auge
Falls just das Auge getroffen wurde und kein Eis verfügbar ist, kann man auch einen Esslöffel auf das Auge halten, der zwischendurch mit kaltem Wasser abgespült wird.

Warnungen: Größere Blutergüsse können sich auch entzünden. Vor allem ältere Leute sind davon betroffen, weil ihr Körper für die Abräumungsarbeiten länger braucht. Unter Umständen muss der Bluterguss chirurgisch geöffnet werden.

Besonders bei Frauen kann schon ein kleiner Stoß genügen, um einen dauerhaften Bluterguss hervorzurufen. Ursache kann das bei Frauen häufig schwächere Bindegewebe sein, das man mit Massagen, eventuell durch eine Ernährungsumstellung stärken kann. Sprechen Sie gegebenenfalls mit einem Arzt oder Heilpraktiker darüber.




Bronchitis

Im Gegensatz zum chronischen Asthma (bronchiale) ist die Bronchitis eine akute Entzündung der Bronchien und tritt meistens als Folge von Erkältungen und Infekten der oberen Luftwege auf. Oder sie begleitet eine Grippe, Masern, Keuchhusten u.v.a. Tatsächlich kann diese Entzündung sehr schnell entstehen, denn sobald sich in der Mundhöhle oder im Rachen Schleim sammelt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Erreger auch eingeatmet werden. Sie werden in den Bronchien aktiv und können das Befinden erheblich stören, sofern sie nicht als eitriger Auswurf ausgehustet werden. Dieser Auswurf ist grünlich-gelb und mehr oder weniger schleimig.

Der Husten ist eines der ersten Zeichen, durch die man auf eine Bronchitis aufmerksam wird. Durch den Husten und die Verschleimung der Bronchien kann es zu Schmerzen im Brustkorb kommen. Breitet sich die Entzündung aus, folgt Kurzatmigkeit.

Die chronische Bronchitis kann sich allmählich entwickeln oder sich an eine akute Entzündung anschließen. In vielen Fällen ist sie Begleiter oder Folge einer anderen Störung. So können vor allem Herzfehler und Gefäßerkrankungen zu Stauungen im Lungenkreislauf führen und dort eine chronische Entzündung der Bronchien hervorrufen. Die chronische Bronchitis und kranke Nieren können beispielsweise zusammen auftreten und einander bewirken.

Behandlung: Eine Bronchitis sollte auf jeden Fall behandelt werden, damit sie sich nicht zu einer chronischen Störung entwickelt. Bei Fieber ist Bettruhe angesagt; die Atemluft im Zimmer muss feucht gehalten werden, indem man gut lüftet oder einen Topf mit heißem Wasser hineinstellt, in das man zum Beispiel Japanöl geben kann. 3-5tägiges Fasten bringt den Körper dazu, seine Kräfte auf die Entzündung der Bronchien zu konzentrieren. In dieser Zeit und bis zur Ausheilung trinkt man reichlich Säfte und Kräutertees, die das Abhusten des Schleimes erleichtern. Gute Hausmittel sind Tees von Efeublättern, Eibischwurzeln, Kamille, Thymian, Salbei und Isländisch Moos. Viel Bewegung in Tannen- und Fichtenwäldern, Bäder mit Fichtennadeln und Dämpfe von erhitzten Tannen- und Fichten¬nadeln helfen ebenfalls bei erkrankten Bronchien.

Tees: Je 1 Prise Thymian, Spitzwegerich, Huflattich, Majoran, Königskerzenblüten und 1 El. Anisfrüchte werden mit1/2 l Wasser übergossen und 10 Minuten ziehen gelassen. Diesen Tee trinkt man in kleinen Schlucken über den Tag. Er hat eine anregende und hustenlösende Wirkung.

Kopfsalatabkochung: Ein fast vergessenes Hustenmittel ist Kopfsalat. Man gibt den ganzen Salat in kaltes Wasser und lässt ihn fast bedeckt 5 Minuten auf kleiner Flamme kochen. Vor dem Schlafengehen trinkt man 1 Glas des lauwarmen Sudes.

Rettichsirup: Besonders schleimlösend wirkt der Saft des schwarzen Rettichs. Der Rettich wird geschält oder geputzt und in Scheiben geschnitten. Darüber streut man Zucker, der den Saft herauszieht. Von diesem Sirup nimmt man täglich 4-6 El. ein. Statt des Zuckers kann auch Honig verwendet werden, der wegen seiner leicht antibiotischen Eigenschaften die Wirkung des Saftes noch unterstützt. Der Rettichsirup muss jeden Tag neu hergestellt werden, da er leicht schimmelt.

 

Zwiebel: Kandiszucker und 1 klein gehackte Zwiebel werden in etwas Wasser aufgekocht, bis sie eingedickt sind. Auch dieser Sirup wirkt schleimlösend. Kinder nehmen davon alle 2 Stunden 1 TI., Erwachsene entsprechend 1 El.

Knoblauchwein: Pfarrer Johann Künzle (1857-1945), der die Kräuterkunde wiederbelebt hat, empfahl Knoblauch in Wein zur Erleichterung des Hustens. Der Saft einer Knoblauchzehe wird in 1/2 l trockenen Weißwein kurz aufgekocht. Davon trinkt man stündlich einen Schluck.

Senf- und Quarkwickel: 6-7 El. Senfmehl werden zu einem Wickel aufbereitet (Angina) und auf Brust und Rücken gebunden. Spätestens nach 20 Minuten muss der Wickel abgenommen und kann nach zwei Tagen wiederholt werden. Die Bronchitis kann jedoch schon nach der ersten Anwendung spürbar abheilen.

Ein ähnlicher Wickel lässt sich mit Magerquark herstellen, dem einige Tropfen Essig beigegeben werden und so viel Milch, dass er streichfähig wird (siehe unter Angina). Der Wickel wird abgenommen, wenn der Quark ausgetrocknet ist und kann beliebig wiederholt werden. Beide Wickel ziehen die Entzündung aus der Brust heraus.

Warnungen: Bei schwereren Entzündungen der Bronchien sollte ein Arzt oder Heilpraktiker den Verlauf überwachen. Ist die Bronchitis chronisch, muss die Ursache dafür herausgefunden und behandelt werden.




Calciummangel

Vor allem für die Knochen, die Zähne und in der Schwangerschaft braucht der Körper viel Calcium. Dieses Element ist unter anderem in Knochen, dem Panzer von Meerestieren und Eierschalen enthalten. Nicht jeder mag Knochen oder Hummer- und Krabbenscheren zerbeißen. Einfacher lässt sich das Calcium aus Eierschalen erschließen. Man zerstößt sie mit einem Mörser zu Pulver und gibt etwas Zitronensaft hinzu, der dem Körper die Aufnahme des Calciums erleichtert. Von diesem Gemisch nimmt man täglich 1 TI. ein. Es stärkt auch die Fingernägel und kräftigt das Haar.




Diphterie siehe Angina




Durchblutungsstörungen

Lagern sich Kalk- und Fettpartikel aus dem Blut an den Gefäßwänden ab, werden die Gliedmaßen nicht mehr richtig durchblutet. Vor allem die Arterien sind davon betroffen, daher auch der Begriff Arteriosklerose. Bei den Älteren leiden vor allem die Männer unter Durchblutungsstörungen, bei den Frauen sind es meistens die jüngeren. Ihre Blutgefäße verändern sich, sie neigen zu Krämpfen, die durch Kälte oder seelische Erregung ausgelöst werden können. Die Störungen äußern sich zuerst in:

  • Schmerzen,
  • Kälte- und Schweregefühl,
  • Lähmungen,
  • rascher Ermüdbarkeit.

Zeichen einer fortgeschrittenen Durchblutungsstörung können sein:

  • brüchige Nägel,
  • Haarausfall,
  • schlecht ernährte Haut (trocken, faltig, rissig, blass, taub und verfärbt),
  • Muskelschwäche,
  • schlecht heilende Wunden,
  • Geschwüre und das
  • Absterben von Organen, Organteilen oder Geweben.

Durchblutungsstörungen sollten ernst genommen werden. Es gibt einige Möglichkeiten, ihnen im Anfangsstadium mit Hausmitteln zu begegnen und sie sogar zu beseitigen. Im fortgeschrittenen Stadium lassen sich die Beschwerden damit lediglich lindern.

Behandlung: Achten Sie auf salz- und fleischarme Ernährung. Gemüse, Salate und frisches Obst belasten den Körper nicht so sehr mit schwer abbaubaren Stoffen, die sich in den Arterien ablagern (siehe Krampfadern). Die Haut der Hände und Füße wird stets weich gepflegt, Verhornungen fühlen sich immer taub an. Generell sollte eine Unterkühlung der Gliedmaßen vermieden werden (z. B. Barfußlaufen nur auf warmen Böden), Wunden müssen gründlich gepflegt werden, gerade wenn sie wegen einer schlechten Durchblutung nur langsam heilen.

Wer viel mit übereinandergeschlagenen Beinen sitzt, behindert den Fluss des Blutes. Auch Nikotin verengt die Gefäße. Statt zu rauchen, empfehlen sich daher Spaziergänge an der frischen Luft, Ballspiele, Tischtennis und andere, nicht zu strapaziöse sportliche Betätigungen.

Leichte gymnastische Übungen: Man steht aufrecht, stellt die Beine parallel, hebt die Fersen so weit wie möglich vom Boden und lässt sie dann wieder sinken. Das gleiche geschieht anschließend mit den Vorfüßen. Nach 1-3 Minuten hebt man wieder die Fersen und versucht, in die Hocke zu gehen, also die Knie zu beugen. Dieses Training wiederholt man 2-3mal täglich.

Massagen: Die schlecht durchbluteten Gliedmaßen werden täglich mehrmals mit einer Bürste und Massageöl massiert. Man kann diese Behandlung auch mit Franzbranntwein, Ameisenspiritus oder Maiskeimöl unterstützen, das einmassiert wird.

Ansteigende Arm- und Fußbäder: Bei arteriellen Gefäßkrankheiten dürfen keine extrem kalten oder extrem heißen Anwendungen gemacht werden, da die Gefäße überbelastet werden und unerwünscht reagieren könnten. Ganzwaschungen mit Wasser, das mal mehr mal weniger warm ist, sind dennoch möglich. Die Durchblutung in den Armen und Beinen wird durch ansteigende Arm- oder Fußbäder verbessert.

Das Wasser in einer Wanne oder einem Eimer reicht bis unterhalb der Knie oder bis zur Mitte der Oberarme und ist am Anfang 30 Grad warm. Alle 5 Minuten wird heißes Wasser zugegeben und die gleiche Menge abgeschöpft. Der Wasserspiegel sollte konstant bleiben. Nach 20-25 Minuten ist das Bad beendet; das Wasser wird dann etwa 37 Grad warm sein. Man kann dem Wasser bei dieser Anwendung durchblutungsfördernde Pflanzen zufügen, beispielsweise Arnika, Rosmarin und Kastanie. Vor und nach dem Fußbad werden die Fußsohlen bzw. Handinnenflächen mit Rosmarinöl eingerieben.

Warnungen: Fortdauernde Durchblutungsstörungen können Zeichen ernster Erkrankungen der Gefäße sein, denen ein Arzt oder Heilpraktiker auf den Grund gehen sollte.




Durchfall

Durchfall begleitet viele Krankheiten. Er kann auch die Folge ungewohnter Ernährungsweise sein, wie zum Beispiel im Urlaub. Der Körper reagiert mit Durchfall auf verschiedene Gifte, zu denen bei vielen Menschen auch ein Übermaß an Kaffee und Alkohol gehören kann. Wer den ganzen Tag über in der Sonne gelegen hat und dann zu kalten Säften greift oder sich ungeschützt in einen kühlen Raum begibt, muss genauso mit Protesten seines Darmes rechnen wie nervöse Naturen in Stresssituationen.

Meistens lässt sich die unangenehme Wirkung ihrer Ursache zuordnen, und in der Regel ist der Durchfall bei Erwachsenen eine vorübergehende und dann harmlose Erscheinung - ein Fall für Hausmittel. Der Stuhl ist extrem dünn, eventuell schleimig; der Darm will mehrmals täglich entleert werden. Unangenehm sind vor allem krampfartige Leibschmerzen, die zusammen mit dem Durchfall auftreten können.

Behandlung: Zunächst lässt man die Sachen weg, die den Durchfall bewirkt haben könnten: Speisen und Getränke, Alkohol, Kaffee und Gewürze. Gegen die Leibschmerzen hilft Wärme, sei es in Form von warmen Wickeln, als aufgelegtes Heizkissen oder als Wärmflasche.

Der Darm muss sich zunächst einmal ausruhen: Nehmen Sie also zunächst nur Zwieback, Suppen aus Haferschleim oder Weizenmehl zu sich. Bei stärkerem Durchfall sind 2-3 Tage Vollfasten und Bettruhe angemessen.

Der Flüssigkeitsverlust wird mit ungesüßten Kräutertees (Pfefferminz, Kamille) oder schwarzem Tee ausgeglichen. Cola-Getränke ziehen - vermutlich wegen bestimmter Gerbstoffe - die Magenschleimhaut zusammen. Vor allen Dingen bei Säuglingen und Kleinkindern sollen sie sich bewährt haben, wenn es um Durchfall geht. Auch eine Tasse heiße Milch, in die ein gestrichener TI. Muskatpulver gegeben wird, kann Abhilfe schaffen.

Geriebene Äpfel: Während große Mengen reinen Apfelsaftes den Durchfall ausgelöst haben können, wirkt der geriebene Apfel ihm entgegen. Man isst davon über den Tag verteilt 1 kg mit Schale, aber ohne Kerne. Der Brei reinigt den Darm und kann mit Eiweißschaum vermischt werden. Dazu trinkt man ungesüßten Pfefferminztee.

Heidelbeeren und Walderdbeeren: Eine Handvoll getrockneter Heidelbeeren werden bei Durchfall gekaut oder 3 El. davon in 1/2 l Wasser angesetzt und 10 Minuten gekocht. Davon trinkt man ein Likörglas. Ein gutes Mittel gegen den Durchfall sind auch Walderdbeeren, die 1:3 in Weingeist oder trockenem Weißwein ziehen. Von diesem Likör wird stündlich 1 El. eingenommen. Er wirkt desto besser, je länger die Walderdbeeren in der Flüssigkeit liegen; es sollten mindestens 3 Stunden sein.

Gewürznelken: 2-4 Nelken werden mit einer Tasse Wasser überbrüht, 10 Minuten ziehen gelassen, abgeseiht und getrunken. Zwiebelschalen: Zwiebeln sind vielseitig verwendbar. Eine Handvoll der Schalen wird in 1/2 l Wasser aufgekocht und 10 Minuten ziehen gelassen. Der Sud wird in 2-3 Portionen über den Tag verteilt getrunken.

Anis und Anisschnaps: Anis ist als Gewürz, Tee und als Schnaps ein Freund des Magens. In Griechenland gehört der Ouzo (etwa 1:1 mit Wasser verdünnt) zu den wichtigsten Getränken - vor dem Essen, nach dem Essen und zur gemütlichen Runde zwischen den Mahlzeiten. Man kann sich seinen Anisschnaps auch selbst zubereiten:

Man zerstampft dazu 30 g Anissamen im Mörser und lässt sie 2 Wochen lang in 0,7 l Korn ziehen. Dann wird der Ansatz durch ein Papierfilter oder ein sauberes Stofftuch abgegossen. Der Schnaps kommt dann in eine saubere Flasche. Als Hausmittel bei Durchfällen nehmen Erwachsene davon bei Bedarf 1-2 El.

Holzkohle: Holzkohle ist ein viel gepriesenes Mittel bei Durchfällen, das Schadstoffe und eventuell auch Magensäure bindet. Sie wirkt allerdings nur in großen Mengen, die den Magen einigermaßen füllen müssen. Man kann Holzkohle als Tabletten kaufen. Wer einen Grill oder einen Kamin zu Hause hat, kann sich den Gang zur Apotheke sparen - vorausgesetzt, er verbrennt Naturholz oder Holzkohle, die chemisch unbelastet ist. In der schwarzen Holzkohle oder im verkohlten Holz, das abgeschabt wird, finden sich ausreichende Mengen dieses Hausmittels, das vor dem Schlucken fein zerkaut wird.

Durchfall bei Kindern
Kindern kann mit einfachen Mitteln aus der Küche geholfen werden:

8 TI. Zucker und 1 TI. Salz werden in 1 l sauberem Wasser aufgelöst. Von dieser Flüssigkeit trinken Kinder je nach Alter innerhalb von 4-6 Stunden die folgenden Mengen:

  • 2-6 Monate 200-400 ml
  • 6-18 Monate 400-600 ml
  • 18 Monate - 3 Jahre 600-800 ml
  • über 3 Jahre 800-1000 ml

Die Mütter geben diese Flüssigkeit den Kindern zusätzlich zur normalen Nahrung, auch wenn sie stillen. Erwachsene trinken davon täglich 2-4 l.

In Bangladesh ist ein weiteres Rezept verbreitet: eine Handvoll Reis (ca. 25 g) wird zerkleinert und in sauberem Wasser eingeweicht. Die Paste wird anschließend in 1 l Wasser und mit 3 Prisen Salz gekocht. Kinder und Erwachsene nehmen davon die gleichen Mengen wie oben beschrieben. Dieser Brei gleicht nicht nur die verlorenen Stoffe aus, sondern ist nahrhaft und führt dem Körper Kohlenhydrate zu.

Warnungen: Hält der Durchfall länger als zwei Tage an, sollte der Arzt gerufen werden. Er wird auch feststellen, ob dem Durchfall eine ernste Infektion zugrunde liegt, z. B. Typhus. Bei einem Säugling kann ein Tag anhaltender Durchfall wegen der extremen Mineral- und Elektrolytverluste schon lebensgefährlich sein (siehe unter Säuglingskrankheiten).




Durst

Wer Durst hat und gesund ist, sollte trinken. Meiden Sie allerdings zuckerhaltige Getränke, da sie den Durst nur noch verstärken. Wer lange in der Sonne war, muss sich vor zu kalten Getränken in acht nehmen, da sie zu heftigem Durchfall führen könnten.

Wer auf dem Meer durstig wird, ist ähnlich gefährdet wie in einer Wüste, denn Meerwasser ist nicht trinkbar, da es dem Körper durch seinen Salzgehalt sogar Wasser entzieht. Auch das Rauchen vergrößert den Durst, ebenso Alkohol und bestimmte Nahrungsmittel. Für die Verdauung von Eiweiß benötigt der Körper die doppelte Menge Flüssigkeit wie für pflanzliche Nahrung.

Als Rettungsmaßnahme auf dem Meer empfehlen Überlebenskünstler, Fisch zu fangen und auszupressen. Sie haben diesen Trick von Fischern der Südsee abgeschaut. Aus Japan kommt der Hinweis, dass man das Durstgefühl schwächen kann, wenn man sich mehrmals auf die Zungenspitze beißt.

Das beste Mittel gegen Durst ist Wasser, das man nicht in großen Schlucken hinunterstürzen, sondern sich damit vorher den Mund spülen sollte. Auf Reisen kann man nicht immer mit keimfreiem Wasser rechnen. Wem die Chlortabletten und das Feuerholz zum Aufkochen des Wassers ausgehen, der kann klares Wasser und Holzasche 1:3 mischen. Nach 30-40 Minuten ist das Wasser keimfrei; die Holzkohle hat die Schadstoffe aufgenommen.


... von E gel bis H ühneraugen


Egel

Blutegel sind harmlose Ringelwürmer, die heute noch für medizinische Zwecke verwendet werden. So harmlos sie sind, so lästig können sie auch sein, wenn sie einen in größeren Mengen im Wald befallen. Man gibt Asche (eventuell mit Wasser vermischt) oder Salz auf die Egel. Das mögen sie nicht und fallen dann ab. Der Biss blutet ziemlich lange nach, weil die Egel einen Stoff absondern, der die Gerinnung des Blutes verhindert. Gekaute Tabakblätter oder eingespeichelter Zigarettentabak, den man auf den Egel gibt, löst ihn ebenfalls und stillt die Blutung.




Eisenmangel siehe Blutarmut




Erbrechen siehe Schwangerschaftserbrechen




Erfrierungen

Erfrierungen treten überwiegend an ungeschützten Körperstellen auf (Finger oder Nase). Auch zu enge Strümpfe, Schuhe und Handschuhe können bewirken, dass Füße und Hände nicht mehr richtig durchblutet werden. Durch Erfrierungen gefährdet sind vor allem alte Menschen, Schwache und Betrunkene. Der Alkohol täuscht nur ein Wärmegefühl vor, tatsächlich erweitert er die Blutgefäße und beschleunigt den Wärmeverlust.

Erfrierungen sind heimtückisch und werden oft nicht rechtzeitig bemerkt, weil die Kälte langsam einwirkt. Erfrorene Glieder sind sogar taub. Richtige Erfrierungen werden wie Verbrennungen in drei Gradkategorien eingeteilt. Man spricht auch von Erfrierungsverbrennung.

Behandlung: Bei begrenzten Erfrierungen 1. Grades wird das Kleidungsstück entfernt und der erfrorene Körperteil vorsichtig auf normale Temperatur gebracht. Dazu eignet sich das Abreiben mit Schnee, auf das der Körper mit einer verstärkten Durchblutung reagiert. Menschliche und tierische Wärme sind am besten geeignet, um einen unterkühlten Körper oder ein Körperteil wieder aufzuwärmen. Oder man wendet Wechselbäder an: 3-4 Minuten in 30 Grad, dann 30 Sekunden in 10-15 Grad warmem Wasser, wobei der Körperteil bewegt werden sollte. Nach der Wiedererwärmung wird er mit einem warmen, gut gepolsterten und locker sitzenden Verband abgedeckt.

Gegen schmerzende Frostbeulen helfen Kartoffeln, die in Scheiben geschnitten und gesalzen werden. Man lässt sie über Nacht stehen, bis sie schwarz werden, und reibt damit die Frostbeulen ein. Das wirkt schmerzlindernd. Zwiebelsaft, Olivenöl und Umschläge mit geriebenem Meerrettich, der 1:1 mit Wasser aufgekocht wird und über Nacht zieht, regen ebenfalls die Durchblutung wieder an. Eine Empfehlung für eine Salbe gegen Erfrierungen ist Linsenmehl in Schweineschmalz. Diese Salbe sollte jedoch immer frisch zubereitet und über Nacht abgedeckt stehen gelassen werden.

Bei extremen Unterkühlungen wird warm gebadet. Das Wasser ist zunächst 35 Grad warm, nach und nach wird immer mehr warmes Wasser dazugegeben, bis es 45 Grad misst. Arme und Beine werden außerhalb der Wanne gehalten, eventuell sogar abgebunden, damit das kalte Blut nicht zu rasch in den Körper zurückströmt und dort einen Herzstillstand verursacht. Der Nacken wird während des Bades immer warm gehalten.

Bei Auskühlung des ganzen Körpers bis unter 20 Grad muss der Kranke in einem warmen Raum vollständig entkleidet werden, wobei man die Kleidungsstücke aufschneidet. Unter Umständen ist eine Wiederbeatmung und Herzmassage als Erste-Hilfe-Maßnahme notwendig. Ein Arzt sollte die langsame Erwärmung durchführen. Das gilt auch für Erfrierungen 2. und 3. Grades einzelner Glieder. Sie werden ebenfalls entkleidet und mit erwärmten Tüchern oder einem gut gepolsterten Verband bedeckt.




Fieber

Die Körpertemperatur des Menschen beträgt zwischen 36,5 und 37,5 Grad. Höhere Körpertemperatur, die zudem mit Schwäche, Frösteln, Schweißausbrüchen oder Gliederschmerzen einhergeht, wird als Fieber bezeichnet. Fieber ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf eine Störung. Fieber bis 39 Grad sollte deshalb nicht gleich mit Tabletten oder Zäpfchen bekämpft werden. Im alten Ägypten wurde ein Kranker mit Fieber immer erst nach drei Tagen mit Medikamenten behandelt, damit der Körper die Chance hatte, sich selbst zu heilen. Gerade Kinder entwickeln über das Fieber Abwehrkräfte, die sie in ihrem ganzen Leben brauchen werden.

Behandlung: Hausmittel sollen Fieber in Grenzen halten, statt es zu vertreiben.

Kalte Wadenzwickel: Zwei Küchenhandtücher aus Leinen werden in kühles Wasser getaucht und faltenfrei von den Knien bis zu den Knöcheln um beide Unterschenkel gebunden. Die nassen Tücher werden dann mit einem trockenen Baumwolltuch bedeckt. Nach einer halben Stunde müssen die Wickel abgenommen werden, da sonst ein Wärmerückstau entsteht und das Fieber sogar steigen könnte. Nach 30 Minuten können sie wieder neu angelegt werden.

Vollbad: Gesunde Naturen können zu Anfang einer fieberhaften Erkrankung eine Schwitzkur machen. Sie legen sich 15 Minuten in eine Wanne mit Wasser, dessen Temperatur der ihres Körpers entspricht. Ohne sich abzutrocknen, schlüpfen sie dann in einen warmen Bademantel, legen sich ins Bett und decken sich warm zu. Nach einer halben Stunde muss die Schwitzkur abgebrochen werden, da der Kreislauf sonst zu sehr belastet wird. Erst nach drei Tagen darf diese Kur wiederholt werden. Dem Wasser kann man Heublumen und Obstessig beigeben.

Flüssigkeit zufuhren: Bei länger anhaltendem Fieber muss darauf geachtet werden, dass der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen wird. Man isst weniger, trinkt aber mehr - vor allem schweißtreibende Tees: z. B. Holunderblüten- und Lindenblütentee oder einen Tee aus Pfefferminze und Zitrone.




Filzläuse

Filzläuse treten vorwiegend in den Schamhaaren auf und heißen deswegen auch Schamläuse. Sie bevorzugen warme Körperregionen und können auch in den Achselhaaren überleben. Wenn sie sich in der Körper- und Bartbehaarung aufhalten, dann meist nur vorübergehend. Niemals halten sie sich in den Kopfhaaren auf.

Filzläuse werden normalerweise beim Geschlechtsverkehr von Mensch zu Mensch übertragen. Selten fängt man sie sich auf Toiletten ein, eher noch in schmutzigem Bettzeug. Außerhalb ihres eigentlichen Lebensraumes sterben sie innerhalb von 24 Stunden. Krankheiten werden durch sie nicht übertragen.

Allerdings können die kleinen Quälgeister ziemlich lästig werden - vor allem nachts, wenn sie Blut saugen wollen und es dabei heftig juckt. Sie kleben ihre weißen länglichen Eier an die Wurzeln der Scham- oder Achselhaare. Das Jucken und diese Nissen sind die wichtigsten Hinweise auf Filzläuse.

Behandlung: Filzläuse sind kein Grund zur Panik. Bei extremem Befall sollten die betroffenen Körperregionen vollständig enthaart werden, nicht zuletzt, um verbleibende Nissen sehen zu können. Ein Mittel gegen Filzläuse ist das Einreiben mit Petroleum, Spiritus oder Benzin. Da dadurch jedoch die Schleimhäute gereizt werden können, tun es auch Essigspülungen. Man nimmt dazu entweder Wein- oder Obstessig pur - für eine radikalere Kur - oder verdünnt 3 El. davon mit 1 l Wasser. Man sollte diese Spülungen mehrmals am Tag wiederholen, vor allem aber abends vor dem Schlafengehen.

Die Leib- und Bettwäsche wird die erste halbe Woche täglich gewechselt und gekocht. Aus den verbleibenden Nissen in den betroffenen Körperregionen schlüpft die nächste Generation. Die Kur muss deshalb nach 14 Tagen wiederholt werden.

Diese Behandlung müssen beide Partner konsequent durchführen, ansonsten werden die Filzläuse immer wieder neu übertragen.




Fingernägel, geringelt oder brüchig

Brüchige Nägel können häufig auf einen Calciummangel, mehr noch auf Eisenmangel, Durchblutungsstörungen, und eine Überfunktion der Schilddrüse zurückgeführt werden. Schwerwiegende Infektionen wie Hepatitis, Typhus und Malaria beanspruchen das Immunsystem sehr und können sich auch auf die Fingernägel auswirken. Die Nägel weisen dann winzige Furchen oder Wälle auf, die sie geringelt aussehen lassen. Wallstrukturen sind ein Hinweis auf einen Mangel an B-Vitaminen, wie sie in Bäcker-, Trocken- oder Frischbierhefe enthalten sind. Diese Hefen riechen und schmecken nicht sehr gut, doch regelmäßig 1 El. davon, in die Suppe gerührt, ergänzt den Vitaminhaushalt und unterstützt das gleichmäßige und gerade Wachstum der Nägel.




Fremdkörper

«Fremdkörper sind Körper, die eben dort sind, wo wir nicht wollen, dass sie da sind. Für sie ist das normal, weil sie nichts anderes tun, als dort fremd zu sein. Man selbst mag das aber nicht.» Vom Kindermund auf eine befremdliche Formel gebracht, sind Fremdkörper in erster Linie lästig. Fremdkörper bleiben in der Speiseröhre stecken, geraten ins Auge, in die Nase oder das Ohr - gerade bei Kindern.

Fischgräte verschluckt
Wer gerne Fisch isst, weiß mit Gräten umzugehen. Meist sind es Kinder, bei denen die feinen Gräten in der Speiseröhren stecken bleiben und sich festhaken. Kleine Gräten sind in der Regel harmlos. An der Nordsee werden die Kinder damit beruhigt, dass die Gräte schon wieder herauskommen wird: «Es kitzelt beim nächsten Mal auf dem Töpfchen.»

Wer auf eine verschluckte Fischgräte unnötigerweise mit Panik reagiert, kann einen Erstickungsanfall bekommen. Die Nerven zu behalten, ist also sehr wichtig. Da man die Gräte in der Regel nicht mit den Fingern oder einer Pinzette entfernen kann, hilft es, viel Sauerkraut zu essen. Das Kraut macht die Gräte mit ihrer Milchsäure mürbe und zieht sie in den Magen, wo sie dann verdaut wird.

Kirschkern in der Nase
Ein Kirschkern im Nasenloch könnte für ein Kind ebenfalls beunruhigend sein, insbesondere wenn es versucht, ihn herauszupuhlen, denn dann ist die Gefahr groß, den Kern weiter hochzuschieben. Wirkungsvoller ist, das andere Loch zuzuhalten und kräftig durch die Nase auszuatmen. Der Kern wird dabei hinausgeschnäuzt.

Insekt im Ohr
Ein Insekt im Ohr erstickt, wenn man Salatöl hineingibt. Nach einigen Minuten lässt es sich ausspülen.

Staub im Auge
Staubkörnchen im Auge reizen die Bindehaut und jucken. Augenspülungen mit Wasser könnten den Staub noch tiefer eindringen lassen. Und bei instinktivem Reiben des betroffenen Auges kratzt der Staub auf der Bindehaut. Wenn man trotzdem das betroffene Auge reiben will, dann vorsichtig und gleichmäßig zur Nase hin. Lassen Sie besser Tränen das Auge sauber spülen. Dazu reibt man nicht das betroffene, sondern das gesunde Auge. So fließen auf beiden Seiten Tränen. Den gleichen Effekt haben die Ausdünstungen einer frisch geschnittenen Zwiebel.

Kaktusnadeln und Splitter in der Haut
Wer einmal einen Kaktus angefasst hat, weiß die feinen Nadeln zu respektieren. Auch ein Holzsplitter, der sich in die Haut bohrt, ist unangenehm, doch er lässt sich meist mit einer Pinzette entfernen. Die vielen feinen Nadeln des Kaktus lassen sich auf diese Weise nicht beseitigen. Meistens reiben sie sich allerdings von selbst heraus. Wer nachhelfen möchte, kühlt die betroffene Hautstelle unter kaltem Wasser, gießt dann flüssiges Kerzenwachs darüber und schreckt es sofort unter kaltem Wasser ab. Das harte Wachs wird dann mit den feinen, eingeschlossenen Nadeln abgerissen.




Gallenbeschwerden

Gallensteine sind kristallisierte Galle und entstehen häufig nach Entzündungen der Gallenblase. Sie sind meistens der Grund für Gallenbeschwerden. Die Entwicklung der Steine wird durch zu fette Nahrung, chronische Verstopfung, Bewegungsmangel, chronische Magen- und Darmkatarrhe gefördert. Auch nach Schwangerschaften kann eine Neigung zu Gallensteinen entstehen. Nicht zuletzt kann die Veranlagung vererbt sein.

Größere Gallensteine bleiben häufig unbemerkt in der Gallenblase liegen, so dass viele Menschen nichts von deren Existenz wissen. Vor allem die kleinen Steinchen werden von der Galle durch die Gallengänge gespült, wo es dann zu vollständigen oder teilweisen Verstopfungen kommt. Schon Bewegungen der Steinchen können unangenehm sein. Staut sich die Galle zurück, entstehen schmerzhafte Koliken. Vor allem Frauen zwischen 30 und 60 Jahren leiden darunter.

Behandlung: Zur Linderung von Gallenbeschwerden und -steinleiden eignen sich feuchtheiße Leibauflagen mit Leinsamenbrei, Heilerde, der Kartoffelsack, wie sie ähnlich auch beim Abszess und bei der Blasenentzündung angewendet werden, oder ein lang andauerndes warmes Vollbad. Wer chronisch unter Gallensteinen leidet, sollte seine Ernährung umstellen. Statt fetter Speisen empfiehlt sich auch hier eine Kost aus Milchprodukten, Gemüse, Salat und Getreide mit Obst- und Safttagen.

Damit die Galle weiter fließt:
Sauerrahm mit 1 El. Meerrettich eine Stunde vor dem Essen zwingt die Gallenblase, sich zusammenzuziehen und zu entleeren. Ähnlich wirksam ist ein Eidotter, das mit Honig verrührt wird.

Zur Linderung der Schmerzen: Leinsamenbrei und Heilerde
6 El. geschroteter Leinsamen werden mit etwas heißem Wasser zu einem Brei verrührt und auf ein Leintuch gestrichen, das in heißem Wasser getränkt wurde. Dieses Tuch wird auf die schmerzende Lebergegend gelegt und mit zwei trockenen Wolltüchern bedeckt. Die Auflage wird erneuert, sobald sie abgekühlt ist. Statt der Leinsamen kann auch Heilerde verwendet werden.

Tees gegen Steinbildung
Die folgenden Tees können als 10mal Tagekur 3-4mal im Jahr angewendet werden und wirken einer Gallensteinbildung entgegen. Man sollte die Mittel nicht mischen, sondern sich für eines von ihnen entscheiden.

Löwenzahn: 30-40 g Blätter werden in 1/2 l Wasser aufgekocht und 10 Minuten ziehen gelassen. Davon trinkt man ein Glas vor jeder Hauptmahlzeit.

Schwarzer Rettich: Der Saft von einem kleinen schwarzen Rettich wird ohne Salz vor dem Mittag- und Abendessen getrunken.

Warnungen: Gallenkoliken treten plötzlich auf und werden oft durch Aufregung ausgelöst. Nicht umsonst heißt es, dass jemandem die Galle überläuft. Bei einer akuten Kolik sollte der Kranke keine feste Nahrung zu sich nehmen und höchstens heißen Pfefferminztee trinken. Die Schmerzen im rechten Oberbauch können bis in die Schulter ausstrahlen. Leber und Galle sind druckempfindlich; der Leib kann aufgetrieben sein, man meint, erbrechen zu müssen, und tut es gar. Vielleicht ist dann ein Gallengang total verschlossen. Die Folgen können Gelbsucht und eine Gallenblasenentzündung sein. Man sollte deshalb bei Koliken unbedingt einen Arzt rufen und sich bis zu seinem Eintreffen gut zugedeckt und flach hinlegen. Die Hausmittel helfen, Schmerzen zu lindern.




Gelbsucht

Eine Gelbsucht kommt nie allein. Sie ist die Folge anderer Störungen, z. B. der Leber (Hepatitis) oder Gallenblase. Zuerst wird dabei das Weiße in den Augen gelb. Diese Färbung greift später auf die Haut über. Ob man Fieber hat, Kopfschmerzen und Druck im Oberbauch verspürt, sich schwach und appetitlos fühlt usw., hängt von der Grundkrankheit ab (siehe auch Gallenbeschwerden und Leberschwäche). Diese Grundkrankheit muss behandelt werden, damit die Gelbsucht verschwindet.

Behandlung: Zunächst gilt es, die Leber zu unterstützen, da sie indirekt immer an einer Gelbsucht beteiligt ist bzw. durch sie belastet wird, auch wenn sie vollkommen gesund sein sollte. Auf Salz und Gewürze verzichtet man daher, ebenso auf Alkohol, Nikotin, Kaffee und Süßwaren. Die Nahrung sollte möglichst fettarm, am besten sogar fleischlos, abwechslungs- und vitaminreich sein. Mit der Gelbsucht tritt häufig ein Juckreiz auf, den man mit Essig- oder Zitronenwasser lindern kann (siehe Jucken/Juckreiz). Ansonsten hat sich vor allem der Löwenzahn zur Unterstützung der Leber und Gallenblase bewährt. Löwenzahn: 60-70 g Blätter und zerkleinerte Wurzeln des Löwenzahn werden in 1 l Wasser angesetzt. Nach 1 Stunde wird die Mischung langsam aufgekocht, vom Herd genommen und 15 Minuten ziehen gelassen. Man siebt sie durch und trinkt vor jeder Mahlzeit ein Glas davon.

Löwenzahnmischung: Je 1 TI. Löwenzahnwurzel, Melisse und Majoran werden mit einer großen Tasse siedenden Wassers überbrüht. 10 Minuten ziehen lassen. Morgens und abends vor dem Essen trinken.

Warnungen: Gelbsucht ist immer ein Zeichen fortgeschrittener Grundkrankheiten. Wird sie nicht richtig behandelt, kann zum Beispiel die Leber dauerhaft erkranken. Bei Gelbsucht sollte daher immer der Arzt hinzugezogen werden.




Gerstenkörner

Das Gerstenkorn ist eine Entzündung des oberen oder unteren Augenlidrandes. Zunächst ist die Stelle lediglich gerötet, schwillt dann aber an. In den Talgdrüsen sammelt sich Eiter, der hart wird und sich über mehrere Tage zu der Größe eines Gerstenkornes zusammenzieht. Die Entzündung ist zwar schmerzhaft, heilt aber in der Regel von selbst ab, nachdem sich der Eiter entleert hat.

Gerstenkörner können über Monate hinweg an beiden Augen auftreten. Wodurch sie hervorgerufen werden, weiß man bis heute nicht.

Behandlung: Ein Gerstenkorn heilt in der Regel von selbst aus. Ein Hausmittel, das diesen Prozeß unterstützt, sind Kamillenbäder: Man kocht Kamillenblüten in einer Tasse Wasser auf, tunkt ein Tuch hinein und betupft damit das betroffene Augenlid. Anschließend wird etwas reiner natürlicher Bienenhonig auf die entzündete Stelle aufgetragen. Honig lindert den Schmerz und wirkt leicht antibiotisch.

Man kann die Entzündung auch vom Auge wegziehen, indem man an anderen Körperstellen eine künstliche Entzündung hervorruft. Dazu legt man sich Senfwickel (siehe unter Angina) um die Fußgelenke. Die Haut unter dem Winkel darf nur erröten, nicht aber verbrennen - auch wenn diese natürliche Verbrennung keine Narben hinterlässt und komplikationsfrei abheilt. Spätestens nach 20 Minuten wird der Senfwickel abgenommen und frühestens nach 2 Tagen wiederholt.




Grippe

Grippe kommt aus dem Französischen und bedeutet Grille oder Laune, weil sie unberechenbar ist und einen in der Regel plötzlich erwischt. Schuld an Epidemien, in denen die Grippe auftreten kann, sind Viren, die bei einer echten Grippe sehr aggressiv sind. Die Grippe unterscheidet sich daher erheblich von einer unklaren, fieberhaften Erkältung, die man besser als grippalen Infekt einstuft.

Bei einer echten Grippe steigt das Fieber schnell an und geht mit Schüttelfrost einher; das Krankheitsgefühl wird durch Kopf-, Kreuz- und Gliederschmerzen noch verstärkt. Schließlich entzünden sich die Schleimhäute, Nase, Rachen, Luftröhre und Augen. Reizhusten und Schnupfen, brennende und tränende Augen, wenn die Bindehaut mit angegriffen sein sollte, gehören zu den auffälligen Anzeichen einer Grippe. Das Unwohlsein bleibt, auch wenn der erste Fieberschub nach 2-4 Tagen abgeklungen ist. Nach weiteren zwei Tagen steigt die Temperatur erneut. Die Grippe verschwindet dann ohne weitere Komplikationen oder leitet neue Entzündungen anderer Organe ein.

Behandlung: Die Behandlung einer Grippe erfordert vor allem Geduld. Man hat lediglich die Wahl, ob sie 14 Tage oder zwei Wochen dauert.

Grippe ist ansteckend, und deshalb gehört man mit ihr ins Bett, auch drei Tage noch, nachdem das Fieber abgeklungen ist. Wer zu früh aufsteht, muss mit Rückfällen oder schweren Folgen rechnen.

Während der Fieberphase isst man wenig, damit der Körper seine Kräfte auf die Viren und nicht auf den übervollen Magen konzentriert. Zitrusfrüchte und Obstsäfte sind reich an Vitamin C und sollten in großen Mengen gegessen und getrunken werden. Klingt das Fieber ab, kann man langsam zu Normalkost übergehen.

Weitere Mittel gegen die Begleiterscheinungen: siehe unter Angina und Bronchitis.

Warnungen: Eine Grippe muss unbedingt ausgeheilt werden. Mit dem zweiten Fieberschub kann zwar der Berg überwunden sein, aber er kann auch Entzündungen der Stirnhöhlen, Mittelohren, Lungen, des Herzmuskels, der Gehirnhaut, Erbrechen, Durchfall u.v.a. ankündigen. Gerade weil die Grippe epidemisch auftritt und die Virusstämme die Krankheit unterschiedlich verlaufen lassen, sollte man sich bei einer Grippe auch von einem Arzt beraten lassen.




Halsschmerzen siehe Angina und Kehlkopfentzündung




Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind Krampfadern am After. Gerade dort werden sie von vielen als peinlich empfunden; man lässt sie ungern untersuchen und behandeln. Dabei sind diese erweiterten Venen oberhalb des Schließmuskels im Mastdarm und am äußeren Rand des Schließmuskels so weit verbreitet, dass schon auffällt, wer nicht wenigstens kleinere Hämorrhoiden hat.

Hämorrhoiden erscheinen als weiche Knötchen, die sich beim Pressen fühlen und wegdrücken lassen, was Jucken und Brennen hervorrufen kann. Platzen sie, fließt Blut und es schmerzt. Chronische Hämorrhoiden können wegen des Nässens und der Verunreinigung durch Kot zu einem Analekzem führen.

Die Hauptursachen für dieses Leiden: Man sitzt zu viel, isst zu wenig ballaststoffreiche Nahrung - und die auch noch zu schnell und unregelmäßig. Neben häufiger Verstopfung kann auch eine ererbte Bindegewebsschwäche Hämorrhoiden verursachen.

Behandlung: Vor allem der Stuhl muss wieder locker abgehen, damit man nicht zu sehr presst und die Venen strapaziert. Regelmäßige Spaziergänge und Sport beleben den Stoffwechsel und trainieren das Bindegewebe des ganzen Körpers. Die Nahrung sollte viel Ballaststoffe enthalten (z. B. Vollkornbrot). Man kann aber auch seinem Salat 1-2 El. Weizenkleie oder Leinsamen beimischen, die für einen weichen und regelmäßigen Stuhlgang sorgen.

Milchzucker: Homöopathen verwenden Milchzucker als Grundlage für ihre Medikamente. Milchzucker kann man aber auch so in der Apotheke kaufen. Es ist ein vielseitiges Hausmittel und nicht sehr süß. Wer 2-3mal täglich 1 El. zum Süßen seiner Speisen und Getränke verwendet, kann damit den Stuhlgang regulieren, seine Darmflora wieder aufpäppeln und fit halten.

Kamillenbäder: Vor allem für schmerzhafte Hämorrhoiden eignen sich Bäder mit Kamille. Eine Handvoll Blüten wird mit 2 l Wasser gekocht und 15 Minuten ziehen gelassen. Die Kamille wird anschließend abgesiebt und der Sud einem zehnminütigen Sitzbad mit lauwarmem Wasser beigegeben. Das Bad hemmt Entzündungen und fördert die Durchblutung.

Arnika: Ähnlich wie Kamille eignet sich Arnikatinktur (siehe Bluterguss) für Waschungen des Afters. Mit der 1:3 verdünnten Tinktur wird der After nach jedem Stuhlgang gewaschen. Oder man richtet sich mit 2 El. der Tinktur auf 2 l lauwarmes Wasser ein Sitzbad an.

Eichenrinde: Mit zerkleinerter Eichenrinde lässt sich ein desinfizierendes und zusammenziehendes Bad gegen Hämorrhoiden anrichten. 2-3 El. der Rinde werden mit 1 l kaltem Wasser angesetzt angesetzt und langsam zum Kochen gebracht. Nach fünf Minuten wird die Rinde abgeseiht. Wenn das Wasser auf 40 Grad abgekühlt ist, wird es einem Sitzbad beigegeben, das einmal am Tag 10-20 Minuten dauern sollte.

Waschen nach jedem Stuhlgang: In Europa macht man sich nach dem Stuhlgang hauptsächlich mit Toilettenpapier sauber. Anders in vielen asiatischen und afrikanischen Ländern. Dort wird der After nach jedem Stuhlgang mit Wasser gewaschen. Dazu spült man mit einem kleinen Gefäß Wasser die Gesäßspalte hinunter, während man sich mit der anderen Hand wäscht. Mit dem Klopapier tupft man sich bestenfalls trocken.

Diese Toilettenkultur ist für uns Europäer gewohnheitsbedürftig, weil die meisten nichts anderes kennen als Klopapier. Doch gerade die Waschungen mit kaltem Wasser nach jedem Stuhlgang beugen Hämorrhoiden vor. Außerdem kann man dem Wasser einen Spritzer Obstessig beifügen, der eine desinfizierende und Juckreiz stillende Wirkung hat.

Warnungen: Geplatzte Hämorrhoiden sind nicht nur lästig, sondern auch gefährlich. Sie können unter anderem zu Geschwüren, Vernarbungen, Ekzemen und zur Verengung des Analeingangs führen. Klingen die Beschwerden nicht ab, sollte ein Arzt oder Heilpraktiker aufgesucht werden.




Harnverhalten siehe Prostatabeschwerden




Herzbeschwerden, nervöse

Ist das Herz gesund und trotzdem empfindet man Herzklopfen und -stechen, hat Beklemmungsgefühle und ist druckempfindlich auf der Brust, dann spricht man von nervösen Herzbeschwerden. In der Regel treten sie nicht dauernd auf, sondern anfallsartig und weniger klar begrenzt. Aufregung und körperliche Anstrengungen können diese Beschwerden bei empfindlichen Personen hervorrufen, ebenso Speisen und Getränke (Tee, Kaffee, Wein, Bier) oder alles zusammen. Gefördert werden die nervösen Herzbeschwerden durch falsche Ernährung, Vitamin- und Mineralmangel, Blutarmut und sonstige Stoffwechselstörungen. Wer allgemein unter Nervosität leidet, aber auch Frauen während der Menstruation und in den Wechseljahren können davon betroffen sein.

Das Herz ist sehr empfindlich und reagiert - gleich einem Sinnesorgan - auf Aufregung, Freude, Ärger, Angst oder organische Einflüsse: Es ändert seinen Schlag.

Die Angst vor einem Herzfehler und den Folgen daraus können die nervösen Beschwerden verschlimmern, ja sogar Todesangst hervorrufen, auch wenn der Betroffene weiß, dass er organisch voll kommen gesund ist. Die teils hysterisch wirkenden Reaktionen sollte man in diesem Sinne deuten und ihnen verständnisvoll begegnen.

Behandlung: Nervöse Herzbeschwerden sind immer ungefährlich und geradezu ein Beweis für die Lebenskraft, die sich abreagieren möchte, um zu einer neuen Harmonie zurückzufinden. Malen, Basteln und Musizieren, jede kreative Äußerung kann diese Beschwerden abbauen, die eigenen Fähigkeiten bestätigen und zu neuen Ideen führen. Durch einen gleichmäßigen Tagesablauf werden Stress und Aufregung in Grenzen gehalten und die eigenen Kräfte besser eingeteilt. Diese Gleichmäßigkeit kann man sich mit einem Mittel aus der Schule anerziehen: Mit einem Stundenplan über dem Schreibtisch oder am Küchenschrank lernt man wieder, seinem Alltag einen bestimmten Rhythmus zu geben.

Das bewusste Essen und Trinken trägt ebenfalls zu einem Lebensrhythmus bei, auf den das Herz positiv reagiert. Man sollte sich an eine gut abgestimmte Mischkost mit ausreichend Vitaminen und Mineralien gewöhnen: viel Gemüse, Salate und frisches Obst, Vollkornprodukte, Müslis, Obst- und Gemüsesäfte. Sie sorgen auch für einen regelmäßigen Stuhlgang. Fleisch und Wurstwaren, Süßigkeiten, Kaffee, Nikotin und Alkohol werden vom Speiseplan und der Liste lieb gewordener Laster gestrichen.

Der ruhige und gleichmäßige Tagesablauf sollte allerdings auch Phasen enthalten, in denen man sich bewusst trainiert, falls das Herzklopfen auf Nervosität zurückzuführen ist. Ausgedehnte Spaziergänge an frischer Luft und Sport in Maßen tun wohl und tragen zu einer körperlichen und seelischen Ausgeglichenheit bei.

Bei plötzlichen Beschwerden helfen kalte und Wechselfußbäder (siehe Krampfadern und Nervosität) und warme Vollbäder (siehe Nervosität).

Kaltes Armbad: Die Arme werden von den Händen bis zur Mitte des Oberarms 20-30 Sekunden in 15-20 Grad kaltes Wasser getaucht. Sie werden danach nicht abgetrocknet, sondern durch Bewegung erwärmt und getrocknet.

Die Bäder können täglich wiederholt werden. Sie entspannen und kräftigen, sind aber nur bei nervösen Herzbeschwerden, Erregung, Erschöpfung und Schlaflosigkeit geeignet. Wer zu hohem Blutdruck, hoch/niedrig und zu Herzkrämpfen neigt, darf diese Bäder nicht anwenden

Massagen: Die Massage des Rückens und der Herzgegend wirkt nervösen Beschwerden ebenfalls entgegen.

Rot- und Weißwein: «Trinke Wein, und du wirst gesund sein!» soll der alte Hippokrates gesagt haben. Tatsächlich kräftigt Wein das Herz und die Gesundheit - in geringen Mengen getrunken. Das tägliche «Viertele» im Schwabenland ist sprichwörtlich und wird am besten auf 2/8 l über den Tag verteilt.

Herzwein: 30 g Petersilienstängel werden in einer Flasche Rotwein gut verkorkt zwei Wochen ziehen gelassen. Der Wein wird dann durch ein Sieb gegossen und wieder in die saubere Flasche zurückgeschüttet. Ein Likörglas davon morgens und abends kräftigt das Herz.

1/4 l dieses Weines mit 2 Tl. Honig und 2 Eigelb verrührt sind, schluckweise über den Tag getrunken, ebenfalls ein gutes Stärkungsmittel.

Warnungen: Lassen die Herzbeschwerden nicht nach, ist eine genaue Untersuchung durch den Arzt oder Heilpraktiker empfehlenswert. Es beruhigt, wenn eine organische Störung sicher ausgeschlossen werden kann und es sich tatsächlich um nervöse Herzbeschwerden handelt, bei denen die Hausmittel - vielleicht kombiniert mit intensiven therapeutischen Gesprächen - zum Zuge kommen.




Hexenschuss

In der modernen Medizin spricht man von Lumbago. Das ist kein neuer lateinamerikanischer Tanz, der einem eher schwer fallen dürfte. Und es ist auch kein karibisches Mixgetränk mit Rum aus Jamaika. Es ist der gute alte Hexenschuss - und tut genauso weh. Der Hexenschuss ist ein Paradebeispiel für den Dämonenglauben in der Volksmedizin. Hexen galten als böse Mächte, denen vieles zugeschrieben wurde, was schadet, zum Beispiel den Menschen einen Schuss versetzen, der plötzlich stechende Schmerzen in der Lenden- und Kreuzgegend verursacht. Das Drehen und Bücken, alle Bewegungen des Körpers tun weh, wenn sie nicht gar unmöglich sind. Der Hexenschuss trifft unvermittelt - mitten in einer abrupten Bewegung oder wenn die Rückenmuskulatur besonders stark beansprucht wurde.

Die Ursache des «Hexenschusses» sind Veränderungen der Wirbelsäule und Bandscheibenschäden. Die unteren Gliedmaßen sind fehlgeformt, die Füße geknickt, gesenkt, platt, die Beine stehen nicht richtig zum Unterkörper und belasten die Wirbelsäule.

Man unterscheidet akute und chronische Kreuzschmerzen. Die akuten treten plötzlich auf, wenn ein Wirbelgelenk aus seiner normalen Position herausspringt, blockiert und einen Nerv einklemmt. Ein Grund dafür kann die schwache und zeitweise überlastete Rückenmuskulatur sein. Oft lösen offensichtliche, äußere Faktoren die Kreuzschmerzen aus: man hat beispielsweise zu schwer gehoben oder sich im Sport überfordert.

Wer unter chronischen Kreuzschmerzen leidet, hat seinen Rücken übermüdet und die Muskulatur dauernd überfordert. Falsche Ess- und Sitzgewohnheiten über Jahre können Gründe dafür sein. Sie werden selten bewusst wahrgenommen und deshalb zu den direkt oder indirekt wirkenden inneren Faktoren gezählt. Auch dauernde Unterkühlungen des Rückens durch zu dünne Kleidung bei niedrigen Temperaturen oder Zugluft gehören in diese Kategorie, da der Körper langfristig mit Schmerzen auf diese Reize reagiert.

Wer unter chronischen Kreuzschmerzen leidet, hat seinen Rücken ermüdet und die Muskulatur dauernd überfordert. Das wird dann als «innerer» Faktor gewertet (siehe unter Ischias und Rückenschmerzen).

Behandlung: Entlasten Sie Ihren Rücken: Bettruhe in Rückenlage mit angewinkelten, hochgelegten Beinen entspannt die Muskulatur. Wärme in Form von heißen Auflagen, Einreiben und Massagen, heiße oder Bäder mit ansteigenden Temperaturen entspannen ebenfalls. Der Rücken trägt immer, auch ohne zusätzliche Belastung, das Gewicht des eigenen Körpers. Wer also zu dick ist, belastet damit auch Wirbel, Muskeln und Bänder. Hier heißt es abspecken (siehe Übergewicht).

Einreibungen und Massagen: Man reibt das Kreuz bis zum Steißbein und die Oberschenkel bis zu den Knien mit Franzbranntwein, Kampfer-, Senf-, Lavendel- und Ameisenspiritus ein und massiert anschließend die schmerzenden Partien. Johanniskrautöl ist ebenfalls ein gutes, schmerzlinderndes Hausmittel, man darf nach einer Einreibung damit nur nicht in die Sonne gehen, weil die Haut lichtempfindlich wird.

Auflagen: Als wärmende Auflage eignet sich ein Heizkissen, besser noch eine Wärmflasche. Der Rücken kann auch angedampft werden. Man stülpt dazu einen Schlauch über die Tülle einer Teekanne, in der sich Kamillenblüten in kochendem Wasserbefinden. Mit dem Schlauch leitet man vorsichtig den Dampf über die Rückenpartien. Anschließend legt man sich gut eingehüllt ins Bett. Als heiße Auflage empfiehlt sich auch hier der Kartoffelsack (siehe unter Blasenentzündung), den man am besten abends auflegt und öfter erneuert.

Heiße Wickel: Vor allem für den Abend eignen sich auch heiße Wickel. 20 g Kochsalz werden mit 1 I Wasser aufgekocht. Dann wird ein größeres Leintuch damit getränkt und so heiß wie erträglich und faltenlos um Kreuz und Bauch gelegt; darüber kommt ein Wolltuch. Legen Sie sich anschließend dick eingehüllt ins vorgewärmte Bett. Der Wickel kann nach 30 Minuten abgenommen werden. Man schwitzt noch einmal die gleiche Zeit nach und wäscht sich dann kalt ab, bevor man sich wieder hinlegt.

Ansteigendes Halbbad: Setzen Sie sich in eine mit 35 Grad warmem Wasser gefüllte Badewanne. Das Wasser sollte nur bis zum unteren Rippenbogen reichen. Geben Sie alle fünf Minuten heißes Wasser hinzu und schöpfen Sie gleichzeitig Wasser ab, damit der Wasserstand unverändert bleibt. Nach 20 Minuten ist das Sitzbad auf etwa 45 Grad erwärmt. Verweilen Sie weitere 5-10 Minuten darin und schwitzen Sie 30 Minuten im Bett nach, bevor Sie sich kalt abwaschen. Während des Bades kann man sich den Rücken mit einer Bürste massieren. Auch das Trockenbürsten nach dem letzten Waschen durchblutet den Rücken und entkrampft die Muskulatur. Probieren Sie aus, ob es Ihnen auch bei Schmerzen guttut.

Warnungen: Chronische Kreuzschmerzen können eine Änderung der gesamten Lebensführung notwendig machen. Unter Umständen muss man die Arbeit wechseln und bei Übergewicht die Ernährung umstellen. Gymnastische Bewegungen sollten von einem fachkundigen Therapeuten angeleitet werden. Lassen Sie sich auf jeden Fall von einem Arzt gründlich untersuchen und beraten.




Hitzschlag

Beim Hitzschlag staut sich die Hitze im Körper. Das geschieht auch, wenn die Sonne indirekt wirkt, z. B. hei Schwüle und stehend warmer Luft. Der Hitzestau entsteht, wenn man trotz körperlicher Anstrengung zu wenig schwitzt. Erste Anzeichen sind Kopfschmerzen, Schwäche- und Schwindelgefühle, die Angst, ohnmächtig zu werden. Deutlichere Indizien für einen Hitzschlag sind Übelkeit, Erbrechen und schließlich der Zusammenbruch des Kreislaufs.

Behandlung: Wem ein Hitzschlag droht, der muss sofort in einer möglichst kühlen und luftigen Umgebung mit erhöhtem Kopf und freiem Oberkörper flach gelagert werden. Feuchtkalte Tücher (möglichst Eispackungen) werden auf Nacken, Stirn und Brust gelegt und um Arme und Beine gewickelt. Man kann statt dessen auch kühles Wasser über die Gliedmaßen und den Oberkörper gießen und mit Tüchern Luft zufächeln (siehe auch Sonnenstich).

Warnungen: Dem Kreislaufzusammenbruch beim Hitzschlag kann eine Ohnmacht und sogar der Tod folgen. Die Hinweise oben sind Maßnahmen für die Erste Hilfe. Bei schwerer Bewusstlosigkeit können künstliche Beatmung und Herzmassage notwendig werden. Auf jeden Fall muss ein Arzt oder ein Rettungsdienst für den Transport ins Krankenhaus alarmiert werden. Nur wenn keine ärztliche Hilfe verfügbar ist, sollten Laien diesen Transport selbst übernehmen.




Hüftweh siehe Ischias




Hühneraugen

Hühneraugen sind Hornverdickungen an den Füßen. Sie entstehen vor allem an Hautstellen, unter denen sich Knochen befinden und die durch zu enge Schuhe ständigem Druck ausgesetzt sind.

Behandlung: Zunächst sollten Sie Ihre zu engen und drückenden Schuhe ausrangieren. Lassen Sie sich von einem guten Schuster oder Schuhfachverkäufer beim Kauf neuer Schuhe beraten.

Auf die Hühneraugen legt man eine halbierte und entkernte Rosine, deckt sie mit Watte und Pflaster ab und lässt sie 24 Stünden einwirken. Den Verband 3 Tage lang wiederholen; das Hühnerauge löst sich dann ab.


... von I schias bis N ierenentzündung)


Ischias

Ischialgie ist eine sogenannte Neuralgie, bedeutet Hüftweh und wird allgemein kurz Ischias genannt. Das Hüftweh ist eines der häufigsten Nervenleiden. Der Ischiasnerv verläuft auf beiden Seiten der Lendenwirbelsäule über das Gesäß durch die Beine bis in die großen Zehen. Er wird auf dieser Strecke mechanisch sehr beansprucht und ist kälteempfindlich.

Dieses Hüftweh wird gefördert, wenn die Beine überanstrengt werden, wenn Sie zu lange unbequem sitzen oder sich Zugluft aussetzen. Die Schmerzen beginnen gewöhnlich in der Lenden- und Kreuzgegend und folgen dann dem Nerv durch die Rückseite des Oberschenkels bis zum Knöchel. Anders als bei sonstigen Neuralgien treten die Schmerzen ständig auf und verschlimmern sich bei Druck, unbequemer Lage des Beines und Kälte noch.

Das Hüftweh hält meistens mehrere Monate an und kann sogar dazu führen, dass man in der Zeit vollkommen bettlägerig wird oder nur unter großen Schmerzen gehen kann. Die Wahrscheinlichkeit, einen Rückfall zu erleiden, ist groß, erst recht, wenn man nicht das vermeidet, was das Hüftweh ursprünglich bewirkt hat.

Behandlung: Ähnlich dem Hexenschuss ist in den Tagen, an denen das Hüftweh am stärksten ist, Ruhe und Wärme wichtig. Nach dem Abklingen der schlimmsten Schmerzen sollte man sich mit Massagen, Gymnastik und Kaltwasserbehandlungen abhärten. Als Ergänzung zu den Mitteln, die auch beim Hexenschuss wirken, bietet sich zu Hause das heiße Vollbad an.

Heißes Vollbad: Das Vollbad in 38-45 Grad warmem Wasser sollte zwischen 20 und 30 Minuten dauern. Anschließend trocknet man sich gut ab, hüllt sich in einen Bademantel aus Naturmaterialien und schwitzt eine halbe Stunde im vorgewärmten Bett nach. Danach wäscht man sich kalt oder lauwarm ab.

Bei sehr niedrigem oder sehr hohem Blutdruck, Herzfehlern, fortgeschrittener Arterienverkalkung, Schilddrüsenüberfunktion oder während einer Schwangerschaft sollte man dieses Bad nicht anwenden.

Wenn die Schmerzen nachgelassen haben, kann man nach dem Bad eine gymnastische Übung machen: Das gestreckte Bein wird bis knapp über die Schmerzgrenze hinaus im Knie gebeugt und wieder gestreckt. Außerdem härten kalte oder Wechselgüsse des Beines ab.

Warnungen: Ischias können u. a. Entzündungen der Mandeln und Nebenhöhlen, Malaria, Grippe und Typhus, Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus, Unterleibsentzündungen und Bandscheibenschäden zugrunde liegen. Diese Grundleiden müssen vom Arzt festgestellt und behandelt werden.




Jucken/Juckreiz

Der Juckreiz ist keine eigenständige Krankheit, sondern Anzeichen für eine Störung: eine Empfindlichkeit der Haut gegen bestimmte Stoffe, Seifen oder das Chlorwasser in der Badeanstalt, Filzläuse, Flöhe oder Insektenstiche, Störungen innerer Organe wie Leber, Nieren und Bauchspeicheldrüse (Zuckerkrankheit), oder die Folge einer nervösen Erschöpfung und seelischen Belastung.

Behandlung: Die Ernährung sollte auf salzarmer Rohkost basieren. Kaffee, Alkohol oder heiße Getränke werden eingeschränkt. Geht das Jucken nicht vorüber, können Waschungen mit Mitteln aus der Küche helfen. Sie bauen den Säureschutz der Haut gegen reizende Pilze und Viren wieder auf, den aggressive Seifen und zu heißes Dusch- und Badewasser zuvor zerstört haben. Schon deshalb sollte man sich grundsätzlich mit unparfümierten Neutralseifen und -lotionen waschen, deren PH-Wert dem der Haut entspricht.

Zitronensaft: Juckende Hautpartien lassen sich mit Zitronensaft beruhigen, den man pur oder mit Wasser verdünnt aufträgt.

Obstessig: Den akuten Juckreiz lindern Waschungen und Umschläge mit Obstessig, den man 1:3 mit Wasser verdünnt. Zur Pflege der Haut trägt man nach jedem Baden oder Duschen Essig mit der Hand direkt auf den Körper auf. Er wird danach nicht wieder abgetrocknet. Man braucht keine Sorgen zu haben, dass man anschließend wie ein angemachter Salat riecht. Im Gegenteil, der Essig tut wohl, erfrischt und stabilisiert die Haut, und er macht Cremes überflüssig.

Warnungen: Lässt das Jucken nicht nach, sollte ihm ein Arzt oder Heilpraktiker auf den Grund gehen. Vorsicht bei Juckreiz stillenden Medikamenten: Werden sie dauerhaft angewendet, stellen die Nebenwirkungen ihren Erfolg bei weitem in den Schatten.




Kalziummangel siehe Calciummangel




Kater

Der Kater straft für die durchzechte Nacht, in der man eigentlich seinen Katzenjammer ertränken wollte. Alkohol im Übermaß führt zu Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen, erst recht, wenn man zu viel verschiedene alkoholhaltige Getränke durcheinander trinkt. «Wein auf Bier, das rat ich dir; Bier auf Wein, das lass sein », reimt das Volk stabmäßig, was man tun oder besser lassen sollte - wenn man schon einmal über die Stränge schlägt.

Behandlung: Hering und saure Gurken: Am besten füttert man den Kater mit einem Fisch, dann ist er satt und verschwindet. Tatsächlich ist der saure Hering ein bewährtes Mittel gegen den Kater. Wahrscheinlich wird dadurch der Mineralhaushalt im Körper wieder ins Gleichgewicht gebracht. Statt des Herings helfen auch saure Gurken.

Starker Kaffee: Eine Tasse Kaffee, kalt, stark und ungesüßt mit dem Saft einer ganzen Zitrone hilft ebenfalls wieder auf die Beine.

Kalte Tücher und Eis: Ein Eisbeutel oder kalte feuchte Tücher im Genick helfen gegen die Kopfschmerzen und das Gefühl der Zerschlagenheit. Der Nacken wird danach trocken gerubbelt und die Durchblutung dadurch angeregt.

Wechseldusche: Ein Aufwecker nach einer durchgemachten Nacht ist die Wechseldusche: zuerst warm, dann heiß und schließlich kurz kalt. Und wenn das noch nicht reicht, das Ganze noch mal. Anschließend kräftig trocken rubbeln.

Warmes Vollbad: Wer Zeit hat, gönnt sich ein 15-20minütiges warmes Vollbad. Anschließend legt man sich tropfnass in ein Laken oder einen Bademantel und schwitzt 30 Minuten im Bett nach. Zum Abschluss wird kurz kalt geduscht. Dieses Hausmittel ist allerdings nichts für Menschen mit zu hohem oder zu niedrigem Blutdruck, mit Herzfehlern oder einer Schilddrüsenüberfunktion.

Kamillen- oder Pfefferminztee: Gegen die Übelkeit hilft Pfefferminz- oder Kamillentee oder eine Mischung aus beidem.

Wer keinen Appetit hat, sollte sich nicht zum Essen zwingen und fasten, bis sich der Appetit von selber wieder einstellt. Mit warmem Zuckerwasser (1 El. auf ein Glas) oder 1 El. Marmelade wird der Magen langsam wieder an den Alltag gewöhnt.




Kehlkopfentzündung

Eine Kehlkopfentzündung ist nicht so abwegig, wie es im ersten Moment klingt. Man kann sie durch eine Erkältung bekommen, wenn man ständig Staub und Rauch ausgesetzt ist oder zu viel und zu laut gesprochen und gesungen hat. Es kratzt im Hals, die Stimme ist heiser oder versagt völlig, jedes Schlucken verursacht stechende Schmerzen. In schweren Fällen kann sogar Fieber dazukommen, und man fühlt sich allgemein ziemlich übel.

Behandlung: Man braucht mit einer Kehlkopfentzündung nur ins Bett, wenn die Entzündung fiebrig verläuft, sollte aber extreme Temperaturunterschiede und rauchige Luft meiden. Viel Vitamin-C-haltige Säfte und Tees aus Huflattich, Holunderblüten oder Eibischwurzeln, mit Honig gesüßt, wirken der Entzündung entgegen. Die folgenden Hausmittel haben sich ebenfalls bewährt.

Kamillenblüten und Salbei: 1 Tl. Kamillenblüten oder Salbei zieht 10 Minuten in einer Tasse mit heißem Wasser. Der Tee wird dann gefiltert und handwarm mehrmals täglich zum Gurgeln verwendet.

Eichenrinde: 1-2 El. zerkleinerte Eichenrinde kochen 15 Minuten in 1/2 l Wasser. Die der Entzündung entgegenwirkende Abkochung wird dann durch ein Sieb gegossen und dient ebenfalls zum Gurgeln. Der bittere Geschmack kann mit einem Löffel Honig verbessert werden.

Kartoffelbrei: Gekochte Pellkartoffeln werden zu einem Brei zerdrückt und auf ein Tuch gestrichen, das zuvor in heißem Wasser getränkt wurde. Das Tuch mit dem Brei wird faltenfrei um den Hals gelegt. Darüber kommt ein weiteres Wolltuch. Der Umschlag wird nach 60 Minuten abgenommen und kann bei Bedarf erneuert werden. Statt der Kartoffeln eignen sich auch Wickel mit Quark und Senfmehl (siehe unter Angina).

Öl und Schmalz: Ein Lappen wird in 2-3 El. Öl oder Schmalz erhitzt und so heiß wie möglich um den Hals gelegt. Über den Wickel kommt ein Wolltuch.

Warnungen: Verschlimmert sich die Entzündung trotz dieser Hausmittel, sollte man einen Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen.




Kopfschmerzen

Über die Ursachen von Kopfschmerzen, die nicht von akuten fieberhaften Infektionen, Störungen des Gehirns, der Schädelknochen, Stirnhöhlen usw. herrühren, haben sich schon viele Wissenschaftler vergeblich den Kopf zerbrochen. Jeder kann Kopfschmerzen haben, egal ob er ansonsten gesund oder nervös, schwächlich oder blutarm ist. Manche Menschen leiden sogar jahrelang unter Kopfschmerzen. Kopfschmerz tritt anfallsweise und ohne erkennbaren Grund auch nur für wenige Stunden oder Tage auf, vielleicht auch nur bei körperlicher oder seelischer Überlastung.

Die Schmerzen werden in der Stirnpartie, im Hinterkopf oder im ganzen Schädel empfunden. Sie werden als stechend, bohrend und reißend beschrieben, scheinen den Kopf platzen zu lassen oder zusammenpressen zu wollen. Man ist reizbar, verstimmt, appetitlos, leidet vielleicht sogar unter Verdauungsstörungen, Übelkeit oder schwitzt stärker.

Behandlung: Wer ständig Kopfschmerzen hat, sollte sich viel an der frischen Luft aufhalten, spazieren gehen, wandern und schwimmen. Die Verdauung wird durch eine Umstellung auf vegetarische oder Rohkost entlastet (siehe unter Verstopfung). Auch dem Magen sollte einmal Urlaub gegönnt werden: durch Saft-, Tee- oder Obsttage. Nikotin und Alkohol können Kopfschmerzen bewirken, verzichten Sie besser darauf. Manchmal lindert eine Tasse Bohnenkaffee den Kopfschmerz, ebenso ein kalter oder warmer Kopfwickel.

Massage: Lassen Sie sich den schmerzenden Kopfbereich, den Nacken, eventuell auch den Rücken mit Eukalyptus- oder Johanniskrautöl massieren.

Empfindet man die Schmerzen im Stirnbereich, drückt man sanft beide Daumen in die Vertiefung des Knochens unter den Augenbrauen. Das lindert die Schmerzen und entspannt.

Schmerzt der Kopf mehr im hinteren Bereich, klemmt man den Mittelfinger in einer Faust zwischen Zeige- und Ringfinger. Mit dem Knöchel des Mittelfingers drückt man dann sanft gegen die Schläfen und verfolgt 3mal eine Linie, die über die Ohren zum unteren Hinterkopf führt. Mit den Fingerspitzen wird anschließend entlang dieser Linie in langsam kreisenden Bewegungen massiert.

Fußbäder: Die Füße werden bis zu den Waden in 35 Grad warmes Wasser gestellt. Alle 5 Minuten wird heißes Wasser zugegossen, wobei vorher die gleiche Menge abgeschöpft wird, damit der Wasserstand gleich bleibt. Das Wasser wird schließlich 45 Grad warm sein. Nach weiteren 5 Minuten gießt man die Füße kurz lauwarm ab, trocknet sie dann nicht ab, sondern zieht dicke Socken darüber und läuft die Füße warm und trocken.

Mit niedrigem Blutdruck, verkalkten Arterien, Herzstörungen und Schilddrüsenüberfunktion sollte man dieses Bad nicht anwenden. Das gilt auch für das kalte Fußbad vor dem Schlafengehen.

Beim kalten Fußbad werden die Füße in 5 Zentimeter hohem Wasser solange aneinander gerieben, bis sie warm werden. Zwei Minuten danach legt man sich mit den nassen Füßen und übergezogenen Strümpfen ins Bett.

Kartoffelsack: Auch der heiße Kartoffelsack (siehe unter Blasenentzündung) hilft bei Kopfschmerzen. Man legt sich das Säckchen etwa 30 Minuten in den Nacken.

Warnungen: Halten die Kopfschmerzen an, sind sie ein Signal des Körpers für eine andere Störung, die gefunden und beseitigt werden muss. Schmerzstillende Tabletten sind keine Dauerlösung, denn Entzündungen der Nase, des Nasen-Rachen-Raumes und der Ohren können ebenso verantwortlich für die Kopfschmerzen sein wie Störungen von Magen, Darm, Leber und Nieren. Nicht immer können diese Ursachen klinisch nachgewiesen werden. Man sollte den untersuchenden Arzt oder Heilpraktiker trotzdem an diese Möglichkeiten erinnern.




Krämpfe

Krämpfe sind Reizerscheinungen der Muskeln. Sie ziehen sich unwillkürlich oder sogar gegen den Willen zusammen. Der Krampf beruht auf einer Reizung der Nerven zwischen den Muskeln, zum Beispiel der Waden, Finger (Schreibkrampf) und Zehen. Meistens ist er die Folge einer körperlichen Überanstrengung.

Krämpfe werden danach unterschieden, wie lange sie dauern. Manche Muskeln krampfen nur kurze Zeit zusammen und entspannen sich dann wieder. Die Zuckungen folgen rasch aufeinander. Man spricht zum Beispiel von dem nervösen Tick eines Augenlides oder eines Fingers. Diese kleinen Krämpfe sind in der Regel schmerzlos, aber lästig.

Schlimmer dagegen sind Krämpfe, bei denen der Muskel Minuten, Stunden, vielleicht sogar Tage zusammengezogen verharrt und das Körperteil bewegungslos in einer ungewöhnlichen Stellung festhält. Zwischen diesen beiden Krampfarten gibt es fließende Übergänge, die mehr oder weniger schmerzhaft sind.

Behandlung: Man stemmt sich immer dem Krampf entgegen. Tritt er z. B. im Liegen in den Beinen auf, stellt man sich auf. Bei einem Krampf der Waden und Zehen beim Gehen oder Stehen legt man sich hin und zieht den Fuß so weit wie möglich zum Schienbein hin hoch. In beiden Fällen wird der verkrampfte Muskel mit einer harten Bürste und kreisenden Bewegungen massiert. Franzbranntwein unterstützt die Durchblutung und erwärmt den Muskel.

Wasseranwendungen: Bei Krämpfen der unteren Gliedmaßen helfen ansteigende Fußbäder (siehe unter Kopfschmerzen) und 5-20minütige Vollbäder (bis zum Hals) in 35-37 Grad warmem Wasser.

Warnungen: Wiederholt auftretende Krämpfe können Zeichen einer akuten Erkrankung sein: des Zentralnervensystems, des Stoffwechsels, eine Vergiftung, von Infekten, hormonellen Störungen usw., die behandelt werden müssen. Liegen ihnen seelische Ursachen zugrunde, sollte man auch darüber mit einem Arzt oder Heilpraktiker sprechen.




Krampfadern

Jede sechste Person hat Krampfadern, so wird heute geschätzt, wobei Frauen dreimal häufiger betroffen sind als Männer. Krampfadern in den Beinen, vor allem in den Unterschenkeln, sind die häufigsten Störungen der Venen. Sie reichen von leichten Fällen, die keinerlei Beschwerden verursachen, bis zu extremen Missbildungen der Gefäße mit deutlichen Schmerzen und ernsten Folgen. Krampfadern sind erweiterte und meistens sicht- und tastbar geschlängelte Venen.

Die harmloseren Krampfadern entstehen oberflächlich durch den Verlust an Elastizität der Gefäße oder wegen einer allgemeinen Bindegewebsschwäche. Sie sind dann meistens zwar unschön, aber beschwerdefrei. Selten führen sie zu stärkeren Wasseransammlungen (Ödemen), Blutstauungen und Wadenkrämpfen. Betroffen sind vor allem Angehörige von Berufen, in denen viel gestanden wird, Übergewichtige und Schwangere.

Gefährlicher sind Krampfadern meist tiefer sitzender Venen, die durch einen Blutpfropf verstopft werden (Thrombose). Ein ganzes Gebiet kleiner Äderchen wird dadurch unterversorgt und druckempfindlich. Man hat dabei ein Schwergefühl in den Beinen. Die Beschwerden nehmen zu und reichen von Blutstauungen, Ödemen, Hautblutungen, Kapillar-, Venen- und Hautentzündungen bis hin zu Unterschenkelgeschwüren.

Besteht eine Veranlagung zu Krampfadern, kann daran nicht viel geändert werden. Auch die Rückbildung von bereits bestehenden Krampfadern ist nicht möglich. Man kann jedoch die Beschwerden lindern und verhindern, dass die Krampfadern sich vermehren oder verschlimmern.

Behandlung: Vermeiden Sie alles, was zu einem Blutstau in den Venen führt; insbesondere langes Stehen und Sitzen mit übereinander geschlagenen Beinen sowie einschnürende Kleidung fördern Krampfadern. Schwimmen, Radfahren und Spazierengehen wirkt ihnen entgegen. Auch jede andere Form von Muskelarbeit massiert und stabilisiert die Venen. Sorgen Sie dafür, dass sie Ihre Beine auch tagsüber zwischendurch immer wieder hochlegen. Nachts beim Schlafen erleichtern Sie den Rücktransport des Blutes, indem Sie das Fußende des Bettes mit einem Keil oder einer anderen Unterlage um 15-30 cm erhöhen.

Wassertreten, kaltes Fußbad: Eine Badewanne wird knietief mit kaltem Wasser gefüllt, in dem man 1-2 Minuten auf der Stelle tritt. Die Füße werden danach nicht abgetrocknet. Statt dessen zieht man warme Strümpfe an oder läuft die Füße warm und trocken. Dadurch wird die Durchblutung gefördert.

Nicht anwenden sollte dieses Mittel, wer unter Herzschwäche, Arterienverkalkung, schwerem Asthma, chronischen Infektionskrankheiten, Lungentuberkulose und erhöhter Thromboseneigung leidet.

Gymnastik: Strecken Sie die Beine in Rückenlage aus und heben Sie sie mit durchgedrückten Knien bis zur Senkrechten an; langsam wieder zurücksinken lassen. Wiederholen Sie die Übung und beugen Sie die Knie abwechselnd, wenn die Beine senkrecht stehen. Auch «Radfahren» oder das Spreizen der Beine im Liegen fördert die Durchblutung und trainiert die Venen und das Bindegewebe, wenn man es mehrere Minuten täglich praktiziert. Zum Abschluss werden die Beine in der Rückenlage 1-2 Minuten kräftig geschüttelt.

Heilerde: Mit etwas Wasser wird Heilerde (siehe unter Gallenbeschwerden) zu einem dicken Brei verrührt und fingerdick auf die Krampfadern gestrichen. Darüber kommt ein Leinenlappen. Lassen Sie den Brei 2-3 Stunden einwirken. Statt der Heilerde kann auch Lehm aus den Tongruben von Ziegeleien verwendet werden. Die Umschläge helfen bei Wadenkrämpfen und Venenentzündungen. Der Erde kann etwas Obstessig beigegeben werden, was die Wirkung verstärkt. Nach dem Abnehmen der Auflage wird die Haut mit lauwarmem Wasser abgewaschen und mit Olivenöl massiert.

Obstessig und Maiskeimöl: Regelmäßige Waschungen der Beine mit Obstessig vor und nach dem Schlafengehen, nach jedem Duschen oder Bad wirken Krampfadern ebenfalls entgegen. Das gleiche gilt für Massagen mit Maiskeimöl.

Kohl: Frische Kohlblätter werden mit einem Nudelholz mürbe gerollt, in mehreren Schichten auf die Krampfadern gelegt und mit einer Mullbinde fixiert. Der Umschlag sollte mehrere Stunden einwirken.

Ernährung: Kochsalz, Fleisch und Wurst sollten reduziert werden.

Vor allem Schweinefleisch soll die Entstehung von Krampfadern begünstigen. Essen Sie statt dessen lieber Gemüse und viel frisches Obst, was gleichzeitig Verstopfung entgegenwirkt.

Warnungen: Sprechen Sie mit dem Arzt oder Heilpraktiker über die Krampfadern, auch darüber, ob eventuell Gummistrümpfe oder elastische Binden getragen werden sollen. Herz- und Kreislaufschwäche, Magen-, Darm-, Leber- und Nierenleiden können Krampfadern fördern; man muss sie mitbehandeln. Bei Übergewicht gilt es vor allem abzuspecken. Angehörige von Berufen, in denen sie viel stehen müssen, sollten einen Berufswechsel erwägen.




Lebensmittelvergiftung

Mikroorganismen können sich in Nahrungsmitteln vermehren, die unsauber verarbeitet, zu warm und zu lange gelagert oder falsch zubereitet wurden. Schimmelpilze, Bakterien und deren Gifte zersetzen und infizieren Lebensmittel, die dann nicht mehr ernähren, sondern schaden. Wer davon isst, muss mit einer Vergiftung rechnen: Übelkeit, Erbrechen, Leibschmerzen und Durchfall sind die auffälligsten Anzeichen. Meistens sind diese Symptome nach 1-3 Tagen wieder verschwunden, es sei denn, man hat sich eine Vergiftung mit Salmonellen zugezogen, die sich vor allem in Geflügel, Eiern, Eitrockenpulver, Hackfleisch, Wurstwaren, Fleischsalat, Milch, Milchprodukten, insbesondere Speiseeis, aufhalten.

Die sogenannte Salmonellose ist mit 70 Prozent der Fälle die häufigste Lebensmittelvergiftung. Sie beginnt mit Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, Durchfall, Erbrechen und klingt nach 1-2 Tagen wieder ab.

Meistens tödlich verläuft eine Vergiftung mit Botulis-Bakterien. Sie leben unter Luftabschluss in Fleisch-, Bohnen- und Erbsenkonserven und -einmachgläsern. Die Vergiftung äußert sich mehrere Stunden lang durch Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen, Verstopfung oder Durchfall und einem allgemeinen, fieberlosen Krankheitsgefühl. Dann greift die Vergiftung auf das Rückenmark über, lähmt die Muskeln von Augen, Schlund und Kehlkopf. Innerhalb von 1-8 Tagen kann die Vergiftung zum Tod durch Atemlähmung oder Herzstillstand führen. Leichtere Vergiftungen heilen erst nach Wochen oder Monaten langsam aus.

Nahrungsmittel mit Botulis-Bakterien stinken, die Flüssigkeit in den Konserven ist trüb, Deckel und Boden der Dosen sind gewölbt, Einmachgläser öffnen sich von selbst. Im Gegensatz zu anderen Fällen kann eine Vergiftung mit Botulis-Bakterien vermieden werden, weil infizierte Lebensmittel erkennbar sind.

Behandlung: Stellen sich Übelkeit und Magenschmerzen ein, sollte man den Brechreiz auf keinen Fall unterdrücken, sondern - im Gegenteil - ihm eher nachhelfen: alle 15 Minuten ein Glas Wasser mit 2 TI. Salz, in Obstessig gelöster Honig und bei Kindern ein Glas Himbeersaft unterstützen die Entleerung des Magens. Einen Durchfall, der einer Lebensmittelvergiftung folgt, sollte man zunächst nicht behandeln, weil sich dadurch der Darm selber reinigt. Tee und Wein, 1:1 gemischt, unterstützen diesen Prozess.

Lebensmittelvergiftungen sollten in erster Linie vermieden werden. Dazu ein paar grundsätzliche Tipps für den Umgang mit Lebensmitteln:

  • Nahrungsmittel kühl aufbewahren, weil Bakterien sich bei höherer Temperatur besonders schnell vermehren.
  • Konserven aus Dosen mit gewölbten Deckeln nicht verwenden, ebenso wenig solche aus Gläsern, die sich von selbst geöffnet haben.
  • Nach jedem Besuch der Toilette die Hände waschen. Wer schon infiziert ist, vermeidet so die Ansteckung anderer.
  • Schnitt- und andere Wunden sollten, wenn man mit Nahrungsmitteln umgeht, immer gut abgedeckt sein.
  • Niemals auf Speisen husten oder niesen! Nasen- und Rachenschleimhäute sind bei Erkältungen von Eitererregern verunreinigt.
  • Auf der Haut, der Kleidung und den Küchengeräten könnten Bakterien haften und beim Kochen in die Speisen gelangen. Deshalb vor dem Kochen Schmuckstücke ablegen und die Hände waschen. Am besten man trägt beim Kochen einen sauberen Kittel oder eine Schürze.
  • Nur saubere Geräte verwenden!
  • Fleischstücke und Tiefkühlgeflügel werden vor dem Garen ganz aufgetaut und vollständig durchgegart, damit Salmonellen abgetötet werden. Die Auftauflüssigkeit darf nicht mit anderen Lebensmitteln in Berührung kommen.
  • Frisch durchgedrehtes oder aufgetautes Hackfleisch sollte innerhalb eines Tages verarbeitet werden. Bestimmte Fisch- und Pilzgerichte und Spinat dürfen nicht wieder aufgewärmt werden, da erst dadurch Gifte frei werden. Gute Kochbücher weisen darauf hin.

Warnungen: Wer an Salmonellose erkrankt ist, muss dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Salmonellen leben im Dickdarm weiter, und es besteht die Gefahr einer Verbreitung der Infizierung. Sollte zu den leichteren Zeichen einer Vergiftung Fieber kommen, muss ein Arzt gerufen werden, der nach einer Stuhluntersuchung über die Meldung entscheidet. Vergiftungen mit Botulis-Bakterien verlaufen so ernst, dass sie auf jeden Fall ärztlich behandelt werden müssen.




Leberschwäche

Leberschwäche oder Insuffizienz bedeutet, dass die Leber ihre Aufgabe nicht mehr voll erfüllen kann. Auf die Dauer versagt die Leber unter Umständen ganz und bewirkt dadurch ein Koma, eine tiefe Bewusstlosigkeit. Gründe für die Störung können zum Beispiel sein:

  • Verhärtung und Schrumpfung (Zirrhose) der Leber,
  • akute oder chronische Entzündung der Leber oder Gallenblase,
  • Krebs der Leber oder Bauchspeicheldrüse,
  • Vergiftungen durch Alkohol, Pilze, Arzneimittel u.v.a.,
  • ein schwerer Schock.

Eine akute Leberkrise verläuft dramatisch und führt innerhalb von wenigen Tagen zum Koma. Die chronische Krise verläuft langsamer und mit mehr Anzeichen einer Störung, darunter Schwäche, Übelkeit, Hautjucken und -ausschläge, Kopfschmerzen, Gelbsucht, Müdigkeit. Vor allem Eiweiß-, Kohlenhydrat- und besonders Fettstoffwechselstörungen deuten auf eine Leberschwäche hin.

Behandlung: Die Ernährung sollte reich an Eiweiß und Kohlenhydraten, aber fettarm sein. Gewürze, Alkohol und Nikotin sind vollkommen tabu! Was man im Einzelnen isst, sollte sich danach ausrichten, was man persönlich verträgt. Die folgenden Methoden sollen in erster Linie die Durchblutung der Leber verbessern. Zur Stabilisierung der Leber nimmt man eine Woche jeden Tag 1/4 Pfund Magerquark vermischt mit 1 El. Leinöl und je 1 TI. Honig und frisch gepresstem Zitronensaft ein. Artischocken als Gemüse oder gepresst als Saft unterstützen die Arbeit der Leber ebenfalls.

Ansteigendes heißes Sitzbad (Halbbad): Wie bei den Kopfschmerzen helfen auch hier ansteigende Bäder, nur dass man sich in diesem Fall in die Wanne setzt und das Wasser bis zum Nabel reichen sollte. Man beginnt bei 35 Grad und gibt alle 5 Minuten die gleiche Menge warmes Wasser hinzu, wie man zuvor abschöpft. Nach 20-25 Minuten wird das Wasser etwa 45 Grad warm sein. Man bleibt noch 5 Minuten darin sitzen. Auch hier gilt, dass man von dieser Behandlung bei schweren Herzfehlern, sehr hohem oder niedrigem Blutdruck, fortgeschrittener Arterienverkalkung, Schilddrüsenüberfunktion und während der Schwangerschaft absehen sollte. Nach dem Bad bieten sich Umschläge an:

Feuchtkühle Umschläge: Ein Leintuch wird in kaltes Wasser getaucht, auf den rechten Oberbauch gelegt. Dann wird es mit einem trockenen Lein- oder Baumwolltuch befestigt, das um den Leib gewickelt wird. Zum Schluss wird um den Körper ein Wolltuch geschlungen. Gut eingepackt, schwitzt man so im Bett 30 Minuten nach. Anschließend wäscht man sich lauwarm oder kalt ab. Sitzbad und Umschläge kann man täglich bis zu zweimal anwenden.

Kartoffelsack: Wie bei den Gallenbeschwerden kann auch bei der Leberschwäche der heiße Kartoffelsack angewendet werden. Statt der Kartoffeln kann man auch Lehm, Leinsamen oder Fango verwenden. Zweimal täglich durchwärmen diese Packungen bis in die Tiefe und fördern die Durchblutung der Leber.

Mariendistelfrüchtetee: 1 Tl. Mariendistelfrüchte wird mit heißem Wasser übergossen und 10 Minuten ziehen gelassen. Dann werden die Distelfrüchte abgefiltert. Von dem Tee trinkt man schluckweise eine Tasse 30 Minuten vor jeder Hauptmahlzeit. Pfefferminzblätter verstärken die Wirkung und verbessern den Geschmack.

Löwenzahn: Von April bis Mai bietet sich eine mindestens sechswöchige Kur mit Löwenzahntee an. Auf 1 Tasse Wasser kommen 1-2Tl. zerkleinerte Wurzeln und Kraut des Löwenzahns. Der Tee kocht kurz auf und zieht dann 15 Minuten. Je eine Tasse morgens und abends regen die Leber, Nieren, ja den gesamten Stoffwechsel an.

Warnungen: Leberschwächen sind sehr ernst zu nehmen. Akute Krisen sollten vom Arzt behandelt werden, der auch bei chronischen Leberschwächen zu Rate gezogen werden sollte - oder ein Heilpraktiker. Die Hausmittel unterstützen die Leber langfristig. Sie sollten mit dem jeweiligen Therapeuten abgesprochen werden.




Magenbeschwerden

Warum beschwert sich der Magen? Er hat viele Gründe dazu: Er möchte sich mehr mit Ballaststoffen auseinandersetzen, nicht verölt und verschmiert werden und nicht ständig durch Koffein, Alkohol und Tabak aus dem Rhythmus gebracht werden. Vor allem aber möchte er nicht zu viel arbeiten - und wenn, dann in Ruhe. Die Probleme, die sein Besitzer hat, kann der Magen nicht lösen. Er will nichts wissen von Ärger im Beruf, Konflikten zwischen Menschen, Stress und Depressionen.

Oder anders ausgedrückt: Zu hastiges Essen und Trinken, schlackenarme, zu reichliche und zu fette Speisen, der Missbrauch von Genussmitteln (Kaffee, Alkohol, Nikotin) und psychische Probleme belasten den Magen.

Wer seine beruflichen und privaten Probleme in den Griff bekommt, kann auch in Ruhe essen, selbst fettere Speisen. Der Missbrauch von Genußmitteln hängt eng mit dem Berufs- und Privatleben zusammen: In Streßsituationen wird öfter zum Glimmstängel gegriffen und beim Alkohol Trost gesucht.

Mit den Speisen werden vermeintlich Sorgen und Ängste hinuntergeschluckt. Ein Tier würde jedoch in Streßsituationen oder, wenn es sich bedroht fühlt, nicht fressen. Der Stoffwechsel ist dann auf Verteidigung oder Flucht statt auf Nahrungsaufnahme eingestellt. Doch während ein Tier flüchten oder zurückschlagen kann, unterliegt der Mensch Konventionen, die eine Abreaktion in bedrohlichen Situationen unmöglich machen. So werden auch in extremen Streßsituationen regelmäßige Mahlzeiten eingenommen. Der Magen ist also gezwungen zu arbeiten, obwohl der Körper auf Verteidigung oder Flucht und keineswegs auf Nahrungsaufnahme eingestellt ist. Und solange der Magen seinen Dienst tut und sich nicht heftig beschwert, nimmt der Mensch keine Rücksicht auf ihn.

Klagen über Magenbeschwerden sind vielseitig und diffus. Sie reichen von mehr oder weniger intensivem Druck- und Schmerzgefühl im Oberbauch, Völlegefühl und Appetitlosigkeit bis hin zu Blähungen und Sodbrennen. Rein organisch kann dabei alles in Ordnung sein. Vielleicht wird noch über Verstopfung, Durchfall oder Nervosität geklagt, Herz und Kreislauf machen einem zu schaffen, die Leber oder die Galle.

Behandlung: Gerade beim Magen erkennt auch die Schulmedizin einen Zusammenhang der Beschwerden mit psychischen und sozialen Gegebenheiten an. Magensäurebindende Medikamente allerdings therapieren an den eigentlichen Ursachen vorbei. Man sollte sich ernsthaft fragen, ob und wie diese belastenden Faktoren abgeschaltet werden können, damit auch der Magen wieder zufrieden ist. Bis dahin sollte man sehr gut beobachten, welche Speisen man nicht verträgt. Der Magen weiß am besten, auf was er verzichten kann, damit er weiterhin gut arbeitet. Alkohol, Nikotin und Kaffee werden wahrscheinlich dazu zählen. Auch bestimmte Gewürze, Fettes und Gebratenes könnten vom Speiseplan gestrichen werden müssen.

Man sollte regelmäßig essen und statt großer Mahlzeiten lieber häufiger kleinere Portionen zu sich nehmen. Lassen Sie sich Zeit zum Essen. Wer innerhalb von 20 Minuten isst, verpasst nämlich einen wichtigen Termin: Erst nach dieser Zeit signalisiert der Magen ein Sättigungsgefühl. Wenn er bis dahin schon zu voll ist, wird die Verdauung gestört. Wer deshalb Bauchschmerzen bekommt, kann dagegen Kümmel- und andere Tees trinken, wie sie auch bei Säuglingskrankheiten empfohlen werden.

Die Enzyme im Magen sind vor allem in einer warmen Umgebung aktiv. Zu heiße und zu kalte Speisen und Getränke behindern sie. Diese Enzyme befinden sich auch im Mund, wo die eigentliche Verdauung schon mit dem guten Kauen beginnt.

Ein 15minütiger Spaziergang nach jeder Mahlzeit trägt zur allgemeinen Entspannung bei, die auch dem Magen guttut. Feuchtwarme Leibpackungen und heiße Umschläge: Ein feuchtes, warmes Leintuch und eine Wärmflasche werden bei anhaltenden Schmerzen auf den Magen gelegt und mit einem trockenen Wolltuch fest umwickelt. Die Packung sollte alle 30-35 Minuten erneuert werden. Man kann unter das Leintuch auch Haferschleim und geriebene Äpfel geben, die so heiß wie verträglich sein sollten. Hilfreich sind ebenfalls der Kartoffelsack (siehe unter Abszess und Blasenentzündung) und eine Packung mit Leinsamen (siehe unter Gallenbeschwerden).

Kamille- und Pfefferminztee: Man überbrüht je 1 TI. Kamillen- und Pfefferminzblüten und -blätter mit einer Tasse siedendem Wasser und lässt ihn 10 Minuten ziehen. Täglich mehrere Tassen von diesem Tee warm trinken.

Weißkohlsaft: Die frischen Blätter aus der Mitte eines Weißkohlkopfes werden in einen Entsafter gegeben. 14 Tage lang trinkt man davon täglich 1 l. Selbst Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre können so ausgeheilt werden. Der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig. Die Kur kann auch auf 4-6 Wochen ausgedehnt werden. Kartoffelsaft: Nicht ganz so intensiv wie der Weißkohl wirkt der Saft aus rohen Kartoffeln. In größeren Mengen getrunken, fühlt sich der Hals trocken an und die Pupillen werden weiter. Diese Nebenwirkungen verschwinden nach dem Ende der Kur schnell wieder.

Zwiebeln und Kümmel: 2 klein geschnittene Zwiebeln und 1 El. Kümmel ziehen 10 Tage lang in 1/2 l Weingeist oder weißem Wein. Anschließend wird der Wein abgefiltert. Er hat eine verdauungsfördernde Wirkung, deshalb ein Likörglas davon nach jeder Mahlzeit trinken.

Warnungen: Bei sehr starken und immer wiederkehrenden Beschwerden sollten Sie sich auf organische Störungen untersuchen lassen. Der Magen muss nicht die alleinige Ursache der Beschwerden sein. Andere Organe können seine Funktion ebenfalls beeinträchtigen.




Mandelentzündung siehe Angina




Menstruationsbeschwerden

Manche Frauen fühlen sich vor und während der Menstruation nicht wohl. Es zieht leicht im Unterleib oder die Schmerzen sind kolikartig und strahlen bis ins Kreuz aus. Ihnen wird schwindelig, übel und sie müssen vielleicht sogar erbrechen. Diesen Beschwerden müssen keine organischen Leiden zugrunde liegen, wie oft befürchtet wird. In der Mehrzahl der Fälle kann das nach einer gründlichen frauenärztlichen Untersuchung ausgeschlossen werden. Die meisten Frauen wissen, dass die Beziehung zu ihrem Partner oder - falls nicht vorhanden - der Wunsch danach, das Verhältnis zur Sexualität und Kindern, Sorgen und Probleme im Beruf sich auch auf ihren Hormonhaushalt und damit auf ihren Menstruationszyklus auswirken. Als ein weiterer Faktor muss in diesem Zusammenhang auch die Umstellung auf einen anderen Tagesablauf, eine neue Umgebung und ungewohnte Speisen während des Urlaubs genannt werden.

Behandlung: Vor allem sind Informationen nötig, damit man das, was sich im weiblichen Körper im Laufe eines Zyklus abspielt, besser verstehen und den Einfluss äußerer Faktoren richtig einschätzen lernt. Auch der Partner sollte sich entsprechend informieren.

Hausmittel können das Unwohlsein lindern und zu einer Entspannung beitragen, die auch die Blutung erleichtert.

Feuchtheiße Packung: Ein Leintuch wird in heißes Wasser getaucht und mit einer Wärmflasche auf den Unterhauch gelegt. Die Packung wird mit einem Wolltuch befestigt und angepresst. Sie wirkt bei kolikartigen Schmerzen entspannend, fördert die Durchblutung und kann beliebig wiederholt werden.

Warmes Vollbad: Ein warmes Bad von 34-37 Grad, am besten kurz vor dem Schlafengehen, entspannt hei Schmerzen im Unterbauch. Nach 10-15 Minuten wird das Bad mit einer kalten oder lauwarmen Dusche beendet.

Warnungen: Eine Frauenärztin oder ein Frauenarzt sollte herausfinden, ob das Unwohlsein während der Menstruation organisch bedingt ist. Ist das nicht der Fall und soll die Störung mit Hormonen beseitigt werden, muss kritisch gefragt werden, ob das wirklich sein muss. Ein guter Arzt wird auch auf Naturheilmittel verweisen und nach äußeren Faktoren fragen, die sich auf die Menstruation auswirken.




Migräne

Migräne tritt anfallsweise auf, meistens als Schmerz und nur auf einer Kopfseite. Wer darunter leidet, fühlt sich insgesamt unwohl, wird unruhig und reizbar. Eventuell folgen ein Druckgefühl im Kopf, Ohrensausen und es kann einem schwindelig werden, bis sich sogar Übelkeit bis zum Erbrechen einstellt, was für viele Migräneleidende sogar das plötzliche Ende des Anfalls einleitet. Es ist zwar nicht die Regel, aber Migräneleidende sind häufig nervös veranlagt, so dass bei einem Anfall auch der Magen in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Leibschmerzen und Migräne müssen zwar nicht, können sich jedoch gegenseitig auslösen und gleichzeitig auftreten.

Licht, Geräusche und andere Reize von außen werden als unangenehm empfunden. Der Anfall dauert gewöhnlich einige Stunden, im Extremfall sogar mehrere Tage und ebbt langsam ab. Starkes Erbrechen und Urinieren können das Ende des Anfalls einleiten.

Zwischen den Anfällen fühlen sich die Betroffenen gesund, schmerzfrei und leistungsfähig. Einer der berühmtesten Migräne-Kranken war der russische Revolutionär Wladimir lljitsch Uljanov, besser bekannt als Lenin.

Die tatsächliche Migräne ist chronisch und dauert Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte. Sie verschwindet erst im hohen Alter und dann von selbst. Ausgelöst werden die Anfälle durch körperliche und geistige Überanstrengung, starke seelische Erregungen u. a. Die Veranlagung zu Migräne scheint vererbt zu werden.

Behandlung: Da die Migräne in der Regel weder mit Hausmitteln noch mit den Methoden der Schulmedizin beseitigt werden kann, muss man lernen, mit ihr zu leben. Körperliche Überanstrengungen ebenso wie seelische Belastungen sollte man möglichst vermeiden bzw. gering halten. Sport in Maßen wird vor allem denen guttun, die beruflich viel sitzen müssen. Wechselduschen oder kurze kalte Duschen mit anschließendem kräftigen Trockenfrottieren durchbluten die Haut und härten ab.

Im Wesentlichen helfen bei der Migräne die Hausmittel, die auch beim Kater oder bei den Kopfschmerzen vorgestellt wurden. Den Magen beruhigen Kamillen- und Pfefferminztees. Mit Senfwickeln kann man versuchen, die Schmerzen vom Kopf wegzuleiten. Anders als bei der Angina werden die Wickel 10-15 Minuten um die Fußgelenke gelegt.

Massage: Massagen bessern das Wohlbefinden. Bei einem Migräneanfall können sanfte Massagen der Nacken- und Schulterpartie sowie, nach einem warmen Fußbad, der Füße helfen.




Mittelohrentzündung

Als Folge von Infektionskrankheiten und Erkältungen mit Verschleimungen der Nase und des Rachens können sich vor allem bei Kindern die Mittelohren entzünden. Die Mittelohrentzündung beginnt mit stärker werdenden, stechenden Schmerzen im Ohr. Die Ohren sind wie verstopft, man hört immer schlechter die Geräusche von außen, dafür umso mehr ein Sausen oder Brausen von innen. Generelles Unwohlsein geht häufig mit Fieber einher.

Behandlung: Mit einer Mittelohrentzündung sollte man das Bett hüten, zumindest aber in geschlossenen Räumen bleiben. Schwankende Temperaturen und Luftzug verschlimmern den Zustand. Ruhe ist das erste Gebot wie bei allen Entzündungen. Aufregung, körperliche Anstrengung und Alkohol sind verboten.

Mit einem Wattestäbchen, das zuvor in Olivenöl oder Kamillentee getränkt wurde, entfernt man vorsichtig austretenden Eiter. Er löst sich noch besser, wenn man zuvor ein paar Tropfen warmes Öl ins Ohr gibt.

Bei heftigen Entzündungen hat sich die gleichzeitige Anwendung von Wärme und Kälte gut bewährt. Bei den Ohren heißt das: Warmes (nicht heißes!) Olivenöl ins Ohr träufeln und einen kalten Umschlag oder Eisbeutel auf die Ohrmuschel legen. Diese Maßnahme ist schmerzlindernd, ebenso ein Öl- und Schmalzwickel (siehe unter Kehlkopfentzündung) oder der Kartoffelsack (siehe unter Blasenentzündung), den man sich auf das Ohr legt und mit einem Tuch fixiert. Ob er einem zu warm ist, prüft man an der Haut des lnnenarmes.

Leinsamen und Kamille: Statt der Kartoffeln kann man auch Leinsamen oder Kamillenblüten in das Säckchen füllen, das zugebunden einige Minuten in kochendes Wasser gehängt wird. Dann lässt man es auf eine angenehme Temperatur abkühlen und legt es 60-90 Minuten auf das Ohr. Die Auflage kann nach Bedarf wiederholt werden.

Warnungen: Eine chronische Mittelohrentzündung entsteht aus einer falschen oder nicht behandelten akuten Entzündung. In beiden Fällen kann es zu Komplikationen wie Schwerhörigkeit, bleibende Gleichgewichtsstörungen, Gehirn- und Gehirnhautentzündungen kommen. Die schwerere eitrige Form der Mittelohrentzündung wird bei Kindern und Erwachsenen vorwiegend durch Infektionskrankheiten verursacht: Masern, Scharlach, Typhus oder Diphterie. Die Anwendung der Hausmittel sollte deshalb mit einem Arzt abgesprochen werden, der auch feststellt, ob die Entzündung tatsächlich abgeklungen ist.




Müdigkeit

Gegen Müdigkeit hilft in erster Linie Schlaf. Anregend wirken Rosmarintee und Waschungen mit Essigwasser. Wermut, in warmen Wein gegossen, wirkt ebenfalls erfrischend, wenn man damit Gesicht, Nacken und Schläfen abtupft. Als Getränk ist die Wermut-Wein-Mischung, mit Honig gesüßt, ein hervorragender Wecker (siehe auch Schlafstörungen.




Mundgeruch

Häufiges Kauen von getrockneten Wacholderbeeren hilft gegen Mundgeruch. Bei starken Rauchern empfiehlt sich Trockenobst und Kaugummi. Der Mundgeruch kann eine Folge von Zahn-, Atemwegs- und Magenerkrankungen sein. Wer sehr darunter leidet, sollte sich von einem Zahn- oder praktischen Arzt beraten lassen.




Muskelkater

Muskelkater entsteht durch kleinste, äußerst schmerzhafte Verletzungen im Muskelgewebe, wenn untrainierte oder unzureichend aufgewärmte Muskulatur überanstrengt wird. Milch-, Kohlen- und Phosphorsäure können nicht schnell genug abtransportiert werden und verstärken den «Kater». Wer also nach langer Abstinenz wieder Sport treibt, braucht sich nicht zu wundern, wenn seine Muskeln überlastet sind und entsprechend reagieren. An ungewohnte Bewegungen sollte man sich langsam gewöhnen und die Muskeln gut aufwärmen. Selbst trainierte Sportler können nämlich Muskelkater bekommen, wenn sie ihre Disziplin wechseln: Ein Radrennfahrer beansprucht andere Muskeln als z. B. Tennisspieler. Wer Muskelkater vermeiden will, sollte deshalb vielseitig trainieren und im Falle einer starken Beanspruchung sofort nach dem Training lange heiß duschen.

Und wenn es einen trotzdem erwischt? Vorsichtig weitermachen und durch Bewegung für eine gute Durchblutung der schmerzenden Muskulatur sorgen. Durchblutungsfördernd sind auch die folgenden Mittel, die man zu Hause anwenden kann.

Kalte Abwaschung: Die schmerzenden Muskelpartien werden mit einem Schwamm und kaltem Wasser abgewaschen; danach wird die Haut mit einem Frottiertuch trocken gerubbelt. Die gewaschenen Partien sollten warm gehalten werden und auf keinen Fall unterkühlen.

Massage: Die schmerzenden Muskeln werden - am besten nach einem Saunagang - mit einer Trockenbürste massiert.

Salzpaste: Salz wird mit Wasser zu einer dicken Paste verrührt und auf die schmerzenden Partien gestrichen. Nach 10 Minuten wird das Salz mit warmem Wasser abgewaschen und die Stelle trocken gerubbelt.

Franzbranntwein und Obstessig: Nach einem warmen Vollbad (mit Heublumen) oder dem Saunieren wird der schmerzende Bereich mit Franzbranntwein oder Obstessig eingerieben.




Nasenbluten

Durch einen Schlag, Stoß oder zu starkes Schneuzen können kleine Äderchen in der Nase platzen, aus denen dann Blut austritt. Nasenbluten sieht meistens schlimmer aus, als es ist.

Behandlung: Blutet die Nase stärker, sollte man sich nicht hinlegen, sondern aufrecht sitzen bleiben und die Nase etwas hochhalten, um zu vermeiden, dass das Blut in den Rachen läuft.

Kalte Auflagen: Man legt feuchtkalte Tücher auf Stirn, Nase und Nacken. Das verengt die Blutgefäße und stoppt das Nasenbluten.

Zuhalten der Nase: Ein bleistiftdicker Tampon, den man sich aus einem sauberen Tuch rollt, wird in die Nase gesteckt. Die Nase wird dann zugedrückt. Der Tampon muss entfernt werden, bevor das Blut verkrustet, damit nicht weitere Äderchen aufgerissen werden.

Wer das vermeiden möchte, kann die Nase auch einfach mit Daumen und Zeigefinger zusammendrücken.

Schläge auf den Nacken: Man setzt sich auf den Boden und lässt sich von einem Helfer mehrere Minuten mit der flachen Hand auf den Nacken schlagen. Dadurch wird ein Reflex ausgelöst, der die Blutung stoppt. Dieses Hausmittel ist eine Methode des Shiatsu und wurde in Asien entwickelt.

«Tut nicht weh, doch schafft es Qual, blutet dir die Nase mal. Kleinen Finger, linker Hand, mit dem Faden fest umspannt. Darfst nicht warten, musst dich sputen, schnell hört die Nase auf zu bluten.» Der alte Reim, an den Manfred Pahlow erinnert, spricht wahr und findet Parallelen in anderen Kulturen: Blutet die Nase rechts, wird zwischen das vordere und mittlere Glied des linken kleinen Fingers ein Faden gewickelt. Dadurch wird ein Blutstau erzeugt, Gerinnungsstoffe entstehen, und die Blutung hört auf. Blutet die Nase links, verfährt man auf die gleiche Weise mit dem rechten kleinen Finger und umwickelt gar beide, wenn die Nase aus beiden Löchern blutet.

Die folgenden Methoden erzeugen nach dem gleichen Prinzip ebenfalls einen Blutstau - allerdings nicht über den Finger, sondern über die Gefäße der Hand: Die Mittelhand wird mit einem Faden oder breiten Band umwickelt und die Faust fest geschlossen. Oder man schließt die Hand fest um einen Stein oder eine Zwiebel.

Warnungen: Häufiges Nasenbluten deutet auf eine Störung der Nase oder der Nebenhöhlen hin. Blutarmut, -hochdruck, Mangel-, Herz-, Nieren- und Gefäßkrankheiten können ebenfalls eine Ursache sein. Tritt das Nasenbluten häufiger ohne erkennbare Einwirkung von außen auf, sollte man sich mit einem Arzt darüber unterhalten.<




Nervosität

Nervosität äußert sich in vielen Symptomen, die Mediziner kurz als funktionelle Störung des Nervensystems bezeichnen. Eine allgemeine Unruhe und körperliche Beschwerden, die organischen Störungen zum Verwechseln ähnlich sein können, sind die Hauptkennzeichen der Nervenschwäche.

Schlaflosigkeit, nervöse Herzbeschwerden, ein schneller Puls, das Rot- oder Blasswerden des Gesichtes, schwitzende oder andauernd kalte Hände und Füße sprechen für Nervosität. Der Appetit verschwindet, man hat Durchfall oder eine Verstopfung. Das Zittern der Hände und unwillkürliche Zuckungen (Krämpfe) sind weitere Zeichen von Nervosität.

Nervenschwäche kann viele Ursachen haben:

  • Stoffwechselstörungen, insbesondere des Mineralhaushaltes, Überarbeitung,
  • Alkohol-, Nikotin-, Medikamentenmissbrauch, Bewegungsmangel,
  • Lärmbelästigung,
  • seelischen Belastungen, wie z. B. Minderwertigkeitsgefühle, Liebesmangel, familiärer und beruflicher Stress, körperliche Behinderung usw.

Behandlung: Wer etwas gegen seine Nervosität tun will, sollte sich zunächst gut beobachten, bei welcher Gelegenheit, in Gegenwart welcher Person, nach welchen Speisen und Getränken und Belastungen die Nervosität zunimmt. Danach muss man entscheiden, ob einem Ruhe oder körperliche Aktivität guttut.

Dicke und Schwerfällige sollten gerade wegen ihrer Nervosität abspecken, damit sie sich wieder wohl fühlen, der Stoffwechsel in Schwung kommt und sie leistungsfähig werden. Ihnen helfen längere Spaziergänge, Schwimmen und Gymnastik (siehe auch Übergewicht).

Blutarme und Magere, deren Verdauung nicht richtig funktioniert, sollten mehr Milch, Butter, Fleisch und Mehlspeisen zu sich nehmen. Intensität und Art der Bewegung hängen von der jeweiligen Belastbarkeit und Persönlichkeit ab. Wer schwächlich ist und nervös, sollte sich nicht zu langen Spaziergängen und Sport zwingen. Ruhe ist dann wichtiger, und frische Luft kann man auch im Garten und auf dem Balkon genießen.

Falsch bei Nervosität sind alkoholische Getränke und Tabak. Statt dessen sollten sie schwarzen Tee bevorzugen, der länger als drei Minuten gezogen hat. Kaffee wirkt wegen des enthaltenen Koffeins aufputschend und kann die nervösen Beschwerden sogar noch steigern. Das gilt auch für starken Tee auf nüchternen Magen. Frische Holunderbeeren in großen Mengen wirken der Nervosität entgegen.

Waschen, Duschen, Baden: Warme Vollbäder (35-37 Grad, 15-20 Minuten) wirken beruhigend, ebenso kalte Duschen und Abwaschungen, bei denen der Kopf allerdings nicht nass werden darf. Bei den kalten Abwaschungen werden die Körperglieder einzeln und langsam mit einem Schwamm oder Tuch abgewaschen und abgetrocknet, bevor man die Waschung fortsetzt. Wer kälteempfindlich ist, kann das gleiche auch mit lauwarmem oder warmem Wasser machen. Geben Sie 1 I Wasser, 1 Tasse Obstessig oder 1 El. Arnikatinktur bei.

Wechselfußbad: Die Füße werden 5 Minuten in einen Eimer mit 38-45 Grad warmem Wasser, dann 5-20 Sekunden in einen Eimer mit kaltem Wasser gestellt. Das wird nach Wunsch wiederholt. Das letzte Bad sollte kalt sein. Ziehen Sie warme Socken über die nicht abgetrockneten Füße oder laufen Sie sie trocken. Die Wechselfußbäder helfen vor allem bei kalten Gliedern, sollten aber nicht angewendet werden, wenn man unter sehr hohem oder niedrigem Blutdruck (siehe unter Blutdruck, hoch/niedrig) leidet, unter einer fortgeschrittenen Arterienverkalkung, bei Herzstörungen, die ein beschleunigter Puls verstärkt oder bei Schilddrüsenüberfunktion.

Warnungen: Nach Möglichkeit muss der Grund für die Nervosität gefunden und beseitigt werden. Mit chemischen Mitteln lassen sich seelische Ursachen nicht wegtherapieren. Bei hochgradiger Nervosität sollte man sich deshalb an einen Arzt oder Heilpraktiker wenden. Unter Umständen ist eine Psychotherapie nötig, bei der den tatsächlichen Problemen auf den Grund gegangen wird.




Nesselsucht

Wenn sich plötzlich rote, juckende Bläschen auf der Haut zeigen, spricht man von Nesselsucht. Diese Bläschen können erbsengroß werden und treten unter Umständen so dicht nebeneinander auf, dass ganze Körperteile anschwellen. Kopfschmerzen, Mattigkeit und hohes Fieber können mit Nesselsucht einhergehen. Daher auch die Bezeichnung Nesselfieber. Genauso schnell wie sie kommen, verschwinden die Symptome auch wieder, und zwar ohne Spuren auf der Haut zu hinterlassen. Innerhalb von zwei Tagen kann alles wieder vorbei sein, das ist der Zeitraum, in dem die Stoffe, die den Ausschlag ausgelöst haben könnten, wieder ausgeschieden sind.

Die Nesselsucht kann Ausdruck einer Überempfindlichkeit gegen bestimmte Nahrungsmittel, Pflanzen und Medikamente sein. Sie kann allerdings auch auf Wärme und Kälte, Anstrengung, Druck durch zu enge Kleidung und Schweiß zurückgeführt werden. Tritt die Nesselsucht häufiger auf, sollte man auf die möglichen Ursachen achten und die Auslöser vermeiden.

Behandlung: Die betroffenen Hautstellen werden mit kaltem Wasser begossen. Umschläge mit Zitronensaft und Zitronenscheiben auf der Haut schaffen ebenfalls Linderung. Ein heißes Vollbad, in das man eine Flasche Obstessig gibt, und das Einreiben mit Obstessig nach dem Abtrocknen sind ebenfalls hilfreiche Hausmittel. Probieren Sie aus, auf welches der genannten Mittel Sie am besten reagieren.

Warnungen: Verläuft die Nesselsucht extrem stark und klingt sie nach etwa zwei Tagen nicht ab, sollten Sie einen Arzt konsultieren. Auch kann man durch Versuch und Irrtum zwar selbst herausfinden, bei welchen Anlässen der Ausschlag auftritt, doch das ist mühsam. Unter Umständen hilft eine ärztliche Beratung weiter.




Nierenentzündung siehe Blasenentzündung




... von O hrenschmerzen bis ü bermäßiges Schwitzen


Ohrenschmerzen

Ohren sind empfindlich, und man sollte sorgfältig auf Schmerzen achten, die von ihnen ausgehen. Die Gefahr, taub zu werden, ist groß, und auf Hausmittel sollten Sie nur zurückgreifen, wenn kein Arzt in der Nähe ist und die Schmerzen nicht zu stark sind.

Behandlung: Die Ohren sollten gegen Wind mit Mützen, Hüten, Schals und Ohrwärmern geschützt werden.

Zu hoher Druck auf die Ohren beim Tauchen wird durch kräftige Schluckbewegungen ausgeglichen. Babys schreien sich die Ohren frei, wenn ihnen das Fliegen und Landen im Flugzeug Schmerzen bereitet. Erwachsenen hilft auch hier das Schlucken, ebenso das Kauen von Gummidrops, Bonbons und ähnlichem. Wer mit einer Erkältung fliegt, muss damit rechnen, dass ihm die Ohren beim Landeanflug stark schmerzen, weil der Druck durch verstopfte Nasen- und Kiefernhöhlen nicht so schnell ausgeglichen werden kann.

Ein Knallschaden tritt nicht nur ein, wenn das Trommelfell platzt. Zu laute Musik und Motorengeräusche können ebenfalls Schmerzen verursachen.

Die Musik lässt sich vermeiden, gegen Motoren- und Maschinenlärm helfen Ohrschützer.

Zwiebel: Eine rohe Zwiebel wird klein gehackt, die Stücke werden in ein Taschentuch gewickelt und auf das Ohr gelegt oder gebunden.

Neben der Auflage gibt es auch die Möglichkeit, die Zwiebel in größere Stücke zu schneiden, sie in Olivenöl zu sieden und ein passendes Teil wie einen Pfropf ins Ohr zu stecken. Das Zwiebelstück kann zuvor mit Watte umwickelt werden.

Kamille: Mit einer Pipette wird warmer Kamillentee tröpfchenweise ins Ohr gegeben oder man tränkt darin ein Wattestäbchen, mit dem man sich das Ohr reinigt.

Das Ohr kann auch vorsichtig mit Kamille bedampft werden. Man stülpt einen Trichter über den Schnabel einer Kanne mit heiß dampfendem Kamillentee und hält die Tülle ans Ohr. Man kann den Trichter auch weglassen, sollte aber darauf achten, dass man sich nicht verbrüht. Kamille wirkt Entzündungen entgegen und lindert Schmerzen.

Kamillenblüten in Öl: Einige Kamillenblüten werden in etwas Olivenöl gekocht; das Öl wird dann handwarm ins Ohr getropft oder auf einen Wattebausch gegeben, den man sich ins Ohr steckt. Falls man keine Kamillenblüten zur Hand hat, tut es auch reines Olivenöl.

Warnungen: Ohrenschmerzen können durch Mittelohrentzündungen, entzündete Kiefergelenke, Stirn- und Nasennebenhöhlen verursacht werden. Ein Facharzt kann die genaue Ursache am sichersten herausfinden. Wer vor dem Arztbesuch schmerzlindernde Maßnahmen ergreift, erschwert die Diagnose.




Prostatabeschwerden

Der Hormonhaushalt ändert sich nicht nur bei Frauen, wenn sie in die Wechseljahre kommen, sondern auch bei den Männern. Bei sechs von zehn Männern über 50 Jahren vergrößert sich die Vorsteherdrüse, die Prostata. Wie ein Ring liegt sie unterhalb der Blase um die Harnröhre. Durch die Vergrößerung drückt die Vorsteherdrüse die Harnröhre immer mehr zusammen. Das Harnlassen wird verzögert, bis schließlich, im ungünstigsten Fall, die Blase nicht mehr entleert werden kann, was vor allem die Nieren und das Herz belastet.

Sobald sich die ersten Anzeichen einer Prostatavergrößerung in Form von Beschwerden beim Wasserlassen, dünnerem Harnstrahl und häufigem Harndrang (besonders nachts) bemerkbar machen, sollten Sie etwas unternehmen.

Behandlung: Gewöhnen Sie sich daran, regelmäßig auf die Toilette zu gehen und den Harn auf keinen Fall zurückzuhalten. So vermeiden Sie, dass giftige Harnstoffe in die umliegenden Gewebe dringen. Die Nieren und die Durchblutung können mit Hausmitteln insgesamt angeregt werden.

Kürbiskerne: Wer 3mal am Tag 5-10 Kürbiskerne kaut, regt die Harnausscheidung an und kräftigt die Blasenmuskulatur. Gehackte Kürbiskerne bieten sich auch als Beigabe zu Salaten und Aufläufen an.

Spargelwurzeltee: 2 Tl. Spargelwurzeln auf 1/4 l Wasser kurz aufkochen und 2mal täglich trinken. Das hilft bei Harnverhalten, Herzklopfen, Gicht und unterstützt die Nieren. Da dieser Tee praktisch keine Kohlenhydrate enthält, ist er auch für Diabetiker geeignet.

Sellerie, Petersilie und Zwiebeln: Ein Tee aus klein gehackter Sellerie, Petersilie und Zwiebeln ist ebenfalls harntreibend.

Brennnesseltee und -saft: Die Brennnessel ist ein sehr altes Mittel der Volksmedizin. Sie unterstützt die Nieren, verbessert den Stoffwechsel, die Harnausscheidung und lindert so Prostatabeschwerden. Die Blätter wild wachsender Brennnesseln werden zwischen Mai und August abseits von Hauptverkehrsstraßen gepflückt und für Tees an der Luft getrocknet.

2 gehäufte Tl. der Blätter werden in 1/4 l sprudelndem Wasser 5 Minuten gekocht. Der Tee wird dann durch ein Sieb gegossen und mäßig warm schluckweise getrunken. Eine Kur mit je einer Tasse Tee morgens und abends sollte zwischen 4 und 8 Wochen dauern.

Eine Alternative dazu ist der Brennnesselsaft. Die blühenden Pflanzen werden 12 Stunden zum Ausziehen in etwas Wasser gelegt. Anschließend presst man sie in einem Entsafter aus. Zwei Monate lang trinkt man davon morgens und abends ein Likörglas. Dieses Mittel hilft auch zur Anregung des Stoffwechsels im Frühjahr. Brennnesselsaft gibt es auch fertig in der Apotheke.

Kohlblätter und Sitzbäder: Kohlblätter helfen bei allen Blasenbeschwerden, ebenso ansteigende heiße Sitzbäder: Blasenentzündung und Hexenschuss.

Warnungen: Nur zu Beginn einer Prostataveränderung lassen sich die Probleme beim Wasserlassen ohne chirurgischen Eingriff und mit Hausmitteln lindern. Fällt das Wasserlassen schwer, sollte man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen und mit ihm das weitere Vorgehen besprechen. Die Beschwerden könnten auch auf eine Entzündung oder einen Krebs der Vorsteherdrüse hinweisen.




Rheuma

Der Rheumatismus - kurz: Rheuma genannt - ist ein Oberbegriff, unter den man verschiedene Erkrankungen fasst. Allen Störungen gemeinsam ist, dass sie den Bewegungsapparat betreffen, d. h. die Gelenke, Knochen, Sehnen, Bänder, Schleimbeutel und Muskeln.

Warum jemand Rheuma bekommt, ist bis heute nicht so recht bekannt. Eine mögliche Erklärung ist ein Antikörper, der das körpereigene Gewebe statt fremde Krankheitserreger angreift. Manche Wissenschaftler meinen dagegen, Rheuma sei auf Krankheitsherde im Körper zurückzuführen, wie z. B. vereiterte Zahnwurzeln und Mandeln. Andere sehen die Ursache in einem Einfluss feuchter Kälte oder schieben die Verantwortung für das Rheuma der Ernährung und damit dem Stoffwechsel zu.

Rheuma kann in Schüben auftreten, so dass manche nach ihren Schmerzen das Wetter vorhersagen. Es kann die Innenhaut der Gelenke befallen und sie auf Dauer verformen. Oder es greift das Bindegewebe und die Muskeln an. Die reißenden (daher im Volksmund: «das Reißen») und ziehenden Schmerzen können den ganzen Körper erfassen.

Behandlung: Solange die genaue Ursache des Rheumas nicht bekannt ist, sollte allen möglichen Auslösern begegnet werden.

War man früher der Meinung, Ruhe und Wärme täten bei Rheuma gut, so weiß man heute, dass Kälte und Bewegung zumindest für die Gelenke besser sind. Auch abgenutzte Gelenke müssen leicht bewegt werden, damit ihr Verfall nicht fortschreitet. Muskeln sollten durch Massagen gelockert und durchblutet werden. Bei der Ernährung sollten Sie auf ballaststoffreiche Nahrungsmittel achten, um regelmäßigen Stuhlgang zu fördern.

Sobald sich ein Muskel oder ein Gelenk steif oder unbeweglich anfühlt, so, als ob Ameisen drüber krabbeln, sollte eine Behandlung einsetzen. Aus dem Brennen, Stechen und Frieren können schon bald Schmerzen werden.

Bei entzündlichem Gelenkrheumatismus, der plötzlich auftritt und mit hohem Fieber, Schmerzen, Rötung und Anschwellen des Gelenkes einhergeht, gehört man ins Bett. Ansonsten sollte man auf einen gleichmäßigen, ruhigen Tagesablauf und ausreichend Bewegung (Spaziergänge, Schwimmen) achten. Auf diese Weise werden Kreislauf und Stoffwechsel angeregt. Zusätzlich können Muskeln und Gelenke durch Massagen, Gymnastik und Atemübungen trainiert werden. Feuchte Kälte muss auf jeden Fall vermieden werden

Essen und Trinken: Regelmäßiges und längeres Heilfasten entlastet den Körper und hilft dem Stoffwechsel, Schadstoffe, die das Rheuma begünstigen, auszuscheiden. Es wird vermutet, dass Schweinefleisch, da es in seiner Struktur dem Fleisch des Menschen ähnlich ist, den Stoffwechsel ungünstig beeinflusst und dadurch Rheuma fördert. Versuchen Sie, den Fleischverzehr einzuschränken und sich auf eine bekömmlichere pflanzliche Nahrung umzustellen. Durch vegetarische Kost lässt sich auch die Eiweiß- und Salzzufuhr in Grenzen halten. Bohnenkaffee, Alkohol und Nikotin, die massiv in den Stoffwechsel eingreifen, sollten Sie möglichst meiden.

Rheumatee: Brennnesseln regen die Ausscheidung der Nieren an und gelten als blutreinigend. Als Tee oder Saft (siehe unter Prostatabeschwerden) getrunken, sind sie auch ein altes Hausmittel bei Rheuma. Das gleiche gilt für den Löwenzahn, der kurmäßig 2mal im Jahr über 4-6 Wochen als Tee getrunken werden sollte (siehe unter Leberschwäche).

Ein anderer wohlschmeckender Tee, der blutreinigend ist und den Stoffwechsel bei Rheuma anregt, besteht aus jeweils 50g Brennnesseln, Löwenzahn, Birkenblättern, zerstoßenen Kürbiskernen, Petersilienstängeln, -kraut und Brunnenkresse. Lassen Sie von dieser Mischung 2 Tl. in 1 Tasse kochendem Wasser 5 Minuten ziehen, und trinken Sie davon 4 Wochen lang 3mal täglich.

Brennnesselrute: Junge, blühende Brennnesseln werden geschnitten und zu einer Rute gebunden, mit der die schmerzenden Stellen mehrere Minuten lang mehrmals täglich gepeitscht werden. Nach drei Tagen wird diese Massage unterbrochen, damit sich die Haut erholen kann und nicht überempfindlich auf das Nesselgift reagiert. Das anfängliche Brennen weicht einem angenehmen Wärmegefühl, das mehrere Stunden anhält.

Farnkraut: Frische Farnwedel zwischen Matratze und Bettuch wirken den Schmerzen entgegen. Farnkraut ist ein altes Hausmittel und wurde auch für Rheumatinkturen gerne verwendet.

Abhärtungs- und Bewegungsmaßnahmen: Damit die Gelenke beweglich bleiben, werden sie im Stehen oder Liegen gebeugt und gestreckt. Intensive Bürstenmassagen und Wechselduschen regen die Durchblutung an, ebenso kalte Umschläge und Güsse. Warme Vollbäder, heiße Auflagen und Saunabaden lindern ebenfalls die Schmerzen. Probieren Sie selber aus, welche der genannten Maßnahmen Ihnen am angenehmsten sind.

Katzenfell: Ein altes Hausmittel für rheumatische Beschwerden im Brust-, Rücken- oder Unterleibsbereich ist das Katzenfell. Wer Katzen mag und wen diese Tiere mögen, kann auch mit ihnen spielen, und sie ruhen sich dann gerne bei einem aus.

Warnungen:

Rheuma ist in der Regel nicht heilbar, sondern eine Störung, mit der man leben lernen muss. Die Behandlung und Begleitung durch einen Arzt oder Heilpraktiker kann deshalb sehr langwierig werden. Pflanzliche Mittel und verschiedene Maßnahmen, wie beschrieben, heilen also nicht, lindern aber die Schmerzen und wirken der Entzündung entgegen.




Rückenschmerzen

Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule sind meist auf eine Verformung, Haltungsfehler und schwache Muskeln zurückzuführen, die mit einer immer gleichen Arbeits- oder Sitzhaltung nicht fertig werden. Doch auch Senk-, Knick- und Spreizfüße und fehlgestellt untere Gliedmaßen können eine Ursache sein (siehe unter Hexenschuss und Ischias).

Behandlung: Die meisten Menschen sitzen heutzutage zu viel. Kaum jemand fragt dabei, ob unsere Art zu sitzen natürlich ist oder ob der Darm reagiert, wenn die Beine in einer immer gleichen Haltung angewinkelt sind. Dabei wurde jetzt herausgefunden, dass das Sitzen auf einem Barhocker ohne Lehne für die Durchblutung des Beckens und einen kräftigen Rücken am besten ist.

Eine ähnliche Sitzhaltung haben die hockenden Japaner, die allerdings ihre gesamte Esskultur dem Boden ziemlich nahegebracht haben: die Tische sind ebenfalls sehr niedrig. Seit einiger Zeit gibt es diesem Prinzip folgende Kniestühle in zahlreichen Varianten. Wer viel sitzen muss, sollte diese Stühle testen, auch wenn sich die Knie vielleicht daran gewöhnen müssen; den Rücken entlastet diese Sitzform sehr.

Den Rücken kräftigen im übrigen Sport (insbesondere Rückenschwimmen), Massagen, Bewegungs- und heilgymnastische Übungen, unter denen auch die Heileurythmie weiterempfohlen werden kann. Gezielte Rückengymnastik lindert Schmerzen und verbessert die Haltung.

Auch Übergewicht belastet die Wirbelsäule. Versuchen Sie also abzuspecken, unter Umständen verringern sich Rückenschmerzen auf diese Weise bereits.

Die Muskulatur kann mit warmen Vollbädern, feuchtheißen Kompressen, einer aufgelegten Wärmflasche oder einem Heizkissen entkrampft werden. Oder man bürstet die gesamte Rückenmuskulatur vom Kreuzbein nach oben morgens 3 Minuten kräftig durch und duscht sich danach kalt oder lauwarm ab.

Diese Massage hilft auch nach jedem Warmbad. Sie wird mehrere Minuten im Stehen durchgeführt. Man legt sich danach nochmals einige Minuten ins Wasser und duscht sich dann kurz kalt ab. Ergänzend dazu kann man sich bei Rückenschmerzen zur Entspannung den heißen Kartoffelsack (siehe unter Blasenentzündung) auflegen.

Warnungen: Die Hausmittel helfen vor allem, Rückenschmerzen zu lindern. Da es viele mögliche Ursachen gibt, sollten Sie sich von einem Arzt oder Heilpraktiker untersuchen lassen und mit ihm die Therapie durchsprechen.




Säuglingskrankheiten

Zu den häufigsten Krankheiten von Säuglingen gehören Ekzeme (Milchschorf), Durchfall, Blähungen, Schnupfen und Husten.

1. Milchschorf
Dieses Ekzem entsteht etwa ab dem dritten Lebensmonat vor allem im Gesicht und an den Armen. Der Hautausschlag eitert, nässt und verkrustet. Die Ursachen für den Milchschorf liegen meistens in der Ernährung.

Behandlung: Das Kind könnte überempfindlich auf Milch reagieren. Bei Stillkindern sollten deshalb die Ernährungsgewohnheiten der Mutter überprüft werden; Flaschenkinder trinken für 1-2 Tage an Stelle der gewohnten Milch schwachen, mit Honig gesüßten Kamillentee. Warme Weizenkleie- oder Eichenrindenbäder: 100 g Weizenkleie oder zerkleinerte Eichenrinde werden 8 Stunden in 1/4 l kaltem Wasser angesetzt. Dann wird die Mischung 10 Minuten gekocht, abgefiltert und dem warmen Badewasser zugegeben. Eichenrinde wirkt zusammenziehend und desinfizierend, Weizenkleie beruhigt die Haut. Baden Sie das Kind 1-2mal täglich.

Warnungen: In schweren Fällen von Milchschorf sollte ein Arzt oder Heilpraktiker hinzugezogen werden. Vorsicht vor cortinsonhaltigen Salben und anderen chemischen Präparaten, die das Ekzem lediglich unterdrücken. Die Folgen dieser Therapie zeigen sich oft erst nach Jahren und Jahrzehnten.

2. Säuglingsdurchfall
Durchfall bei Säuglingen ist gefährlich. Das Kind kann innerhalb von Stunden so viel Flüssigkeit verlieren, dass es stirbt. Bringen Sie das Kind unbedingt zu einem Arzt. Bis dahin siehe unter dem Stichwort Durchfall.

3. Blähungen
Fast jedes Kind leidet ab der zweiten Lebenswoche unter Krampfblähungen, die bis zum dritten Monat anhalten können. Dem Kind bereiten die krampfartigen Blähungen Schmerzen, es windet sich und schreit.

Behandlung: Auch für die Eltern heißt es jetzt, die Nerven zu behalten. Sie sollten das Kind vor allem trösten. Warme Wickel um den Bauch, die alle 15 Minuten erneuert werden, schaffen Erleichterung. Bei kolikartigen Schmerzen kann ein 5-8minütiges Sitzbad in 40 Grad warmem Wasser helfen. Auch eine aufgelegte Wärmflasche entspannt.

Fencheltee und Kümmel:1/2 Tl. zerstoßene Fenchelfrüchte werden mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen und 10 Minuten abgedeckt ziehen gelassen. Geben Sie dem Kind den Tee zu den Mahlzeiten (Flaschennahrung mit einer halben Tasse des Tees verdünnen) dazwischen zu trinken. Bereits kleine Mengen helfen gegen Blähungen. Stillkindern hilft es auch, wenn die Mutter Fencheltee mit Kümmel zu sich nimmt. Kümmel hilft gegen Blähungen und unterstützt die Milchbildung.

Majoransalbe: 3 Tl. pulverisierter Majoran wird mit 1 El. 70prozentigem Weingeist verrührt. Man lässt diese Mischung mindestes 2 Stunden ziehen und verrührt sie dann mit 2 El. frischer, ungesalzener Butter. Die Salbe wird 5 Minuten in einem Wasserbad erhitzt, dann durch ein Mulltuch gedrückt und kalt gerührt. Mit dieser Salbe wird der Bauch des Kindes unterhalb des Nabels eingecremt. Majoransalbe gibt es auch in der Apotheke.

4. Schnupfen und Husten
Säuglinge sollten stets warm, d. h. besser zu dick als zu dünn, angezogen sein, denn sie können ihren Wärmehaushalt noch nicht selbst regulieren. Schnupfen und Husten sind zwar lästig, trainieren aber die natürlichen Abwehrkräfte des kleinen Heranwachsenden.

Behandlung: Auch bei Schnupfen und Husten hilft die Majoransalbe. Reiben Sie die Nase des verschnupften Kindes mehrmals täglich, insbesondere vor dem Schlafengehen, leicht innen und außen ein. Bei Husten gilt das gleiche für die Brust.

Hustensalbe: Je 1 Tl. Thymian, Kamille und Salbei werden mit 3 Tl. 70prozentigem Weingeist verrührt und 3 Stunden ziehen gelassen. Dieser Ansatz wird wie die Majoransalbe weiterverarbeitet. Damit wird dem Kind 3mal täglich die Brust eingerieben. Thymian löst zähen Schleim und erleichtert das Abhusten; Salbei desinfiziert; Kamille entkrampft und wirkt Entzündungen entgegen.

Kochsalz: Bei Schnupfen hat sich bei Säuglingen wie bei Erwachsenen bewährt, die Nasenschleimhaut mit einer Kochsalzlösung zu benetzen. Dazu wird 1 Tl. Kochsalz in 1/2 l abgekochtem Wasser verrührt und mit einer Pipette 3mal täglich tropfenweise in die Nase gegeben.

Warnungen: Schnupfen und Husten hei Kindern sind nichts Beunruhigendes. Werden sie jedoch chronisch, sollte ein Kinderarzt oder Heilpraktiker zu Rate gezogen werden.




Scharlach Angina




Schlafstörungen

In den westlichen Industrieländern kann jeder siebte Erwachsene nicht einschlafen, wacht mitten in der Nacht oder zu früh am Morgen auf. Andere schlafen nicht tief genug und fühlen sich am Morgen zerschlagen.

Es gibt natürlicherweise Lang- und Kurzschläfer, aber Schlafbedürfnis und -verhalten sind auch anerzogen und hängen eng mit der Umwelt, Kultur und Arbeitswelt zusammen. Ein Bäcker z. B., der nachts arbeitet, seinen Schlaf jedoch regelmäßig, wenn auch zu unüblichen Zeiten, bekommt, ist immer noch besser dran als jemand, der in wechselnden Schichten arbeitet und sich auf immer neue Schlafenszeiten einstellen muss.

In südlichen Ländern ist es üblich, nachmittags mehrere Stunden zu schlafen, weil es dann für die Arbeit zu heiß ist. Ältere Leute brauchen durchschnittlich weniger Schlaf (ca. 5-7 Stunden) als Kinder (ca. 12-14 Stunden) oder Säuglinge (ca. 18-20 Stunden). Wenn Erwachsene das nicht akzeptieren und auch im Alter weiterhin versuchen, nachts acht oder mehr Stunden zu schlafen, wird ihnen das unter Umständen misslingen und sie werden es als Schlafstörung empfinden.

Wer nachts Probleme wälzt, statt sie tagsüber zu lösen, darf sich ebenfalls nicht wundern, wenn er nicht schlafen kann. Auch Freude oder Furcht vor bevorstehenden Ereignissen können einen wachhalten. Erst wenn die Bedrohung aus dem Weg geräumt oder das Ziel erreicht ist, kann sich das Schlafbedürfnis des Körpers wieder durchsetzen. Schlaf mit Tabletten erzwingen zu wollen, ist ein großer Fehler, denn wenn die Ursachen der Störung nicht beseitigt werden, können Schlaftabletten auf die Dauer mehr Schaden anrichten als eine durchwachte Nacht. Hausmittel wirken sanfter und natürlicher. Probieren Sie aus, mit welchem Sie am besten zurechtkommen.

Behandlung: Die Schlafstörung kann durch eine Änderung des gewohnten Lebensrhythmus verursacht sein. Oft hilft schon, wenn Sie sich bewusst eine Nacht mit Spaziergängen wachhalten und den darauffolgenden Tag wie gewohnt verbringen. Generell kann ein Spaziergang vor dem Schlafengehen oder ein warmes Vollbad dem Schlaf förderlich sein.

Nasse Socken, kalte Arme und Wickel: Vor dem Schlafengehen zieht man sich in Essigwasser getauchte, kalte Socken über die Füße und darüber dicke Wollsocken, so dass keine Feuchtigkeit nach außen dringen kann. Die Füße werden schnell warm und vermitteln ein Wohlgefühl, das zum Schlaf führen kann. Ähnlich wirkt das Einwickeln in ein feuchtes Laken oder ein nasser Schlafanzug, über den man einen Bademantel oder eine Decke anzieht, bevor man sich hinlegt.

Wer nicht herzkrank ist, kann die Arme von den Händen bis zu den Ellenbogen 1-3 Minuten in kaltes Wasser tauchen.

Traubenzucker, Schokolade und Kaffee: Ein Stück Traubenzucker oder Schokolade ergänzen den Glukosebedarf. Wer nachts aufwacht und nicht wieder einschlafen kann, kann sich damit wieder beruhigen. Auch ein starker Bohnenkaffee oder Espresso vor dem Schlafengehen kann den Kreislauf so beeinflussen, dass der Schlaf kommt.

Obst: Statt des Traubenzuckers hilft vor dem Schlafengehen auch Fruchtzucker in Form von Obst: Erdbeeren, Äpfel, Apfelsinen oder eingemachte Früchte.

Bewegte Luft: Achten Sie darauf, dass das Schlafzimmer nicht nur gut belüftet, sondern die Luft auch leicht in Bewegung ist, damit sie nicht unter Ihrer eigenen Kohlensäuredunstglocke schlafen.

Milch, Wein und Bier: Heiße Milch mit 1 El. Honig, 1 Glas Rotwein wirken beruhigend, ebenso ein Glas hopfenreiches Pils.

Das folgende Rezept ist besonders zu empfehlen: je 50g Melisse, Baldrian, Lavendelblüten und Hopfenblüten, dazu Zimtrinde für den Geschmack ergeben etwa 200g Tee. Diese Mischung in 51 einfachem Rotwein eine Woche ziehen lassen. Davon trinkt man jeden Abend ein 1/4 l. Auch Schwangeren schadet dieser Schlummertrunk nicht.

Warnungen: Chronische Schlafstörungen können auch durch kranke Organe hervorgerufen werden; schalten Sie einen Arzt oder Heilpraktiker ein. Schlaftabletten dürfen niemals zur Dauerlösung gegen Schlaflosigkeit werden, da sie eine verhängnisvolle Abhängigkeit herstellen. Wer über lange Zeit regelmäßig Schlaftabletten nimmt, sollte sich bemühen, mit fachlicher Hilfe deren Einnahme abzubauen.




Schluckauf

Schluckauf kommt von «Schlucken» oder «Schluchzen». Wer zu hastig isst oder falsch atmet, löst ein unwillkürliches und krampfhaftes Zusammenziehen des Zwerchfells aus; verbunden damit ist ein Einatmungsgeräusch, der «Hicker». Ein leichter Schluckauf geht schnell vorüber. Nachhelfen können Sie auf verschiedene Weise mit den folgenden Hausmitteln.

Behandlung: Mit beiden Daumen werden die Ohren und gleichzeitig mit den kleinen Fingern die Nasenlöcher zugehalten. Der Mund bleibt geschlossen, und man bläht mehrmals kräftig die Wangen auf.

Oder: Man hält eine halbe Minute den Atem an und holt anschließend tief Luft. So oft wiederholen, bis der Schluckauf weg ist. Oder: Nase und Ohren werden wie oben zugehalten, man trinkt dabei jedoch mit einem Halm einige Schluck Wasser oder Saft. Oder: Man lutscht einen Löffel Zucker (eventuell mit etwas Essig), ein Stückchen Eis oder eine Messerspitze Salz, während man gleichmäßig und tief durchatmet.

Bei einem hartnäckigen Schluckauf legt man sich ein Heizkissen oder eine Wärmflasche auf den Bauch oder man lässt sich den Leib mit einem Tuch abklatschen, das zuvor in kaltes Wasser getaucht und dann ausgewrungen wurde. Der Kälteschock, der damit verbunden ist, zwingt zum hastigen Durchatmen und hilft, seinen normalen Atemrhythmus wiederzufinden.

Wer häufiger unter einem Schluckauf leidet, sollte ruhiger und bewusster - was auch heißt: langsamer - essen und trinken und lernen, sich zu entspannen.

Warnungen: Der Schluckauf ist in der Regel harmlos. Er kann aber auch eine hysterische Reaktion auf seelische Erregung sein. Krankheiten des Magens, Darmes, der Leber oder des Bauchfelles können ebenfalls Auslöser sein, ebenso eine Grippe und Erkrankungen der Atemwege.

Bei einem lang andauernden Schluckauf sollte ein Arzt aufgesucht werden.




Schnarchen

Eine mögliche Ursache für dieses verbreitete, zwar harmlose, aber für Partner lästige Übel ist eine zu geringe Luftfeuchtigkeit. Lüften Sie daher das Schlafzimmer abends gut, und sorgen Sie für ausreichende Luftfeuchtigkeit (Schlafstörungen). Sorgen Sie außerdem für eine frei geschnupfte Nase. Schnarcher schlafen am besten auf der Seite oder auf dem Bauch. In der Rückenlage fällt die Zunge leicht zurück, und das Schnarchen wird gefördert.




Schnupfen

Vor allem im Herbst und Winter ist der Schnupfen der treueste Begleiter der Erkältung. Doch auch wer empfindlich gegenüber Rauch, Staub und Pflanzenpollen (Heuschnupfen) ist, leidet unter einer laufenden Nase. Hinzu kann ein Brennen im Hals kommen und ein ständiger Niesreiz, ein Reflex, durch den die belegten Schleimhäute wieder frei gepustet werden sollen. Die Tröpfchen, die dabei herausfliegen, erreichen übrigens eine Geschwindigkeit von 70 Stundenkilometern.

Häufig fühlt man sich wegen eines Schnupfens matt und lustlos, die Glieder schmerzen, und man hat leichtes Fieber. Hausmittel helfen bei Schnupfen und können sogar gegen Erkältungskrankheiten abhärten.

Behandlung: «Halt's Köpfchen kühl, die Füße warm - das macht den besten Doktor arm.» Tatsächlich kann es an den Füßen liegen, wenn die Nase läuft, darum sollten sie immer warm und trocken gehalten werden. Wenn die Wärme des Körpers nach unten weggeht und stattdessen Kälte nach oben kriecht, ist das weder gut für die Nase noch für Blase und Nieren. Ständiges Barfußlaufen auf kalten Fliesen kann selbst in einer warmen Wohnung schaden. Auch beim Aufenthalt draußen sollte man wissen, wann man sich zum Sonnen auf den Rasen legt. Dazu gilt: kommt im Monatsnamen ein «r» vor, darf man sich nicht auf den Rasen legen. Dafür bleibt im Mai, Juni, Juli und August noch genügend Zeit.

Ansonsten härtet viel Bewegung an frischer Luft ab, auch bei schlechtem Wetter. Sauna, die kalte Dusche am Morgen oder kalte Abwaschungen stabilisieren ebenfalls und beugen dem Schnupfen vor. Viel frisches Obst, Obst- und Gemüsesäfte erhöhen die Widerstandskraft. Wen es trotzdem erwischt, dem helfen Hausmittel: lnhalationen, Vollbäder und selbst gemachte Salben.

Inhalation: In einer Tee- oder Kaffeekanne werden Kamillenblüten mit heißem Wasser aufgegossen. Man stellt die Kanne auf ein Stövchen, damit sie warm bleibt, und inhaliert 5-10 Minuten die Dämpfe, die aus der Tülle aufsteigen. Man kann auch einen Trichter darüber stülpen und die Dämpfe direkt in die Nasenlöcher leiten. Seien Sie dabei vorsichtig, damit Sie sich nicht verbrühen. Statt der Kamillenblüten kann man auch einige Tropfen Eucalyptus oder Menthol (z. B. Japan- oder Chinaöl) in das heiße Wasser geben. Alle diese Zusätze wirken entzündungshemmend und zusammen mit dem Dampf auch schleimlösend.

Statt nur die Nase zu bedampfen, kann man auch eine Schüssel mit dem vorbereiteten heißen Wasser auf einen Stuhl stellen, den Kopf darüber beugen und mit einem Handtuch so abdecken, dass die Dämpfe ins Gesicht schlagen. Atmet man dabei auf die Wasseroberfläche aus, schlägt die Wärme angenehm zurück. Das hilft nicht nur der Nase, sondern auch den vielleicht belegten Bronchien.

Heißes Vollbad: Man badet 15-20 Minuten in 38 bis 42 Grad warmem Wasser, trocknet sich dann nicht ab, sondern legt sich - gut in Decken gehüllt - zum Nachschwitzen 30 Minuten ins Bett. Danach duscht man kurz kalt ab. Durch das heiße Bad wird der Körper überwärmt und ein künstliches Fieber erzeugt, das den Heilungsprozess bei Infekten unterstützt. Der Kopf sollte dabei kühl bleiben, vielleicht sogar mit einem kalten Waschlappen abgetupft werden.

Nasensalbe: Je 1 Tl. Kamillenblüten und Salbeiblätter werden mit 1 El. 70prozentigem Weingeist angesetzt und 3-4 Stunden stehen gelassen. Danach wird die Mischung in 1 El. weiche Butter gerührt und durch ein feines Mulltuch gedrückt. 1 Tl. Olivenöl macht die Salbe geschmeidiger und pflegt zudem die Nasenschleimhaut. Sie wird mit dem Finger oder einem Wattestäbchen in die Nase gegeben. Salbei zieht die Gefäße zusammen, lässt die Schleimhäute abschwellen und wirkt desinfizierend. Kamille hemmt Entzündungen und wirkt antibakteriell.

Zitronensaft und Salz: Statt der Nasensalbe kann man auch Zitronensaft oder Salz 1:3 mit Wasser oder Obstessig gemischt schnupfen. Man zieht es mit der Nase hoch und spuckt es dann wieder aus.

Warnungen: Das heiße Vollbad gegen den Schnupfen sollten Herzkranke und solche mit sehr hohem Blutdruck, labilem Kreislauf und Rheumatiker mit ihrem Arzt oder Heilpraktiker absprechen.

In den Apotheken gibt es zig Präparate gegen Schnupfen, von Salben über Tropfen, Pillen bis hin zu Inhalationen. Man sollte möglichst nur auf natürliche Mittel zurückgreifen, die die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützen und die Nasenschleimhäute nicht künstlich abschwellen lassen. Chemische Mittel können die Nasenschleimhäute dauerhaft austrocknen.




Schock

Ein Schock ist lebensgefährlich und erfordert schnelles Handeln. Durch unterschiedliche Ursachen versagt plötzlich der Blutkreislauf, die Muskulatur der Blutgefäße erschlafft, das Blut sackt in die unteren Bereiche des Körpers und wichtige Teile wie z. B. das Gehirn werden nicht mehr ausreichend durchblutet.

Die Ursachen des Schocks sind:

  • starker Blutverlust durch äußere Verletzungen,
  • innere Blutungen,
  • Verbrennungen,
  • extremes Erbrechen oder Durchfälle,
  • bakterielle Gifte bei Infektionen,
  • Überempfindlichkeiten (Allergien) gegen Fremdeiweiß, Medikamente, Insektengifte,
  • Herzerkrankungen,
  • Bluthochdruck,
  • Lungenembolien.

Durch Angst oder ein schreckliches Erlebnis (z. B. ein Unfall) kann es ebenfalls zu Schockzuständen kommen. Der Schockverletzte wird unruhig, häufig verwirrt, klagt über Schwindelgefühle und Durst; die Haut fühlt sich feucht und kalt an und ist blutleer. Der Atem geht schneller, der Puls ist schwach und kaum tastbar; Menschen, die unter Schock stehen, können das Bewusstsein verlieren.

Behandlung: Der Schockverletzte muss sofort in eine Kopftieflage gebracht werden, d. h., Beine hoch und Kopf so tief wie möglich lagern. Sorgen Sie mit Decken dafür, dass er nicht unterkühlt.

Diese Maßnahmen dienen lediglich der allerersten Hilfe. Beim Schock sollte so schnell wie möglich ein Arzt bzw. ein Notarztwagen gerufen werden.




Schwangerschaftserbrechen

Das Erbrechen ist eine Reaktion auf eine körperliche und seelische Umstellung während der Schwangerschaft. Der Speichelfluss wird stärker und führt schließlich zum Erbrechen. Das kann am Anfang der Schwangerschaft sein, über Wochen verschwinden und dann wieder auftreten. Die Frau kann dabei Gewicht verlieren, trockene Schleimhäute bekommen und durstig werden. Eine trockene Zunge, die verminderte Urinmenge und erhöhte Temperatur sind weitere Anzeichen Unwohlsein während der Schwangerschaft. Grundsätzlich gilt: Schwangerschaft ist keine Krankheit, auch das Erbrechen nicht!

Behandlung: Häufigere, dafür aber kleinere Mahlzeiten belasten den Körper nicht so sehr. Wer die Möglichkeit dazu hat, sollte sich nach dem Essen hinlegen. Kühle Milch in kleinen Schlucken, kalter schwarzer oder Kräutertee mit etwas Traubenzucker und leicht gesalzene Speisen gleichen den Mineralverlust nach dem Erbrechen aus.

Eine Schwangere, die Lust auf saure Sachen hat, sollte diesem Drang nachgeben. Der ungewöhnliche Appetit auf Gurken, Heringe und ähnliches ist eine Folge der Hormonumstellung. Der Körper verlangt danach, weil er es in diesem Moment auch braucht. Der Appetit auf Saures wird von selber wieder nachlassen.

Kümmel, Anis, Fenchel, Salbei und Kamille: Kümmel wirkt als Hausmittel nicht nur gegen Blähungen, sondern auch bei Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Als Gewürz ist es zwar nicht überall beliebt, als Medikament gegen die Übelkeit aber soll es ja in erster Linie helfen und nicht vorrangig gut schmecken. Man streut den Kümmel aufs Brot, über Gemüse (gut zerbeißen!), gibt davon reichlich in die Milch oder bereitet sich einen Tee:

Der Kümmel wird in einem Mörser zerstoßen. 2 Tl. davon werden dann in 1 Tasse heißes Wasser gegeben und ziehen gelassen. Dieser Tee wird vor jeder Mahlzeit getrunken, eventuell mit etwas Traubenzucker gesüßt. Statt des Kümmels kann man auch Anis, Fenchel, Salbei und Kamille verwenden - oder eine Mischung daraus nach eigenem Geschmack.

Ingwer und Holunder: Gegen die Übelkeit hilft auch das Kauen von Holunderbeeren und frischem Ingwer. Der Ingwer ist ziemlich scharf, tut dem Magen aber wohl und kann in Zucker gestippt werden.

Warnungen: Hält das Erbrechen länger an und lässt sich der Magen nicht beruhigen, sollte man einen Arzt zu Rate ziehen. Extremer Flüssigkeits- und Mineralverlust kann zu Kreislauf-, Nieren- und Leberversagen führen. Zum Ausgleich der Minerale und Flüssigkeit siehe «Warnungen» unter Durchfall.




Schweißfüße siehe Übermäßiges Schwitzen




Sodbrennen

Normalerweise geben die Zellen des Magens nur so viel Säure ab, wie für die Verdauung der Speisen benötigt wird. Beim Sodbrennen hat der Magen zu viel davon produziert. Die Säure steigt die Speiseröhre hinauf, kann diese sogar angreifen und sowohl dort als auch an den Magenschleimhäuten auf die Dauer Entzündungen hervorrufen. Das Sodbrennen ist eine sehr verbreitete Störung des Verdauungssystems und in erster Linie auf Nahrungsmittel zurückzuführen, die nicht vertragen werden.

Dazu zählen etwa zu fette und gebratene Speisen ebenso wie zu süße und zu saure Speisen. Eine Unterkühlung des Magens oder starke psychische Belastungen können ebenfalls zu Sodbrennen führen.

Eine Veranlagung zum Sodbrennen darf vorausgesetzt werden, obwohl das Phänomen wesentlich komplexer ist und Geschwüre in Magen und Zwölffingerdarm einschließen kann. Sind Leber und Galle gestört, so dass Gallensäure nicht korrekt in den Zwölffingerdarm abgegeben wird, kann sie rückstauen, sogar in den Magen fließen und wird im Extremfall erbrochen. Auch die aggressive Gallensäure kann Verätzungen der Magenschleimhäute und der Speiseröhre bewirken, was als Sodbrennen empfunden werden kann.

Behandlung: Empfehlenswerte Hausmittel sind trockenes Weißbrot, Bananen und kleine Mengen verdünnte oder Magermilch. Sie binden oder neutralisieren die überschüssige Säure und sollen den Magen beruhigen. Die Milch wird in kleinen Schlucken, am besten mit einem Strohhalm getrunken. Auch die Einnahme von gekochtem Rhabarber wird bei Sodbrennen empfohlen, obwohl es ebenfalls Säuren enthält, allerdings wesentlich mildere als die, die der Magen produziert.

Heilen können dieses Mittel das Sodbrennen jedoch nicht. Und sofern keine Geschwüre, die Leber und Gallenblase Ursache für die Störung sind, hilft auf die Dauer nur eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten. Bier, kohlensäure- und alkoholhaltige Getränke, Kaffee, süße, scharf gewürzte, fette und gebratene Speisen sollten vermieden werden. Es empfiehlt sich eine kurmäßige Schonkost mit mild gekochtem Kartoffel- oder Milchbrei über zwei Wochen. Auch danach sollte, wenn schon, dann lediglich gekochtes mageres und helles Fleisch gegessen werden, beispielsweise Geflügel und Fisch. Kleinere, dafür häufigere Mahlzeiten entlasten den Magen und beugen dem Sodbrennen ebenfalls vor.




Sonnenbrand

Sonnengebräunte Haut nach dem Sommer- oder Winterurlaub gilt heute in Mitteleuropa als schön, als Zeichen dafür, dass man sich den Urlaub oder auch nur das Faulenzen tagsüber im Freien leisten kann, während die anderen in geschlossenen Räumen arbeiten.

Früher hingegen galt blasse Haut als schick und vornehm. Wohlhabende Damen und Herren zeigten damit, dass sie es nicht nötig hatten, draußen zu arbeiten wie der Bauer auf dem Feld, der Fischer und der Jäger.

Der Sonnenbrand entsteht, wenn man sich zu lange den ultravioletten Strahlen der Sonne aussetzt, insbesondere am Meer und in den Bergen. Dass die Haut verbrannt ist, merkt man meistens erst am Abend oder in der Nacht. Schon während man in der Sonne liegt, sollte man also darauf achten, ob die Haut sich rötet, spannt oder juckt. Meist ist es dann aber bereits zu spät, und Sie sollten schleunigst aus der Sonne gehen oder Kleidung überziehen. Verbrannte Haut wirft Blasen und pellt ab. Schwere Sonnenbrände gehen mit Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Durchfall und unter Umständen mit einem Sonnenstich einher.

Gewöhnen Sie Ihre Haut langsam an die ungewohnte Sonne, besonders während des Urlaubs. Schützen Sie sich vor allem während der Mittagszeit und vermeiden Sie generell, regungslos in der Sonne zu «braten». Braun wird man auch - und auf schonendere Weise - im Schatten.

Schnorcheln, Surfen und Baden, auch wenn es die Haut vermeintlich abkühlt, ist besonders gefährlich: Gerade durch die Spiegelung des Wassers werden die ultravioletten Strahlen noch verstärkt. Jeder Sonnenbrand erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Aber auch das Zusammenwirken von Chemikalien und der Sonne kann dazu beitragen.

Ein billiger Ersatz für teure Lichtschutzmittel ist reines Olivenöl, verrührt mit einem Schuss Obstessig. Es pflegt und schützt die Haut auf eine natürliche Weise. Mit Olivenöl kann der Sonnenbrand gepflegt werden. Das Gesicht wird mit dem Saft einer angeschnittenen Gurke eingerieben. Der eingetrocknete Saft ist ein wirksames Sonnenschutzmittel.

Behandlung: Solange die Haut noch keine Blasen bildet und nur oberflächlich verbrannt ist, kühlt und heilt der Saft einer Zitrone. Ob jemand überempfindlich darauf reagiert, zeigt ein vorhergehender Test auf dem Unterarm. Tritt keine Rötung auf, kann man die Zitrone verwenden. Sie sollte ungespritzt und der Saft frisch gepresst sein.

Statt der Zitrone kann man auch Quark oder Gurkenscheiben auf die verbrannten Stellen geben. Sie kühlen und helfen der Haut, sich zu erholen. Auch der Saft einer geschnittenen rohen Kartoffel und eine Mischung aus Apfelessig und Buttermilch hilft bei sonnenverbrannter Haut.

Warnungen: Werden die Blasen nicht sauber gehalten und gepflegt, können sie zu Entzündungen führen, die ein Arzt behandeln sollte. Der Sonnenbrand hinterlässt in der Regel keine Narben.




Sonnenstich

Während der Hitzschlag auch durch einen Hitzestau in dunklen, feuchtheißen Räumen hervorgerufen werden kann, entsteht der Sonnenstich durch die direkte Einwirkung der Sonnenstrahlen auf Kopf und Nacken. Die Symptome gleichen denen des Hitzschlages und sind ernst zu nehmen. Behandlungsweise siehe dort.

Einem Sonnenstich kann vorgebeugt werden, falls sich ein Aufenthalt in der Sonne nicht vermeiden lässt: breitkrempige Strohhüte oder ein Handtuch, das Kopf und Nacken bedeckt, verhindern die direkte Einwirkung der Strahlen.




Stillprobleme

Die Brustwarzen entzünden beim Stillen umso leichter, je weniger sie vorher abgehärtet waren. Das Einreiben mit Obstessig oder Zitronensaft schon während der Schwangerschaft macht die Brustwarzen widerstandsfähiger. Pflegende Salben während der Stillzeit sollten keine chemischen Mittel enthalten, die dem Kind schaden könnten. Statt dessen tut es auch einfacher Quark, der die Entzündung aus der Brust zieht und vor jedem Stillen leicht abgewaschen werden kann.




Stirnhöhlenentzündung

Die Bezeichnung Stirnhöhlenentzündung oder -katarrh ist ungenau. Eine andere, auch nicht ganz exakte Bezeichnung für diese Entzündung ist Nasennebenhöhlenkatarrh. Tatsächlich betrifft diese Entzündung sämtliche Hohlräume des Gesichtes und der Schädelbasis: die Nebenhöhlen der Nase, der Stirn und des Kiefers, des Sieb- und Keilbeines. Die wenigsten wissen, dass sie so viele Höhlen im Kopf haben, es sei denn, sie haben plötzlich Schnupfen und extreme Schmerzen im Bereich der Nase und der Stirn und zusätzlich leichtes bis hohes Fieber.

Behandlung: Unter den Hausmitteln gibt es einige, die bei dieser schweren Störung helfen. Dazu zählen Kopfdampf- und Vollbäder (siehe unter Schnupfen) sowie eine kurmäßige Umstellung der Nahrung. Kopfdampfbäder: Je 1 Tl. Kamille, Thymian oder Majoran werden in heißes Wasser gegeben. Die aufsteigenden Dämpfe werden mehrmals am Tag. Von der Abkochung werden zudem stündlich einige Tropfen geschnupft.

Senfauflagen und heiße Kompressen: Für die Senfauflage verrührt man 2 El. Senfmehl mit warmem Wasser, gibt den Brei auf ein Leinentuch und drückt die Auflage 5-10 Minuten auf die Wange oder die Stirn, bis die Haut rötet. Das Senfmehl reizt die Schleimhäute und darf auf keinen Fall in die Augen kommen. Wiederholen Sie diese Auflage nur jeden zweiten Tag; ihre Wirkung hält lange an. Zwischen zwei Senfmehlauflagen kann man sich mit heißen Kompressen Linderung verschaffen.

Essen und Trinken: Bei Entzündungen im Körper sollte wenig gegessen, aber viel getrunken werden. Bei Stirnhöhlenentzündungen wird über 1 Woche täglich bis zu 1 I frisch gepresster Obst- und Gemüsesaft getrunken, außerdem Kräutertees, Mineralwasser und warmer (40 Grad) Zitronensaft mit Honig. Der Honig hat eine antibiotische Wirkung; der Zitronensaft (in Maßen) sorgt für Vitamin C. Erst nach dieser Woche kehrt man langsam zu seiner gewohnten Ernährung zurück, die weiterhin reich an Frischkost, aber kochsalzarm sein sollte.

Warnungen: Eine Nebenhöhlenentzündung gehört in die Obhut eines Arztes. Unter Umständen müssen die Nebenhöhlen der Nase geöffnet werden, damit der Eiter ausgespült und ausgeräumt werden kann. Wer rechtzeitig etwas unternimmt, kann sich diese unangenehme Prozedur ersparen.




Übelkeit siehe Schwangerschaftserbrechen und Magenbeschwerden




Übergewicht

«Schlank ist schön», sagt vor allem, wer es gerne sein möchte oder Schwierigkeiten hat, es zu bleiben. Doch nicht alle Menschen können gleich schlank sein. Dazu sind sie in Körperbau und Typus zu unterschiedlich, und das wird meistens vergessen. In den letzten Jahren wurden verschiedene Faustformeln für das Idealgewicht von Männern und Frauen ausprobiert. Wer die Angaben erheblich überschritt, galt als zu dick, hatte Übergewicht. Doch einfache Formeln können den individuellen Knochenbau nicht angemessen berücksichtigen. Körpergewicht und Gestalt sind außerdem Ausdruck von Typ und Wesen eines Menschen. Jeder sollte deshalb für sich herausfinden, bei welchem Gewicht er oder sie sich seelisch und körperlich am wohlsten fühlt oder in der Vergangenheit gefühlt hat. Dieses persönliche Idealgewicht sollte man auch wieder anstreben.

Wer sich jedoch nicht mehr wohlfühlt und die Grenzen des relativen Idealgewichtes nach der Formel «Körpergröße in Zentimeter minus 110 in Kilogramm» erheblich überschreitet, ist zu dick. Und das kann Folgen haben: Störungen des Herz- und Kreislaufsystems, Kurzatmigkeit, Arterienverkalkung, kranke Venen, Verdauungs- oder Stoffwechselstörungen, übermäßiges Schwitzen, Ekzeme, entzündete Hautfalten usw.

Selten führen Krankheiten zu Übergewicht. Häufigste Ursache ist in der Regel, dass man seinem Körper mehr Nährstoffe zuführt als er verbraucht. Übergewicht muss auch nicht die Folge einer genetischen Veranlagung sein, sondern ergibt sich häufig aus Esstraditionen in den Familien. Wer schon als Kind zu dick ist, dessen Körper wird dieses anerzogene Gleichgewicht auch später wieder anstreben.

Männer und Frauen nehmen häufig mit zunehmendem Alter auch an Körpergewicht zu. Das mag daran liegen, dass ein Essverhalten fortgesetzt wird, das veränderten Lebensumständen nicht mehr angemessen ist, weil die Wachstumsphase längst abgeschlossen wurde, man vielleicht eine sitzende Tätigkeit ausübt und weniger Sport treibt. Außerdem wird der Stoffwechsel mit den Jahren langsamer.

Behandlung: Um Übergewicht abzubauen, muss vor allem die Nährstoffzufuhr reduziert und der Körper mehr bewegt werden. Sportliche Betätigung hat dabei nicht unbedingt eine Verringerung des Gewichtes zur Folge, sondern kann auch bedeuten, dass Fett ab- und Muskeln aufgebaut werden, wobei Muskeln schwerer als Fett sind. Von allen Fettpölsterchen verschwinden beim Mann die am Bauch, bei Frauen die an Bauch, Oberschenkel und Po zuletzt.

Abmagerungskuren: In Illustrierten, Zeitungen, Büchern, in der Werbung werden uns unzählige Abmagerungskuren nahezu aufgedrängt: vom radikalen Fasten über FdH (Friss die Hälfte) und exakt ausgearbeiteten Diätplänen über Saftkuren bis hin zu Schlankheitspillen. Diese Empfehlungen sollten sehr kritisch beurteilt und mit Vorsicht genossen werden: Nicht jeder Organismus reagiert gleich auf diese Maßnahmen. Der eine verträgt das Fasten, Diätpläne, Saftkuren und Tabletten sehr gut, der andere überhaupt nicht.

Bedenklich sind derartige Kuren vor allem, wenn in kurzer Zeit besonders viele Pfunde abgespeckt werden sollen. Schwemmen zu plötzlich große Mengen Eiweiße und abgelagerte Schadstoffe aus den Fettpolstern des Gewebes aus, können Herz, Kreislauf, Leber, Niere und Darm so belastet werden, dass der Körper zusammenbricht.

Die Fettpolster sind nicht von gestern auf heute entstanden, warum sollten sie von heute auf morgen verschwinden? Der Organismus hat sich an eine bestimmte Ernährungsweise gewöhnt und passt sich nur langsam Änderungen an. Jede neue Lebensgewohnheit wirkt direkt auf den Stoffwechsel. Und es darf nicht unterschätzt werden, dass der Körper trotz Diät, Einschränkung der Nahrungsmittelzufuhr usw. ausreichend Vitamine, Mineralien und andere Stoffe benötigt. Ob die Diätpläne das angemessen berücksichtigen, kann der Laie selten überblicken.

Das beste Hausmittel gegen Übergewicht ist langfristig eine ausgeglichene Mischkost. Statt Fleisch, Wurst, Eiern sollte mehr Gemüse, mehr Salate, mehr frisches Obst verzehrt werden. Ein gleichmäßiger Tagesablauf, frische Luft, Muskelarbeit, lange Spaziergänge, insbesondere Bergwanderungen und schweißtreibende Maßnahmen (Sauna, Sole- und kohlensäurehaltige Bäder) regen den Stoffwechsel an und tragen dazu bei, zufriedener, schlanker und gesünder zu werden und zu bleiben.

Warnungen: Zumindest stark übergewichtige und ältere Menschen sollten sich vor radikaleren Abmagerungskuren mit dem Arzt oder Heilpraktiker besprechen.




Übermäßiges Schwitzen

Die Schweißdrüsen sorgen in einem gesunden Körper dafür, dass Körperflüssigkeit von dem Gewebe und den Muskeln ins Blut und vom Blut zu den Drüsen fließt. Schwitzen ist somit gesund und notwendig. Nach alten Überlieferungen ist die Anregung zum Schwitzen (Saunieren und viele Wasseranwendungen) sogar eine Heilmethode, weil mit dem Schweiß auch Stoffwechselschlacken und Gifte ausgeschieden werden. Selbst übermäßiges Schwitzen sollte deshalb nicht künstlich verhindert werden. Liegt ihm eine andere organische Störung zugrunde, muss man sie herausfinden und behandeln.

Behandlung: Schwitzende Hände, Füße und Achseln sind meist nervöse Erscheinungen und seelisch bedingt. Hier helfen keine Hausmittel, denn sie beseitigen nicht die eigentliche Ursache. Man sollte der Nervosität auf den Grund gehen, sich abhärten und auf Sauberkeit achten.

Waschen Sie sich morgens und abends gründlich und duschen Sie bei Bedarf auch tagsüber zwischendurch. Unterwäsche und Strümpfe aus Naturfasern (Baumwolle, Seide, Wolle) müssen täglich gewechselt werden. Die Schuhe sollten aus Leder, weit und bequem sein, keine Gummisohlen haben und gründlich auslüften. Bei Fußschweiß trägt man so oft es geht Sandaletten oder läuft barfuß, damit die Füße ausdünsten, z. B. in der Wohnung. Tautreten im Gras am frühen Morgen und Schneetreten im Winter härten die Füße ab.

Kaltes oder temperaturansteigendes Fußbad: Nehmen Sie jeden Abend ein kaltes Fußbad (siehe unter Kopfschmerzen) in Wasser mit Essig. Einem ansteigenden Fußbad (siehe unter Nervosität) gegen übermäßiges Schwitzen der Füße gibt man eine Eichenrindenabkochung bei. Dazu werden 2-3 El. zerkleinerte Rinde in 1/4 I kaltem Wasser angesetzt, aufgekocht und 15 Minuten ziehen gelassen.

Obstessig und Eichenrinde ziehen die Gefäße zusammen, behindern die Schweißbildung aber nicht, sondern fördern die Durchblutung der Füße. Gegen den Fußgeruch hilft ein Fußbad, dem man 5 Handvoll Wiesenblumen zugibt.

Ernährung: Übermäßiges Schwitzen kann durch die Ernährung beeinflusst werden. Meiden Sie Fleisch, insbesondere Schweinefleisch, Salz, scharfe Gewürze, Bohnenkaffee und starke alkoholische Getränke. Sie fördern die Schweißbildung. Essen Sie statt dessen viel Obst und Gemüse.

Warnungen: Die Überfunktion der Schilddrüse, Zuckerkrankheit und chronische Entzündungen der Gelenke können verantwortlich für übermäßiges Schwitzen sein, ebenso starkes Übergewicht. Lässt das Schwitzen nicht nach, sollte man einen Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen.


... von V erbrennungen bis Z ecken)



Verbrennungen

Verbrennungen (auch Erfrierungen) unterscheidet man nach ihrer Schwere:

1. Grad: Verbrannt sind nur die obersten Schichten der Haut. Sie ist stark gerötet und die Verbrennung sehr schmerzhaft, weil die Hautnerven verletzt sind.

2. Grad: Tiefere Schichten der Haut sind mitbetroffen. Haarbälge und Talgdrüsen sind jedoch nicht verletzt. Nach dem Abstoßen des toten Gewebes wird die Brandwunde wieder mit neuer Haut überwachsen.

3. Grad: Alle Schichten der Haut sind verbrannt: Haare, Drüsen, Nervenenden, manchmal auch die darunterliegenden Muskeln. Wegen der völligen Zerstörung der Hautnerven schmerzen solche Wunden nicht mehr. Das verbrannte Gewebe erscheint manchmal schneeweiß, in anderen Fällen bräunlich-schwarz.

In vielen Fällen sind Verbrennungen 2. von denen 3. Grades nur durch die starken Schmerzen zu unterscheiden, da in beiden Fällen Brandblasen entstehen und sich Gewebeflüssigkeit absondert.

Selbst behandelt werden dürfen nur die Verbrennungen 1. Grades. Stärkere Verbrennungen müssen vom Arzt bzw. im Krankenhaus behandelt werden.

Erste Hilfe
Verbrennungen 1. und 2. Grades, die sich nicht im Kopf- und Gesichtsbereich befinden und starke Schmerzen hervorrufen, werden am besten unter fließendes kaltes Leitungswasser gehalten oder gewässert. Das Wasser muss unbedingt sauber sein, damit kein Schmutz in die Wunden kommt. Lassen Sie das kalte Wasser so lange einwirken, bis die Schmerzen nachlassen.

Vorsicht! Auf keinen Fall darf Öl, Fett, Brandsalbe oder Mehl auf die Wunde gelangen, ebenso wenig sollte sie mit Binden umwickelt werden. Diese Mittel beeinträchtigen die Sauerstoffzufuhr und verschlimmern die Verletzung.

Alle übrigen Verbrennungen werden bis zur ärztlichen Behandlung nur locker in frisch gebügelte Hand- oder Leinentücher eingeschlagen. Auch eventuell festgeklebte Kleidung darf nicht entfernt werden, sondern wird bis zum Eintreffen des Arztes mit Tüchern abgedeckt.

Bei einer Verbrennung kann es auch zum Schock kommen. Klagt der Verletzte über Durst, sollte er in kleinen Schlucken reichlich Mineralwasser trinken.

Quallenverbrennungen
Diese Verbrennungen, die durch Drüsensekrete der Quallen verursacht werden, sind sehr schmerzhaft. Achten Sie an den Meeresküsten auf die Tiere, und machen Sie einen Bogen um sie. Wenn Sie mit Quallen in Berührung gekommen sind, reiben Sie die abgesonderten Substanzen mit Sand und Meerwasser ab.




Verstauchung

Wird ein Gelenk überlastet - durch einen Fehltritt, Stolpern, Sturz oder Gewalteinwirkung -, kann es überdehnen und verstauchen. Eine Verstauchung ist schmerzhaft. Ob das Gelenk lediglich überdehnt, die Bänder gezerrt oder gar die Gelenkkapsel gerissen ist, sollte ein Arzt untersuchen.

Behandlung: Das Gelenk wird leicht gebeugt und mit einem Druckverband geschient. Der Verband wird mit verdünntem Alkohol angefeuchtet. Arnikatinktur, 1:3 mit Wasser verdünnt, wird behutsam einmassiert. Das wirkt einem Bluterguss entgegen.

Petersilie und Eischnee: Petersilienblätter werden mit Eiweißschnee gemischt und aufgetragen. Das Gelenk wird dann mit einer elastischen Binde umwickelt.

Kohlblätter: Gekochte Kohlblätter werden mit einer elastischen Binde um das verstauchte Glied gewickelt. Sie müssen lange einwirken, bevor sie erneuert werden.




Verstopfung

Völlegefühl und Druck im rechten Oberbauch verbunden mit einem harten, trockenen Stuhl sind Zeichen einer Verstopfung, wenn der Stuhl auch nach 3 Tagen nicht abgeht. Ansonsten spricht man von einem trägen Darm. Aus zahlreichen Untersuchungen lassen sich mehrere Fehler herausfiltern, die für eine zeitweilige oder chronische Verstopfung verantwortlich sind und die sich vermeiden lassen:

  • Der Körper braucht Ballaststoffe, nicht zuletzt für den Darm. Ersetzen Sie Weißbrot durch Vollkornbrot und Fleisch wenigstens teilweise durch (am besten auch rohes) Gemüse.
  • Achten Sie auf eine gewisse Regelmäßigkeit bei der Darmentleerung. Sie können Ihren Darm regelrecht trainieren, damit er sich jeden Tag zur gleichen Zeit meldet.
  • Sitzen schwächt die Darmmuskulatur und behindert die Durchblutung des Unterleibes. Bewegung, Sport wirken dem entgegen.
  • Lernen Sie zu entspannen. Jeder Stress im Alltag, im Beruf, in der Familie kann zu Verstopfung bzw. Irritationen des Darms führen (Nervosität).
  • Wer Antibiotika einnimmt, tötet auch nützliche Bakterien. Lässt sich das nicht vermeiden, sollten sie Ihre Darmflora besonders aufmerksam pflegen und wieder aufbauen. Joghurt, Quark und andere Milchprodukte, Milchzucker in Fruchtsäften oder Speisen sind dafür gute Hilfsmittel.
  • Chemische Abführmittel schaden der Schleimhaut und machen den Darm faul. Er gewöhnt sich an die Mittel und hat keine Lust mehr zu arbeiten. Ohne Abführmittel geht schließlich nichts mehr ab. Selbst pflanzliche Mittel sind deshalb niemals zum Dauergebrauch geeignet.
  • Mit Hilfe einer gesunden Lebensweise lassen sich diese sechs Kardinalfehler vermeiden. Widmen Sie Ihrer Verdauung die Aufmerksamkeit, die sie verdient. Allergien, Hautkrankheiten, Rheuma und die Neigung zum Herzinfarkt, Leistungsminderung und Übergewicht werden durch eine dauernde Verstopfung gefördert.

Behandlung: Bei zeitweiser akuter Verstopfung, die sich trotz vernünftiger Lebensweise einstellen kann, helfen oft schon sehr einfache Mittel. Die Zigarette und der Kaffee (mit etwas Butter) auf nüchternen Magen beschleunigen bei empfindlichen Personen bereits die Verdauung. Kalte Milch oder kaltes Wasser und Apfelsaft in größeren Mengen aktivieren ebenfalls den Darm. Nach einem schweren Abendessen regulieren Joghurt, Kefir oder saure Milch den Stuhl schonend.

Trockenobst: Getrocknete Pflaumen regen den Darm an. Man kann sie pur essen oder sie mit anderen Trockenfrüchten in ein Früchtebrot verbacken.

Feigen und Leinsamen: 4 Feigen werden tagsüber in 1 Glas Wasser eingeweicht und vor dem Schlafengehen zusammen mit Wasser eingenommen. Eine Untertasse voll gelber Leinsamen, die ebenfalls tagsüber in Wasser eingeweicht wurden, hat den gleichen Effekt. Beides führt schonend ab.

Weinblätter und Olivenöl: Weinblätter, die Sie vielleicht aus der griechischen Küche kennen, führen sanft ab. Hacken Sie die ungespritzten Blätter klein, und spülen Sie sie mit warmem Wasser hinunter. 1 El. Olivenöl auf nüchternen Magen löst ebenfalls die Verstopfung. Orangenschalen: Klein geschnittene Orangenschalen (ungespritzt) werden gekocht, abgekühlt und wieder gekocht, bis alles Wasser aus dem Topf verdampft ist. Die Schalen werden mit braunem Zucker bestreut und gegessen.

Seifenzäpfchen: Ein Stück Seife, zu einem Zäpfchen geschnitzt, hilft vor allem Kindern, ihre Verstopfung loszuwerden. Das Zäpfchen wird angefeuchtet und in den After eingeführt.

Warnungen: Einer chronischen Verstopfung können ernste Störungen des Magens, Darmes, der Leber und der Galle zugrunde liegen, die man von einem Arzt untersuchen lassen sollte.




Warzen

Warzen sind gutartige Hautwucherungen und werden durch einen Virus verursacht. Durch Kontaktinfektion können sie an jeder Stelle der Haut auftreten und bilden nicht selten Tochterwarzen. Warzen verschwinden in der Regel von selbst. Doch weil sie nicht sehr schön aussehen, möchte man sie so schnell wie möglich wieder loswerden.

Behandlung: In der Volksheilkunde gibt es unzählige Mittel gegen Warzen. Die meisten davon muten so seltsam an, dass für sie gilt: Der Erfolg heiligt die Mittel. So soll man morgens auf die Warze pinkeln oder sie morgens nüchtern belecken. Es wird auch empfohlen, an alles Mögliche zu denken - nur nicht an die Warze, und wenn, dann soll man sie aus tiefstem Herzen wegwünschen. Tatsächlich scheint die Einstellung zu der Warze und der Glaube an die Mittel einiges damit zu tun zu haben, wie schnell sie verschwindet. Operationen, Ätzstifte und Warzentinkturen aus der Apotheke nutzen in der Regel nichts, hinterlassen aber möglicherweise Narben.

Zwiebel und Knoblauch: Statt des Ätzstiftes oder der Warzentinktur kann man sich über Nacht auch eine Zwiebelscheibe, eine halbierte Knoblauchzehe oder eine halbe Rosine auf die Warze binden. Eichenrinde: 1 El. zerkleinerte Eichenrinde wird in einer Tasse Wasser 10 Minuten gekocht, anschließend abgefiltert. In dem Sud tränkt man einen Leinenlappen und legt ihn auf die Warze. Eiche wirkt zusammenziehend und desinfizierend.

Schöllkraut und Löwenzahn: Der gelbe Saft, der beim Pflücken von Schöllkraut aus dem Stängel tritt, kann ebenfalls auf die Warze gestrichen werden. Schöllkraut ist giftig. Der Saft sollte deshalb nicht in Wunden gelangen. Statt der Milch des Schöllkrautes kann auch die des Löwenzahns genommen werden.




Wunden, offene

Für Laien ist es meistens schwer, eine offene Wunde zu beurteilen: Ist die Haut lediglich geschürft, aufgetrennt, oder sind tiefer liegende Gewebe mitbetroffen? Nur leichte und oberflächliche offene Wunden sollte man deshalb selbst versorgen. In allen anderen Fällen sollte ein Arzt aufgesucht werden, der bei Bedarf auch eine Spritze gegen Wundstarrkrampf geben wird. Er näht oder klammert die Wunde notfalls, damit sie möglichst ohne Komplikationen und Narben verheilt.

Vorsicht ist dringend geboten, wenn sich ein größerer Fremdkörper in der Wunde befindet, beispielsweise eine Glasscherbe. Sie könnte zu einer Infektion führen oder bei unvorsichtigem Entfernen größere Blutgefäße verletzen. Auch solche Verletzungen müssen auf jeden Fall einem Arzt überlassen werden. Nur er sollte größere Fremdkörper aus der Wunde entfernen. Man deckt in diesem Falle die Wunde lediglich ab, damit kein weiterer Schmutz hineingelangen kann und sucht schleunigst einen Arzt auf.

Behandlung: Unsere Hinweise beschränken sich auf weitere Maßnahmen der Ersten Hilfe und auf solche Hausmittel, die ein Abheilen von Wunden unterstützen:

Offene Wunden sollten nie ausgewaschen werden, sondern ausbluten und sich dadurch selbst reinigen. Verblutungsgefahr besteht, wenn hellrotes Blut pulsierend aus ihnen herausspritzt. Unter diesen Umständen sollte eine Wunde mit einem keimfreien Verband aus der Hausapotheke oder dem Verbandskasten des Autos abgebunden werden. Im Notfall genügt ein frisches Taschentuch oder eine Stoffserviette. Auf keinen Fall darf eine offene Wunde mit bloßen Fingern berührt werden!

Eiternde Wunden heilen schneller, wenn man zwischendurch Sonne und Luft an sie lässt und sie öfters in warmem Kamillentee badet: dazu werden 2 TI. frische Kamillenblüten mit 1/4 l kochendem Wasser übergossen, 10 Minuten ziehen gelassen und anschließend abgeseiht. Für Umschläge und Wundbäder eignet sich auch je 1 gehäufter El. Arnika- und Kamillenblüten und Salbei, die mit 2 Tassen kochendem Wasser überbrüht werden.

Kohlblätter: Gut gewaschene Kohlblätter werden mit einem Nudelholz gequetscht, bis der Saft austritt und dann auf die Wunde gelegt.

Zucker und Honig: Zucker und Honig (pur oder mit Meerrettichsaft verrührt) zieht Säfte aus der Wunde heraus und wirkt desinfizierend. Vor allem Tannenhonig ist dafür zu empfehlen. Er enthält Wasserstoff- und Sauerstoffverbindungen, die besonders entzündungshemmend sind.

Blutkrusten an behaarten Körperteilen:
Unangenehm sind oberflächliche Schürfwunden an behaarten Körperteilen, auf denen sich eine Blutkruste gebildet hat. Vor allem Kinder, die sich am Kopf gestoßen haben, schmerzt es sehr, wenn man versucht, das verkrustete Blut herauszukämmen. Man lässt unter einer Mütze oder einem Handtuch über Nacht Oliven- oder Speiseöl einwirken und kann die aufgeweichte Kruste am nächsten Morgen leicht abwaschen. Das Bettzeug schont man mit einer Plastiktüte oder Folie.




Zahnfleischentzündung

Das Zahnfleisch kann aus vielen Gründen entzünden: der Hormonhaushalt könnte gestört sein, dem Körper fehlen Vitamine oder er wurde durch bestimmte Metalle vergiftet. Auch können Zahnfüllungen, -kronen, -prothesen schlecht sitzen. Selbst vom Zahnstein, den eine sorgfältige Mund- und Zahnpflege beseitigt, kann diese Störung ausgehen.

Eine Entzündung macht sich bemerkbar, indem das Zahnfleisch anschwillt, sich dunkel färbt und blutet. Kleine Geschwüre und starker Mundgeruch können damit einhergehen.

Behandlung: Ist das Zahnfleisch trotz guter Pflege entzündet, sollte man viel Obst und frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte zu sich nehmen. Der Mund wird mit lauwarmem Salbei-, Kamillen- und Pfefferminztee mit 2 Tl. Heilerde nach jeder Mahlzeit gespült. Gegen Mundgeruch hilft das Kauen von Wacholderbeeren.




Zahnschmerzen

Die Ursachen für Zahnschmerzen sind in der Regel kranke oder schadhafte Zähne, die sofort in zahnärztliche Behandlung gehören. Bis dahin lindern statt Tabletten Hausmittel die Schmerzen.

Behandlung: Ein altes Mittel gegen Zahnschmerzen ist Nelkenöl, das man sich auf die schmerzenden Stellen reibt. Das Öl beißt zunächst, nach wenigen Minuten stellt sich jedoch eine betäubende Wirkung ein. Statt des reinen Öls kann man auch eine Gewürznelke oder eine Knoblauchzehe 1/2 Minute weich kauen und an den schmerzenden Zahn pressen.

Umschläge mit Senfmehl an den Füßen (siehe unter Gerstenkörner und Migräne) und der Kartoffelsack (siehe unter Blasenentzündung), den man sich auf das Gesicht legt, lindern ebenfalls die Schmerzen und wirken einer möglichen Entzündung entgegen.

Tinkturen mit Myrrhe, Arnika oder Ringelblumen eignen sich für desinfizierende Mundspülungen.




Zahnstein

Zahnstein ist ein meist bräunlicher Belag an den Zähnen. Bestandteile des Speichels, Gewebereste und winzige Organismen bilden harte Ablagerungen, die, sind sie erst einmal kristallisiert, mit bloßem Zähneputzen nicht mehr entfernt werden können. Lassen Sie den Zahnstein regelmäßig beim Zahnarzt entfernen. Damit er gar nicht erst entsteht, sollten Sie vorbeugen.

Behandlung: Ein Hausmittel, das Mannequins untereinander weitergeben, ist: Salz und Zitrone. Man rührt etwas feinstes Meersalz mit Zitronensaft an und putzt sich damit die Zähne wie sonst mit konventionellen Cremes. Wer empfindliche Zähne hat, wird sich wegen der Zitronensäure mit diesem Mittel allerdings schwer anfreunden können. Eine ähnliche Scheuerwirkung hat das Zahnpulver, das man als Calcium carbonicum in Apotheken kaufen kann. Man kann es sich nach eigenem Geschmack mit Japan- und ähnlichen aromatischen Ölen mischen oder mischen lassen. Man wendet es einmal am Tag statt der normalen Zahncreme an und beugt damit neuem Zahnstein vor.




Zecken

Zecken sind in den letzten Jahren in Verruf geraten, weil sie bestimmte Viren übertragen können. Nicht jede Zecke ist allerdings auch gleich ein potenzieller Krankheitsüberträger. Zecken bohren sich in die Haut und saugen Blut, bis ihr Hinterkörper bis zur Größe einer Linse oder Erbse geschwollen ist.

Die Zecke darf nicht heruntergerissen werden, weil sonst ihr Kopf in der Haut stecken bleiben und Entzündungen hervorrufen könnte. Sie lässt jedoch von selbst ab, wenn man Klebstoff oder Öl auf sie tropft. Mit diesen Mitteln wird auch der Hund die Zecken wieder los.


Peter Kensok und Dietrich Ley - Hausmittel<br />Sanfte Arzneien - einfach und wirksamAuf einer Reise krank zu werden ist immer unangenehm. Im Idealfall hat man eine Versicherung, die für eventuelle Kosten aufkommt. Vielleicht gibt es vor Ort einen Arzt, der die eigene Sprache spricht - oder zumindest die Verkehrssprache so gut, dass man ihm sein Leiden schildern kann. Vielleicht hilft einen ein einheimischer Heiler, der mit den Mitteln von vor Ort Linderung verschafft.

Und es gibt ein drittes Vielleicht. Denn vielleicht kommt man auch mit den eigenen Hausmitteln weiter. 1991 erschien dazu das Buch »Hausmittel - Sanfte Arzneien - einfach und wirksam« von Peter Kensok und Dietrich Ley. Die beiden Autoren trugen zusammen, was im »normalen« Haushalt heilen hilft. Auf dieser Seite erscheinen die wichtigsten Mittel gegen die häufigsten Ausfälle oder Unterbrechungen auf einer Reise.

Dieses Buch gibt es als Sammlerstück gegen Vorkasse oder per Lastschrifteinzug für 10 € inkl. Porto über die Redaktion Globalscout.

 


 

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