- Auswandern - weil's Spaß macht
Arthur Vollmer (li.) wurde 1930 in Karlsruhe geboren und arbeitete nach seinem Studium als Sachverständiger und Sicherheitsingenieur mit eigenem Büro. Im Bild mit dem Kanada-Autoren Ole Helmhausen.
Als er auch unter Wasser technische Überprüfungen vornahm, war die Idee des „Marlin“-Tauchservices in Karlsruhe geboren: „Wenn etwas als Hobby Spaß macht, kann man damit auch Geld verdienen.“ Inzwischen träumt er davon, ein Museum für ein Modell des deutschen Dorfes auf Cape Breton aus dem 18. Jahrhundert zu bauen. Noch lagert das Modell der alten Siedlung in 30 Kisten in Augsburg.
Arthur, ein Allround-Talent, entwarf und baute nicht nur die Blockhütten seines Ressorts in Nova Scotia, sondern entwickelte sein ganzes Leben lang immer wieder neue Ideen. Tauchen, Fotografie, Sammlungen von Orden, Stockabzeichen, Teilen von Schiffen wie der untergegangenen Arrow bei West Arichat, Rokoko-Zimmer der Großeltern, auf dessen Sofa schon Kaiser und Könige gesessen haben.
Arthur war 58, als er gemeinsam mit seiner Frau Maria nach Kanada auswanderte und ein ganz neues Leben begann, weil es getreu dem Familienmotto: "Weil es Spaß machen wird." Jetzt, mit 75, geht er es ein wenig langsamer an. "Mit einem neuen Knie kann man weder schnell rennen noch besonders gut auf Bäume klettern.“ Seine Erinnerungen schreibt er gerade für ein Buch nieder. Arthur erzählt darin keine Geschichten, „Stories“ sind’s, und meistens mit witzigem Schluss. Von Vätern und Vorvätern, vom Krieg, von sich selbst und Maria, den Kindern, der Zeit in Karlsruhe, die ihm kürzlich die Gratulation des OBs zum Geburtstag einbrachte. Das Studium dort und in Würzburg. Unternehmensgründung als Sicherheitsingenieur.
Arthur blickte auf ein arbeitsreiches Berufsleben zurück, das ihm häufig weder Zeit zum Essen noch zum Schlafen ließ. Dann - mit Ende 50 - die Entscheidung für Kanada und Nova Scotia. Weil es dichter an Deutschland liegt als jede andere Provinz Kanadas mit Ausnahme von Neufundland.
(Text / Foto: Peter Kensok, Stuttgart)
